Hallo Leute - heute setzte ich den ersten Teil meiner Fanfiction ein. Es ist meine allereste und ich bin echt aufgeregt! Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Ein weiter Weg zum Glück!
Alishia sitzt zusammengekauert in einer Ecke ihrer Küche! Das Haus ist dunkel. Es ist ungefähr 22.00 Uhr. Ihr Kopf schmerzt fürchterlich. Ihr Herz schlägt ihr bis zum Hals und sie hört das Rauschen ihres Blutes im Körper in ihren Ohren. Sie weint ganz leise! Er ist weg – ja sie hat die Tür zuschlagen hören – er ist weg. An ihrer Wange läuft feucht und warm Blut herunter - so schlimm wie heute war es noch nie. Ganz leise spricht sie vor sich hin: “Ich muß was tun, ich muß was tun“! Ganz langsam steht sie auf und geht zum Telefon! Die Nummer wie geht diese verdammte Nummer noch mal. Vorwahl von England, ah ja. Am anderen Ende klingelt es. Alishia spricht leise vor sich hin: „Bitte geh ran bitte! Der Hörer wird aufgenommen „Donald“. „Oh Gott sei Dank“! „Wer ist denn da“! „Alishia ich bin es, Alishia“. „Alishia, was ist denn los, ich kann dich kaum verstehen“. „Jane, ich muß hier weg, ich muß hier weg – hilf mir bitte. Heute war es so schlimm wie noch nie - ich kann nicht mehr“. Am anderen Ende schweigen. „Jane – bist du noch dran?“ „Ja meine Süße bin ich – was ist denn passiert“.
Alishia erzählte schnell und nicht sehr zusammenhängend was passiert war. Jane wusste wie es in ihrer Ehe zuging. Die beiden sind seit 20 Jahren befreundet. Etwa vor 5 Jahren hatte Jane in einer Disco einen DJ kennen gelernt. Schnell war klar das ist der Mann ihres Lebens. Schweren Herzens entschloss sie sich damals – in Deutschland alle Zelte abzubrechen – und mit ihm nach UK zu gehen! Alishia war damals am Boden zerstört – war es doch ihre Freundin die ihr immer wieder auf die Füße half. Der Kontakt zu Jane war sehr schwierig. Telefonieren konnte sie kaum mit ihr und Briefe wurden meist abgefangen. Thomas duldete den Kontakt schon seit langen nicht mehr. „Die setzt dir nur Flausen in den Kopf. Sie besuchen? Du denkst wohl ich lasse dich fahren und dann kommst du nicht wieder oder was?“ Also unmöglich. Alishia liebte Thomas über alles aber nun konnte sie einfach nicht mehr. Therapie und alle Versprechen die er ihr immer wieder machte hatten alles nichts genützt. Es war heute schlimmer als je zuvor. 1 Jahr hatte er sich zusammengerissen und heute, da kam alles 10 x so schlimm wie sonst!
„Alishia Du kommst zu uns! Keine Widerrede ich organisiere alles. Du musst da raus bevor noch etwas Schlimmeres passiert. Ich spreche gleich mit Howard – wir werden eine Lösung finden“. „Jane, ich hab dich so lieb – ich weiß nicht wie ich dir danken soll“. Ich habe auch schon was vorbereitet. Geld habe ich auch – frag nicht wie ich da ran gekommen bin. Wenn er das rauskriegt – bin ich tot.“ Sie tauschten noch ein paar Informationen aus und legten dann auf.
Alishia war erleichtert und ängstlich zugleich. Sie würde ihn verlassen, ja das würde sie tun! In dieser Nacht bekam sie kein Auge zu. Gegen 4 Uhr morgens kam Thomas nach Hause. Ganz leise schlich er ins Schlafzimmer. Ganz leise legte er sich neben sie ins Bett. Er streichelte ihr über den Kopf und schlief dann gleich ein. Alishia gab keinen Mucks von sich – tat so als ob sie schlief. Am nächsten Morgen so gegen 11.00 wachte Alishia auf. Thomas schlief noch ganz fest. Leise stand sie auf. Erst jetzt merkte sie das ihr alles weh tat. Sie ging ins Badezimmer und erschrak sehr beim Blick in den Spiegel. Sie hatte sich gestern nicht einmal das Blut aus dem Gesicht gewischt. „Oh Gott wie sehe ich nur aus?“ Leise fing sie wieder an zu weinen. Plötzlich klingelte das Telefon. Schnell lief sie ins Wohnzimmer. „Behrent“. „Hallo Süße – paß auf – wir haben folgendes gemacht“. Jane erzählte ihr von einer Fahrkarte die für sie reserviert am Bahnhof liegt. Wir holen dich dann hier ab hatte sie gesagt. Versuche unter irgendeinem Vorwand da wegzukommen. Dein Zug geht um 15.00 Uhr! Wir sehen uns nur in ein paar Stunden – paß gut auf dich auf!
Alishia legte auf. Sie zitterte am ganzen Körper. Heute ich gehe heute? Ja ich gehe heute. Ganz leise schlich sie ins Schlafzimmer und holte ein paar Sachen aus ihrem Schrank. Das nötigste! Im Badezimmer war auch schnell alles zusammengesucht. Thomas schlief immer noch ganz fest. War es richtig einfach jetzt so zu gehen – ohne Erklärungen ohne lebe wohl zu sagen. Ja das ist es wohl. Er würde sie niemals gehen lassen – also jetzt oder nie. Nun stand sie an der Haustür, schaute noch einmal den Flur entlang, öffnete die Tür und ging. So einfach ist da dachte sie, so einfach!
Gegen 12.15 Uhr kam Alishia am Bahnhof-Köln an. Ihr Zug ging erst um 15.00 Uhr. Nervös schaute sie immer wieder um sich. Ihr Herz schlug wie verrückt. Er kann nicht wissen wo ich bin sagte sie sich immer wieder. Die Zeit verging wie in Zeitlupe. Als endlich ihr Zug zur Einfahrt aufgerufen wurde, konnte sie es kaum noch aushalten. Nur noch 2 Minuten und ich bin weg – weg für immer! Endlich fuhr der Zug auf Bahnsteig 2 ein. Alishia hatte einen Fensterplatz. Traurig blickte sie hinaus. Das es so einmal sein würde hätte sie sich nie vorgestellt. Sie war erleichtert und besorgt zugleich. Was sollte sie in England nur machen. Sie konnte zwar Englisch aber im Arbeitsleben würde sie damit nicht weit kommen. Langsam verließ der Zug den Bahnhof. Tränen liefen über Alishia´s Gesicht. Tränen der Freude? Sie konnte es nicht genau sagen.
„Guten Tag – ist hier noch frei?“ Erschrocken fuhr Alishia rum! Ehe sie antworten konnte setzte sich der Mann auf den Platz ihr gegenüber. „Ist ihnen nicht gut?“ „Doch alles bestens, danke.“ Die Fahrt war eine Qual. Alishia hätte gerne ihren Gedanken nachgehangen sich ausgemalt wie es sein würde Jane nach so langer zeit wieder zu sehen – doch dieser Typ quasselte in einer Tour. Alishia war einfach zu höflich oder auch zu unsicher um ihm zu sagen das sie eigentlich ihre Ruhe haben wollte. Bei jedem Halt betete sie das dieser aufdringliche Kerl doch aussteigen möge – leider wurde wurden ihre Gebete nicht erhört. Die 5 Stunden Fahrt kamen ihr wie eine Ewigkeit vor. Endlich Hauptbahnhof Manchester nächste Station. Alishia konnte kaum noch atmen so aufgeregt war sie. Der Zug fuhr in den Bahnhof ein. Alishia stand auf dem Gang schon an der Tür. „Ich kann ihnen beim aussteigen gerne ihre Tasche abnehmen“. Alishia fuhr mit dem Kopf herum. Nun konnte sie sich nicht mehr beherrschen. „Nichts für ungut, so schwer ist sie nicht und ich wäre ihnen dankbar wenn sie mich jetzt einfach nur in Ruhe lassen würden.“ „Entschuldigung ich wollte nur freundlich sein.“ „Das sind sie, keine Frage – aber jetzt möchte ich gerne jemanden begrüßen den ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Ich möchte einfach ungestört sein.“ Puuuhhh das war für Alishia´s Verhältnisse schon sehr gut. Sie hatte tatsächlich ihre Meinung frei und offen gesagt.
Der Zug hielt. Die Türen öffneten sich – sie betrat den Bahnsteig, machte 4 Schritte nach vorne, legte ihre Tasche ab und blieb stehen. Auf einmal hörte sie ein Kreischen und Schreien. „Alishia, Alishia mein Gott du bist hier. Wie habe ich dich vermisst. Alishia ich kann es nicht glauben.“ Jane kam auf sie zugestürmt – im Schlepptau einen jungen Mann. „Mein Gott Süße wie siehst du nur aus. Nein bist du mager und dein Gesicht – oh mein Gott meine liebe Freundin was ist nur passiert?“ Jane konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. Alishia fiel ihr um den Hals und weinte hemmungslos. Mit erstickender Stimme sagte sie: „Ich habe gedacht wir sehen uns nie wieder. Ich bin so froh das ich hier bin – ich bin so froh das ich es gemacht habe. Es ging einfach nicht mehr. Er weiß nichts gar nichts, er hat geschlafen. Ich habe mich nicht verabschiedet, er weiß nichts.“ Jane drückte Alishia ganz fest an sich. „Es ist in Ordnung so, glaube mir anders wäre es nicht gegangen. Wir fahren jetzt erst einmal zu uns – dann sehen wir weiter. Howard nimmst Du Alishia´s Tasche bitte. Ach Mensch sorry – Howard kennst du doch noch oder? Howard, Alishia – Alishia, Howard. Alishia gab Howard die Hand schaute ihn aber nicht an. Ein leises hello, mehr brachte sie nicht raus. Plötzlich schämte sie sich. Nicht vor Jane aber vor dem jungen Mann. Sie hatte ihn damals zwar kennen gelernt. Aber bis zu Jane´s Umzug hatte sie ihn vielleicht 5 oder 6 mal gesehen. Was dachte der jetzt bloß.
Jane bemerkte das Alishia etwas bedrückte. „Keine Sorge meine liebe, Howard weiß Bescheid. Es ist kein Problem – er hat sofort ja gesagt und es wäre keine Frage dir zu helfen. Er weiß um unsere Freundschaft. Er hat alles organisiert.“ Jetzt wäre Alishia am liebsten im Erdboden versunken. Sie sah so schlimm aus – verheult –verhauen – was dachte Howard wohl über sie. Dann hatte er auch noch alles organisiert – wie kam er dazu – er kennt mich nicht einmal. Die Fahrt über wurde kein Wort gesprochen. Alishia hing ihren Gedanken nach. Was würde Thomas jetzt wohl gerade tun? Wahrscheinlich ist er verrückt vor Sorge. Schnell versuchte sie diesen Gedanken wegzuwischen. Es soll mich einfach nicht interessieren versuchte sie sich einzureden. Die Fahrt dauerte etwas 45 Minuten. Sie fuhren durch sehr grüne Gegenden einen kleinen Waldweg entlang und dann standen sie plötzlich vor einen großen Tor. Howard zog eine kleine Fernbedienung aus dem Handschuhfach und das Tor öffnete sich. Dahinter stand ein wunderschönes kleines aber feines Häuschen. „Herzlich willkommen in unserem zu Hause Alishia.“ Jane schien sichtlich stolz. „Komm mit rein ich zeige dir alles.“ Schnell ging sie vor und öffnete die Tür. Zuerst zeigte sie Alishia die unteren Räume und dann gingen sie nach oben. „Also wenn du möchtest kannst du hier oben ein Zimmer haben, oder aber du ziehst erst einmal in unser kleines Poolhäuschen ein. Das ist auch komplett eingerichtet. Nicht das wir dich hier im Haus nicht haben möchten, aber dort wärest du ganz ungestört.“ Alishia schaute Jane mit großen Augen an. „Ich dachte eigentlich ich gehe in ein Hotel – das Geld dafür habe ich – für eine Weile zumindest.“ „ Blödsinn, in ein Hotel, du bleibst natürlich hier – das Geld kannst du doch sparen – wir haben genug Platz. Komm ich zeige dir mal das Häuschen.“ Howard war inzwischen auch rein gekommen und sie begegneten ihm im Flur. Alishia schaute ihn wieder nicht direkt an – doch sah sie wie er lächelte und Jane zustimmend zu nickte.
Jane sprudelte über vor Freude ihre Freundin bei sich zu haben und hörte überhaupt nicht auf zu plappern. Sie bemerkte nicht das Alishia immer stiller und trauriger wurde. Im Häuschen angekommen schrie Alishia auf einmal: „Jane was habe ich nur getan? Thomas wird verrückt sein vor Sorge. Er wird mich überall suchen. Mein Gott was habe ich nur getan.“ Sie weinte so bitterlich das sie sich einfach auf den Boden fallen lies. Jane setzte sich zur ihr nahm sie in Arm und streichelte ihr über den Kopf. „Meine liebe ruh dich hier erst einmal aus. Du hast so viel mitgemacht du ärmste. Er hat es so verdient und glaube mir er wird schneller als es uns lieb ist herausfinden wo du steckst. Ich weiß wie sehr du ihn liebst aber er war nicht gut zu dir. Habe mich eh gewundert das es so lange gedauert hat, bis du dich endlich losreißen konntest.“ Alishia beruhigte sich langsam wieder. „Du denkst es ist richtig was ich getan haben – ganz ehrlich?“ „ Ja das denke ich. Du hattest nur diese Möglichkeit sonst wärst du vor die Hunde gegangen. Ich lasse dich jetzt erst einmal alleine. Jane stand auf drehte sich um und bemerkte Howard der in der Tür stand. Schnell gab sie ihm ein Zeichen zu verschwinden. Er stellte Alishia´s Tasche in den Flur und ging. „Also wir werden so gegen 21.00 Uhr Abendbrot essen. Wir würden uns freuen wenn du uns Gesellschaft leisten würdest. Du hast allerdings auch alles was du brauchst hier – wenn du nicht kommst und erst einmal alleine sein möchtest sind wir dir nicht böse.“ Alishia stand jetzt auch auf. „Ich werde kommen – bin ja hier um dich zu sehen. Bis später.“
Jane ging zurück zum Haupthaus. Howard saß bei einer Tasse Kaffee in der Küche. „Das wird aber ein hartes Stück Arbeit. Sie ist ja total fertig. Was hat dieser Kerl denn nur mit ihr gemacht. Ihr Gesicht sieht aus als hätte er es als Punchingball benutzt. Wenn der mir mal in die Finger kommt, der kann was erleben.“ Howard war richtig wütend – Jane hatte ihn selten so erlebt.
Thomas hatte nachdem er wach geworden war nach Alishia gerufen. Eigentlich kam sie dann immer direkt mit einer Aspirin und ein Glas Wasser gelaufen. Aber nichts tat sich. Verärgert hiefte er sich aus dem Bett. Wo ist dieses Weib denn nur, wahrscheinlich in der Badewanne. Er ging Zimmer für Zimmer durch aber nichts. Keine Nachricht auf dem Küchentisch der Schlüssel hing am Brett. Wo war sie denn? Sofort ging er zum Telefon um ein paar Leute anzurufen wo sie wohl stecken könnte. Er konnte jetzt noch nicht ahnen wie weit sie von ihm weg war. Aber sicher war er würde alles tun um sie wieder zu bekommen.
Zum Abendessen hatte Alishia sich umgezogen. Jetzt stand sie vor dem Spiegel und war mehr als unzufrieden. Nein ich sehe so scheußlich aus. Aber da sie eben auch so aussah konnte es ja jetzt egal sein. Howard und Jane hatten sie ja so empfangen und würden jetzt nicht erschrecken wenn sie, sie widersahen. Also ging sie rüber zum Haupthaus durch den wunderschönen Garten. Die frische Luft tat ihr sichtlich gut – sie atmete tief durch. Angekommen klopfte sie ganz höflich an der Tür. „Komm herein du brauchst doch nicht klopfen. Wir haben auf dich gewartet und noch nicht angefangen.“ Howard schob ihr einen Stuhl zurecht und Alishia nahm Platz. „Danke, ihr seit so lieb zu mir. Ich möchte euch keine Umstände machen. Ihr sollt euren Tag so abhalten wie ihr es immer tut. Und so bald ich Arbeit habe suche ich mir eine kleine Wohnung.“ Jane und Howard schauten sich erstaunt an. „Immer langsam, jetzt bist du erst einmal hier. Laß es langsam angehen. Wir haben genügend Platz und ich glaube du musst erst einmal etwas Zeit für dich haben. Wegen uns nur keine Eile.“ Bei diesen Worten schaute Howard so freundlich wie es nur irgendwie möglich war.
„Das war wirklich super lecker. Du kannst es immer noch Jane. Ich liebe Dein Essen über alles. Soll ich dir schnell beim Abwasch helfen?“ „Ja dann können wir ein bisschen quatschen dabei. Howard machst du schon mal eine Flasche Wein auf? Den können wir gleich wohl alle vertragen.“ Howard wusste das er jetzt die beiden alleine lassen sollte, was kein Problem für ihn war. Jane nahm die Sachen vom Tisch und fing an zu spülen. Alishia trocknete ab. Plötzlich fiel ihr ein Teller auf den Boden. Alishia schrie laut auf. „Oh mein Gott, es tut mir leid entschuldige, ich bezahle den natürlich. Ich kaufe gleich morgen einen neuen.“ Jane stand da mit Tränen in den Augen. Bei den Worten kniete Alishia auf dem Boden und hielt sich die Hände über den Kopf. Von dem Schrei aufgeschreckt kam Howard eilig in die Küche gelaufen und rief etwas lauter was denn passiert wäre. Alishia erschrak so sehr das sie sofort in eine Ecke der Küche krabbelte und den Kopf auf ihre Knie drückte und die Hände über den Kopf hielt. Dauernd schrie sie „Das nächste mal passe ich auf ich verspreche es.“ Jane weinte nun hemmungslos. Oh nein meine arme Freundin was ist nur aus ihr geworden. Wegen so einem blöden Teller. Was hat Thomas nur aus ihr gemacht. Howard stand hilflos im Türrahmen und wusste nicht was er machen sollte. Sollte er zu ihr gehen oder lieber nicht. Er entschloss sich es lieber zu lassen. Jane ging zu Alishia und versicherte ihr das es doch nur ein blöder Teller ist. Keine schlimme Sache und sie solle doch bitte aufstehen. Jane beendete das Spülen alleine und Alishia saß derweilen am Küchentisch. Sie beruhigte sich aber immer mehr. „So geschafft, jetzt setzen wir uns gemütlich hin und trinken was, komm.“ Alishia lief hinter Jane her ins Wohnzimmer. Howard saß auf der Couch mit einem Buch in der Hand. „Na ihr Süßen ein Gläschen gefällig. Es ist ein weißer sehr lieblich.“ „ Hmmm, Weißwein und lieblich den mag ich super gerne.“ Alishia trank sehr gerne Wein und dann auch noch ihren Lieblingswein das war zu viel des guten.
An diesem Abend wurden aus der einen Flasche dann doch fast 3. Sie erzählten bis in den frühen Morgen. Howard wollte sich eigentlich gleich nach dem ersten Glas verabschieden, doch Alishia bestand darauf das er blieb. Sie war der Meinung wenn sie schon in seinem Haus lebte sollte er auch alles wissen. Ob Jane es ihm nun später erzählte oder er es direkt hier und jetzt von ihr hörte, was spielte das für eine Rolle. Jane und Howard waren bestürzt und traurig. Sie schauten sich immer wieder verständnislos an diesem Abend an. Konnten kaum glauben was Alishia da alles erzählte. Sie dachten teilweise das es aus einem Kinofilm sein muß. Aber leider war es ein wahres Leben – nämlich das von der Frau die da auf ihrer Couch saß. Jane war betroffen und wütend zugleich. Sie ärgerte sich nie etwas getan zu haben, die Freundin in der ganzen Zeit nicht besucht zu haben. Egal wie sehr Thomas auch dagegen gewesen war – sie hätte einfach hinfahren sollen. Das es schlimm war wusste sie von kurzen Telefonaten – aber das es so schlimm war – konnte sie sich in schlimmsten Albträumen nicht vorstellen. Alishia erklärte ihr sie habe ihr bei den kurzen Telefonaten nie alles erzählen wollen – weil Jane doch so ein schönes Leben hat – und sie wollte sie nicht beunruhigen. Gegen 5 Uhr konnten alle drei fast kein Auge mehr aufhalten und waren sich einig das es Zeit zum schlafen ist. Alishia ging in ihr Häuschen und getragen von einem kleinen Schwips ging sie zu Bett. Sie schlief sehr rasch ein. Ihre Träume in dieser Nacht waren wirr und beängstigend. Immer wieder schrie sie laut auf oder weinte sogar im Schlaf. Wie gut das sie hier in dem Häuschen war. Sie wusste zwar nicht wie unruhig und laut sie schlief – aber hätte sie die Nacht im Haus verbracht – hätten Howard und Jane wahrscheinlich kein Auge zugemacht.
Thomas der inzwischen nicht untätig war hatte herausgefunden das Alishia mit England telefoniert hatte. Seit 8 Uhr heute morgen rief er diese Nummer immer wieder an – aber es meldete sich niemand. Das war allerdings auch kein Wunder – denn die drei schliefen immer noch tief und fest. Alishia machte das erste mal gegen 12 Uhr die Augen auf. Sie war klatschnaß geschwitzt. Erst einmal schnell unter die Dusche. Jane war schon seit einer halben Stunde wach – wenn man das so nennen konnte. Aufgestützt auf ihren Händen, mit einer Tasse Kaffe vor der Nase, saß sie in der Küche. Frühstück dachte sie, ja ich mache jetzt mal Frühstück. Schnell war der Tisch gedeckt. Nun nahm sie den Hörer in die Hand und wählte die Nummer vom Poolhäuschen. Alishia zuckte zusammen als das Telefon klingelte. „Ja.“ Sagte sie ganz zaghaft. „Guten Morgen. Lust auf Kaffe und Toast? Hier ist schon alles fertig – wir können zusammen frühstücken.“ „Ich ziehe mir schnell was an dann komme ich rüber. Bis gleich Jane.“ Gerade hatte Jane aufgelegt klingelte das Telefon. „Donald.“ „Gib mir mal meine Frau aber sofort.“ Jane erschrak und zuckte zusammen. So schnell hatte sie Thomas seinen Anruf nicht erwartet. „Hallo Thomas, wie geht es Dir? Deine Frau wieso deine Frau.“ „ Jetzt tu mal nicht so scheinheilig – wo außer bei dir sollte sie wohl sein.“ „Na hier jedenfalls nicht, habe schon ewig nichts mehr von ihr gehört.“ Howard betrat jetzt die Küche. „Also ich weiß ja nicht was los ist, aber bei uns ist Alishia nicht. Vielleicht ist sie nur mal einkaufen gegangen.“ Howard rollte die Augen. Keine gute Geschichte. Jane zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Seit gestern Nacht oder was?“ Herrschte Thomas Jane an. „Tja tut mir leid ich kann dir wirklich nicht helfen.“ Howard machte Jane nun klar das sie das Gespräch dringend beenden musste weil Alishia schon durch das Fenster zu sehen war. „Also Thomas nichts für ungut aber wir haben hier jetzt zu tun. Bestell Alishia doch bitte liebe Grüße von mir – sie wird bestimmt nur was besorgen sein.“ Schnell legte Jane auf. „Guten Morgen ihr lieben. Gut geschlafen? Ich habe geschlafen wie eine Tote – sehr gut. Ihr seht allerdings nicht sehr frisch aus. Ich bestimmt auch nicht, aber ist ja auch egal – ich sehe zur Zeit eh nicht frisch aus.“ Alle setzten sich an den Tisch und mümelten eigentlich widerwillig an ihrem Toast. Den richtigen Appetit hatte keiner. In diese Stille am Tisch klingelte jetzt wieder das Telefon hinein. Howard stand auf und ging ran. „Donald.“ Sofort wurde er angeherrscht. „Also erzähl du mir jetzt nicht auch so einen Blödsinn ich weiß …. „Sie haben sich wohl verwählt hier ist Donald – ja kein Problem – tschüss.“ Jane guckte Howard besorgt an. Der schüttelte nur mit dem Kopf und deutete auf Alishia. Ja klar sie sollte nicht wissen das Thomas hier heute schon anruft. Alishia sagte kein Wort saß nur da und schaute auf ihr Toast. Beiße ich rein oder nicht. Eigentlich war ihr nicht nach essen. „Ein Toast wenigstens Alishia – bist eh schon dürr genug. Werde dich mit meinen Kochkünsten erst einmal aufpäppeln. Und am Wochenende ganz besonders. Hoffe du bist einverstanden Alishia. Wir haben für dieses Wochenende ein paar Freunde eingeladen – ist schon länger geplant – wir wollen ein bisschen grillen. Ich möchte es ungerne absagen ist immer sehr lustig.“ „Nein, wegen mir. Ich habe ja gestern Abend schon gesagt, macht wie immer – nehmt bitte keine Rücksicht auf mich. Ich möchte hier nichts durcheinander bringen.“ Ja sehr schön dann machen wir das so.“ Howard schien erleichtert das Alishia so reagierte. Sie kann sich ja auch zurückziehen wenn es ihr zu viel ist.
An diesem Tag sollte das Telefon nicht lange stillstehen. Andauernd klingelte es. Howard ging immer wieder ran – aber nur um gleich wieder aufzulegen. Er wusste ja genau wer dran war – oder auch nicht. Auf den Gedanken das jemand anderes ihn erreichen wollte kam er bei diesem Streß nicht. Bis sein Handy klingelte. „Mensch Howard, Gary hier, willst du nicht mehr mit mir sprechen? Ich rufe jetzt schon zum fünften mal an. Wieso legst du immer wieder auf`?“ „Oh, Gary sorry das ist ne lange Geschichte geht jetzt nicht mal eben so – klären wir am Samstag – du kommst doch oder?“ „Ja klar deswegen rufe ich an – soll ich noch was besorgen?“ „Nein wir haben schon alles da. Doch warte mal – der Wein ist uns gestern ausgegangen – bring doch bitte ein paar Flaschen von deinem guten Weißen mit.“ Was habt ihr denn gestern gemacht?“ „Alishia die Freundin von Jane ist zu Besuch – wir haben gestern Abend ein bisschen Widersehen gefeiert.“ Howard konnte sich ein grinsen nicht verkneifen – Jane ging es nämlich heute gar nicht gut. Man durfte sie nicht zu laut ansprechen. „Also abgemacht Gary? Ach und wenn was ist ruf im Moment lieber auf Handy an.“ „Ja abgemacht, also bis Samstag. Handy? Na ja wenn es sein muß – ist aber ganz schön teuer. Aber wenn du es so willst – mach ich mal eine Ausnahme. Also bis Samstag.“ „ Ja bis dahin.“
Die nächsten zwei Tage waren sehr anstrengend. Alishia war eine sehr hübsche Frau fand Howard. Dunkle lange Haare, dunkelblaue Augen, groß und schlank im Moment eigentlich eher ein bisschen unterernährt. Aber leider ohne jedes Selbstvertrauen. Sie war schüchtern, zuckte bei jeder falschen oder schnellen Bewegung von ihm zusammen. Howard schmerzte das sehr. Außerdem merkte er wie untergeben sie war. Er steuerte dagegen aber es funktionierte nicht. Sie wollte ihm alles Recht machen, ja fast schon zu Recht. Bloß keinen Ärger keine Konflikte – das mied sie wo sie nur konnte. Das war ein Zeichen dafür wie sehr Thomas sie gequält haben muß. Einen Nachmittag als Howard und Jane im Garten saßen hörten sie Alishia laut schreien. Jane wusste das sie sich ein bisschen hinlegen wollte. Jane ging rüber zum Häuschen und schaute durch das Fenster des Wohnzimmers. Alishia lag auf der Couch und schlief. Sie hatte Albträume. Jane war den Tränen nahe. Howard konnte sie kaum beruhigen. Ihm war es unangenehm das sie glaubte er könnte sie schlagen. Das würde er niemals tun. Doch bei Alishia saß es so tief – wenn jemand die Hand hob dachte sie, sie bekommt eine geschallert. Hinzu kam noch der Telefonterror aus Deutschland. Abends im Bett waren sie sich einig, dass es bestimmt nicht mehr lange dauern würde, bis Thomas hier aufkreuzen würde. Was sie dann tun würden wussten sie beide noch nicht. Ehrlich gesagt wollten sie aber auch nicht darüber nachdenken.
Endlich war Samstag. Die Party sollte heute steigen. Abwechslung für alle. Alle konnten das gebrauchen. Sowohl Alishia als auch Jane und Howard. Jane musste ehrlich zugeben das sie es sich so nicht vorgestellt hatte. Ihre Freundin war ein Wrack. Ein nervöses, ängstliches Bündel – es war anstrengender als sie zugeben wollte. Die Party kam genau richtig. Um 18 Uhr sollte es losgehen. Es war noch einiges zu tun. Der Garten sollte mit Laternen und Lichterketten geschmückt werden. Die Tische schön dekoriert werden. Alishia bot sich dafür an. „Das macht so viel Spaß alles schön herzurichten – bitte lasst mich das machen.“ Jane sagte natürlich nicht nein. Musik wurde schon laufen gelassen und fröhlich, ja wirklich fröhlich machte sich Alishia ans Werk. Sie sang und tanzte um die Tische – es war eine Freude ihr zuzugucken. „Sag mal Jane – wie viel Leute kommen eigentlich?“ „ Ja wenn denn alle kommen werden wir so zehn sein. Jason, Mark mit Frau, Gary dann noch John, Carmen und vielleicht kommt auch Jonathan. Alishia merkte wohl das Jane den Namen Jonathan sehr betonte – sie ignorierte es aber. „Eine kleine Runde. Sind wirklich sehr gute Freunde von uns. Im Sommer machen wir dann öfter mal so ne Grillparty. Mal hier mal da und heute halt bei uns. Ist immer super lustig.“ Alishia schaute fröhlich durch die Gegend – lustig ja das ist toll – das brauche ich mal wieder. Sie konnte jetzt noch nicht ahnen das dieser Abend ihr mehr bringen sollte.
Howard stand am Grill und Jane traf die letzten Vorbereitungen als es klingelte. „Alishia bist du so lieb und machst mal auf.“ Alishia schaute Jane erstaunt an. „Nee, laß mal die kennen mich doch gar nicht. Ich kann doch nicht.“ „Die wissen das wir eine Freundin zu Besuch haben – bitte ich muß hier noch was machen.“ Widerwillig ging Alishia zur Tür. „Hallo einen schönen guten Abend.“ „Hallo Jason ist mein Name. Du musst Alishia sein.“ „Ja hallo. Komm doch bitte rein.“ Alishia war sichtlich überfordert. „Geh doch gleich durch in den Garten – den Weg kennst du ja bestimmt.“ „Klar danke.“ Alishia hatte ihm nicht einmal die Hand zur Begrüßung gereicht – wie unhöflich dachte sie jetzt. „Hallo Jason altes Haus komm her.“ Howard nahm seinen Freund sehr herzlich in die Arme. Und schon der nächste. Alishia schaute zu Jane doch sie rührte sich nicht. Wieder ging sie zur Tür. „Hallo.“ Hallo, Mark und Emma, du bist Alishia richtig?“ „Ja.“ „Du bist eine Freundin von Jane – eine sehr gute.“ „Ja das bin ich – kommt doch bitte durch.“ Alishia wollte jetzt nicht mehr. Im Garten wieder angekommen ging sie zu Jane. „Du hör mal das geht so nicht – ich kann doch nicht die Leute hier empfangen als wenn ich hier wohne.“ „ Wieso du wohnst doch hier.“ „Ja aber ich bin doch nicht die Gastgeberin.“ Alishia wollte sich einfach von dieser Aufgabe befreien – es war ihr unangenehm. „O.K. dann sei so lieb und mach hier mal die Begrüßungsgetränke fertig. Es hat schon wieder geläutet.“ Jane verschwand. „Nein das gibt es doch nicht – gleich 3 auf einmal. Habt ihr euch verabredet. Kommt rein schön das ihr seit.“ Zurück im Garten hatte Jane John, Carmen und Jonathan im Schlepptau. „Jetzt fehlt nur noch Gary – aber das kennen wir ja nicht anders. Darf ich vorstellen, John, Carmen und Jonathan – das ist Alishia.“ Alishia schaute kaum hoch und quetschte sich ein leises hallo raus. „Hey Du bist die Freundin aus Deutschland – schön dich kennen zulernen. Ich bin Jonathan.“ Alishia schaute jetzt hoch. Och ein netter Kerl dachte sie. Sieht nicht schlecht aus. „Ja hallo freue mich dich kennen zulernen. Hallo Carmen und John freut mich ebenfalls.“ „Hallo Alishia – freut uns auch.“
„Aha soll ich ihn noch ein bisschen zappeln lassen? Wer nicht kommt zur rechten Zeit…. Und schon verschwand Jane in Richtung Tür. „Mr. Barlow wie immer die Pünktlichkeit in Person.“ „Hi Jane tut mir leid hatte noch ein wichtiges Telefonat. Wo geht’s hier zur Party?“ „Komm schon du kennst dich doch bestens aus. Immer der Nase nach – Howard grillt schon fleißig.“
Alishia stand immer noch alleine hinter dem Tisch und füllte die Gläser. Sie ließ sich wohl absichtlich Zeit. Alle anderen standen hier und da und quatschen ziemlich durcheinander. Jonathan blieb in der Nähe von Alishia stehen – sie bemerkte das wohl aber sie war Meisterin im ignorieren. „So jetzt sind wir komplett. Mr. ich komme grundsätzlich zu spät ist auch da. Gary darf ich vorstellen Alishia, Alishia das ist Gary.“ Alishia schaute nur kurz auf und sagte leise hallo. Gary reichte ihr die Hand und sagte auch hallo aber Alishia gab ihre Hand nicht hin. Gary war ein wenig erstaunt aber machte keine Sache daraus. „Von dir habe ich schon so viel gehört. Jane hat viel von dir gesprochen. Ihr seit ja schon ewig Freundinnen.“ Alishia schaute nun erstaunt hoch. Was wusste er von ihr? Warum hat Jane ihm was erzählt und vor allem was. „Kann ich schon mal so ein Gläschen haben?“ Alishia rührte sich nicht. „Entschuldige.“ „Oh ja wie bitte?“ „Na ich hätte gerne so ein Gläschen..“ „Ja natürlich nimm dir bitte.“ Alishia fühlte sich sehr unwohl. Jonathan stand immer noch da und glotze sie unentwegt an – hatte sie das Gefühl. Dieser Gary schien sie mehr zu kennen als sie sich selber. Sie war sauer. „Entschuldige mich mal bitte einen Moment.“ „Kein Problem.“ Gary wandte sich Jonathan zu und redete mit ihm.
„Jane hast du mal ne Minute?“ „Klar was ist denn?“ Alishia zog sie am Arm zur Seite. „Du hör mal mir ist das hier zu viel, ich glaube ich ziehe mich lieber zurück.“ Jane schaute sie erstaunt an. „Du hast mit so viel Freude hier heute alles geschmückt, du warst so fröhlich. Was ist denn auf einmal los?“ Alishia biß sich auf die Lippen. „Was hast du Gary von mir erzählt ? Weiß er irgendwas?“ „Nein natürlich nicht. Er weiß nur was wir für gute Freundinnen sind und ein paar Geschichten von früher. Was wir so angestellt haben, mehr nicht. Nichts von Deiner Ehe – das erzähle ich doch nicht jedem.“ Alishia sah sichtlich erleichtert aus. „Und das soll auch so bleiben – nach der Begrüßung dachte ich schon der weiß alles von mir.“ „Bleibst du denn jetzt?“ „ Ja ich denke ja.“ Jane wandte sich wieder den anderen zu. Alishia ging zurück zum Tisch. Jonathan stand immer noch da wo er vorher stand. Gary war inzwischen zu den anderen verschwunden. „Ich nehme mir dann auch mal ein Glas.“ Jonathan schaute Alishia dabei an doch sie erwiderte es nicht. „Seit wann bist du hier?“ Alishia schaute jetzt hoch und sagte knapp seit 4 Tagen. Jetzt nahm sie sich auch ein Glas und leerte es in einem Zug. Jonathan sah sie erstaunt an. „Das musste jetzt sein – sorry.“ „Kein Problem – ich kann dich verstehen. Kennst keinen und das lockert ein bisschen auf.“ Dummschwätzer dachte Alishia – soll mich doch einfach in Ruhe lassen der Kerl.
„So wir können essen. Howard unser Meistergriller hat wieder köstliches gezaubert – lasst es euch schmecken.“ Alle kamen zum Tisch – auch Alishia. Erst jetzt bemerkte sie das Jane Tischkarten aufgestellt hatte. Sie saß neben Jonathan. Oh Mann wie toll Sitzordnung was soll das denn. Viel lieber hätte sie neben Jane oder Howard gesessen.. Es war ein reges treiben am Tisch. Alle quatschten hier und da und durcheinander. Nur Alishia saß ganz still da und aß kaum was. Jonathan entging das natürlich nicht. „Keinen Appetit?“ Alishia versuchte es zu ignorieren – war aber nicht sehr höflich und außerdem unmöglich. „Nein nicht wirklich - ist sehr lecker – aber zur Zeit habe ich nicht so den Hunger.“ Schon bereute sie den Satz gesagt zu haben. „Wieso ist was nicht in Ordnung bei Dir?“ Selber Schuld blöde Kuh – was erzählste denn da auch. „Doch, doch hatte mir nur den Magen verdorben. Was falsches gegessen die Tage – nicht weiter tragisch.“ Sie merkte wie sie rot wurde. Lügen das konnte sie gar nicht gut. „Alishia gibt’s du mir mal bitte die Soße?“ Keine Reaktion. „Alishia – kannst du bitte mal die Soße.“ Diesmal war Gary seine Bitte etwas lauter. Alishia zuckte sofort zusammen. Jane schaute besorgt auf. „Ja sicher – entschuldige bitte – ich habe wohl geträumt – passiert nicht noch mal.“ „Hey nur die Ruhe kein Problem.“ Gary schaute verwundert zu Howard rüber. Howard schüttelte nur den Kopf – so als ob er sagen wolle – ich erkläre es dir später. Emma schaute verwundert zu Jane. Dann schaute sie Mark an, der nur lächelnd mit den Achseln zuckte. Jane wusste nicht was sie machen sollte. Es war wohl doch keine gute Idee Alishia an dem Abend teilhaben zu lassen. Vielleicht war es doch noch zu früh für sie. Jane war böse mit sich selber. Sie hatte sie dazu gedrängt – obwohl sie erst so kurz hier war. Vielleicht brauchte sie noch mehr Abstand. Jonathan quatschte in einer Tour auf Alishia ein. Was er beruflich macht, das er Single ist, ein tolles Auto fährt usw. Alishia hörte ihm nur halb zu. Als alle gut gegessen hatten – verteilten sich wieder alle im Garten. Die Musik wurde etwas lauter aufgedreht und die meisten fingen an zu tanzen. Außer Alishia, Gary und Jonathan. „Würdest du gerne tanzen?“ Alishia tanzte für ihr Leben gerne. Er ging ihr zwar ein bisschen auf den Wecker aber da konnte sie nicht neien sagen. „Ja sehr gerne Jonathan.“ So verschwand sie mit ihm auf die „Tanzfläche“. Gary blieb alleine am Tisch zurück. Alishia sah sehr gut aus an diesem Abend. Sie hatte ein rotes langes Sommerkleid an. Ihr Haar trug sie offen. Ja ein bisschen viel Schminke vielleicht – aber hier und da musste noch etwas verdeckt werden. Ihr entging nicht das sie beim Tanzen beobachtet wurde. Jonathan konnte sehr gut tanzen er führte sie einwandfrei. „Na Gary alles soweit klar bei Dir?“ „Ja danke Howard – das Essen ein Gedicht. Sag mal seit wann ist sie hier bei euch?“ Gary deutete mit dem Kopf zu Alishia. „Seit Mittwoch. Jane ist so glücklich – die beiden haben sich lange nicht gesehen.“ „Sie ist sehr hübsch – aber irgendwas ist komisch mit ihr.“ Gary schaute Howard fragend an. „Was denn komisch? Sie kennt euch alle nicht – vielleicht deswegen. Sie ist sehr schüchtern und zurückhaltend.“ Howard versuchte so lapidar wie nur möglich zu reden – wusste er doch genau das es wohl einen anderen Grund gab. Aber er konnte und durfte natürlich nicht darüber reden. „Meinst du sie tanzt auch mal mit mir?“ „Mit dir – du willst freiwillig tanzen? Na dann versuch dein Glück – sie tanzt wohl sehr gerne.“ Alishia spürte genau das es bei Howard und Gary wohl um sie ging. Sie tanzte sehr ausgelassen und es machte ihr sichtlich Spaß. Jonathan zog sie näher an sich heran. Der Wein machte doch ziemlich locker. Doch Alishia schob ihn gleich drauf wieder zurück. „Laß das bitte – das mag ich nicht so gerne.“ „Wir können aufhören wenn du möchtest.“ „Ja eine kleine Pause ist nicht schlecht. Ich trinke mal was.“ Alishia schob direkt rüber zu Jane. „Haben wir noch von dem leckeren Wein?“ Alishia strahlte Jane an. „Hey geht’s dir gut?“ „ Ja sehr gut – ich habe getanzt – ich trinke leckeren Wein – was will ich mehr. Hast du dir eigentlich was mit diesem Jonathan ausgemacht – der rückt mir ganz schön auf die Pelle.“ „Alishia wie kommst du denn darauf. Nachdem was du hinter dir hast – verkupple ich dich doch nicht gleich wieder. Aber ich glaube der steht wirklich auf dich. Jonathan der ist ein Draufgänger.“ „Na das ist ja genau das was ich jetzt gebrauchen kann. Also haben wir noch von dem Wein?“ „Da musst du mal zu Gary – der hat ihn mitgebracht.“ „Gary ist der blonde Typ da drüben – oder? Der mit Howard quatscht.“ „Ja genau. Der ist ein ganz lieber – ein sehr guter Freund von Howard – fast so wie wir beide.“
Alishia schob sich in Richtung Tisch. Das geradeaus laufen fiel ihr schon ein bisschen schwer. „Hallo du bist Gary? Entschuldigt das ich euch störe – aber Jane meinte du bist der Weinlieferant – ich hätte gerne noch ein bisschen – der ist wirklich lecker.“ Howard schaute zu Jane doch sie quatschte gerade mit Jason! Also machte er sich auf den Weg zu ihr. „Ja ich bin der Weinlieferant und ich habe noch was im Auto. Ich wäre bereit noch eine Flasche zu holen – wenn du einmal mit mir tanzen würdest.“ Alishia traute ihren Ohren nicht. Tanzen und dann Wein. Was glaubte der denn wer er war. Na sie wollte es aber auch nicht zu streng sehen. „Also gut – einen Tanz und dann trinken wir zusammen ein Glas Wein. Du magst doch auch Wein oder?“ Was habe ich da jetzt gesagt – Alishia traute ihren eigenen Ohren nicht. Dann trinken wir zusammen – bin ich verrückt – ihn auch noch einzuladen. Ihr Kopf schwirrte schon reichlich. Gary stand auf nahm sie an der Hand und ging mit ihr ein Stück vom Tisch weg. Gerade fing ein langsames Lied an. „Ähm wollen wir nicht warten bis was tanzbareres kommt?“ Alishia wollte schon wieder in Richtung Tisch – aber Gary hielt sie fest. „Für mich reicht das – ich bin nicht so der Tänzer – wenn es dir nichts ausmacht.“ Alishia wollte eigentlich nicht - aber Zicke wollte sie auch nicht sein. Also blieb sie und tanzte. Auch jetzt wurde sie wieder beobachtet und merkte es sehr genau. Jonathan hatte sie im Visier. Allerdings hatten auch noch zwei andere sie im Visier. Howard war zu Jane rüber um ihr klar zu machen das Alishia schon einen kleinen sitzen hatte. Jane meinte es wäre nicht so schlimm – Alishia würde sich amüsieren und das wäre wichtig. Außerdem hatte auch Howard bemerkt das Jonathan sehr interessiert war. Jonathan war zwar ein Freund – aber trotzdem nicht das Richtige für Alishia. Nach Thomas brauchte sie jetzt bestimmt nicht so einen Aufreißer. Da waren sich Jane und Howard allerdings einig. Jason, John, Carmen und Mark und Emma waren so vertieft in ihre Gespräche – sie bekamen von alle dem überhaupt nichts mit. Gary zog Alishia fest an sich heran – er merkte wohl das sie ziemlich wackelig auf den Beinen war. Alishia ging sofort in Abwehrhaltung und trat zurück. „Du brauchst ein bisschen Halt glaube ich“ – sagte Gary. „Nein geht schon mir ist nur ein bisschen schwummerich – lass uns lieber aufhören“. Alishia drehte sich auf dem Absatz um und ging zum Tisch. Jonathan saß da und starrte sie an. „Ein Glas Wein noch für dich“ – sagte er fast beschwörend. „Ja gerne der ist wirklich sehr gut – ein gutes Tröpfchen.“ Jane beobachtete Alishia ganz genau. Sollte sie sich einmischen und dem Ganzen eine Ende machen. Nein sie wollte ihre Freundin nicht vorführen – aber andererseits hatte sie Angst das Alishia´s Stimmung irgendwann umschlagen würde. Also ging sie rüber zum Tisch. Jonathan redete in einer Tour und Alishia schaute ihn mit dem Kinn auf beide Hände gestützt mit großen Augen an. Sie hörte ihm wahrscheinlich nicht zu – aber er merkte es wohl überhaupt nicht. Gary beobachtete einfach nur und genoß seinen Wein. „Alishia ist alles in Ordnung?“ Jane setzte sich neben sie. „Ja danke fein, ein sehr schöner Abend ich habe so viel Spaß wie schon lange nicht mehr.“ „Alle Männer hier sind so wahnsinnig nett und höflich – womit habe ich das verdient? Ich bin noch nicht einmal der Dreck unter den Nägeln wert.“ Jane wusste jetzt war Punkt erreicht wo sie eingreifen musste. „Alishia ich denke er wäre gut wenn du dich hinlegen würdest – du hast für heute Abend genug.“ Alishia sprang von ihrem Stuhl auf, sie konnte sich kaum gerade halten. „Ach das hatte ich ja schon so lange nicht mehr, dass mir jemand sagt wann ich genug habe. Ich dachte die Zeiten wären hier für mich vorbei. Da hätte ich auch zu Hause in meinem Gefängnis bleiben können.“ Jonathan und auch Gary sahen sie erstaunt an. Jonathan stand auf und verkrümelte sich zu den anderen. Der Aufreißer hatte keine Lust auf Stress. „Gary – bist du der Meinung das ich genug habe? Ist dir meine Gesellschaft auch zuviel?“ Jane sah Gary mit großen Augen an und nickte. „Na ich denke eine kleine Pause wäre nicht schlecht. Du hast heute Abend sehr wenig gegessen – darum wirkt der Wein so gut bei dir. Aber letztendlich du bist alt genug – du weiß wohl selber wann es reicht.“ Jane sah ihn enttäuscht an. „Ha, siehst du Jane ich bin alt genug ich weiß selber wann es reicht – bin doch kein Baby mehr.“ „Alishia ich meine es nicht böse – ich möchte nur nicht das es dir schlecht geht. Magst du einen Kaffe trinken Gary?“ „ Ja gerne das ist eine gute Idee.“ „Für dich auch einen Alishia?“ Jane hoffte auf ein ja und bekam es auch – puh geschafft. Schnell eilte sie in die Küche und brühte Kaffe auf. Die Stimmung bei den anderen war sehr ausgelassen. Jason und Carmen tanzten, und die anderen erzählten sich Witze. Gary und Alishia saßen stumm am Tisch. Gary sah Alishia an und bemerkte wohl ihre Blessuren im Gesicht – trotz der vielen Schminke. Ihm war klar das sie nur so stark geschminkt war um sie eigentlich zu verstecken. Jane kam mit dem Kaffe heraus. „So ihr beiden hier einen extra starken für euch.“ Gary schnappte sich beide Tassen und reichte eine Alishia. „Danke den kann ich jetzt glaube doch sehr gut gebrauchen, prost..“ Sie lachte herzlich und nahm einen Schluck. „Du musst denken ich bin voll die Zicke. Lernst mich leider nicht von meiner Schokoladenseite kennen – die würde dir schmecken.“ Wieder lachte sie lauthals los und nahm einen großen Schluck Kaffe. „So für heute Abend habe ich mich lächerlich genug gemacht – ich gehe jetzt lieber.“ Alishia stand auf. In diesem Augenblick fuhr Gary hoch. „Nein.“ Alishia zuckte sofort wieder zusammen. Von ihrer Leichtigkeit und Selbstbewusstsein das sie eben noch zu haben schien war nichts mehr zu erkennen. Verschüchtert und ängstlich schaute sie Gary an. „Es tut mir leid ich wollte dich nicht erschrecken.“ „Schon gut bin etwas nervös ich gehe jetzt. Danke für den Wein und den Tanz – ich wünsche dir eine gute Nacht. Ich gehe jetzt in mein Häuschen – und wieder lachte sie – diesmal aber etwas leiser. „Du wohnst im Poolhaus – nicht wahr?“ „Ja.“ „Ich würde dich gerne begleiten wenn ich darf?“ „Na den Weg schaffe ich wohl so gerade noch alleine – danke.“ „Als Stütze bin ich bestens geeignet – vertrau mir.“ „Ich kann dich wohl nicht abschütteln – also gut.“ Gary bot seinen Arm zum einhaken an und Alishia machte tatsächlich Gebrauch davon – ihr war schwindelig. „Gute Nacht alle zusammen einen schönen Abend noch. Der junge Mann begleitet mich auf meinem weiten Weg, dass ich nicht ausversehen weg gefangen werde.“ Wieder lachte sie. Jane schaute sie beide erstaunt an. Hatte Gary ein Auge auf Alishia geworfen. Er hatte sich den ganzen Abend dezent zurückgehalten – man merkte ihm so schnell nichts an. Aber anscheinend mochte er sie. Jonathan sah den beiden etwas enttäuscht hinterher. Er verabschiedete sich gleich und wünschte noch einen schönen Abend. „Typisch wenn es nicht so läuft mit einer Frau – dann haut er ab. Warum hast du ihn eingeladen?“ Howard konnte seine Wut nicht verbergen. „Entschuldige bitte mal die Party war geplant bevor Alishia zu uns gekommen ist. Er kann ja nicht wissen was mit ihr los ist Aber auch wenn Alishia unter anderen Umständen hier wäre – Jonathan wäre ganz bestimmt nicht ihr Typ und der Richtige sowieso nicht.“ Jane hatte vorher eigentlich anders gedacht – wollte das aber jetzt natürlich nicht zugeben. Sie wandte sich den anderen wieder zu und setzte die lustige Raterunde fort. Gary und Alishia waren am Häuschen angekommen. Sie standen vor der Tür. „Vielen Dank edler Ritter das ihr mich vor Wegelagerer und bösen Buben beschützt habt. Ich wünsche eine gute Nacht.“ Alishia konnte sich ein grinsen nicht verkneifen. „Ich wünsche Dir auch eine gute Nacht und ich würde mich sehr freuen wenn wir uns einmal wieder sehen würden.“ „Na das denke ich doch – bin noch eine Weile hier und du und Howard seit ja ziemlich gut befreundet. Du wirst ihn zwischendurch sicher mal besuchen dann sehen wir uns auch.“ Gary ging einen Schritt auf Alishia zu. Er merkte aber sogleich das sie zurückwich. Eigentlich hätte er sie gerne geküsst aber das Signal war deutlich – sie wollte nicht. Ob sie ihn nicht mochte dachte er in diesem Moment nicht – vielmehr dachte er – was war dieser Frau nur zugestoßen. „Na dann also eine gute Nacht.“ Gary drehte sich um und ging. Alishia ging sofort ins Haus, schloß die Tür hinter sich, ließ sich auf den Boden fallen und weinte herzzerreißend. Gary hörte es im fortgehen drehte sich aber nicht um.
Als er zu den anderen zurückkam saßen nur noch Jason, Mark, Emma, Howard und Jane zusammen. Sie hatten es sich am Tisch gemütlich gemacht. „Also wollen wir? – sagte Mark. „Jason, wir setzen dich ab kein Problem.“ „ Ja das ist nett, super – danke.“ Mark, Emma, und Jason bedankten sich für den netten Abend und Jane brachte sie noch zum Auto. Gary nutze die Gelegenheit jetzt wo er mit Howard alleine war. „Sie ist wirklich eine hübsche Frau Howard. Sie gefällt mir. Ein bisschen schüchtern vielleicht – aber das ist ja nicht von Nachteil.“ Howard sah Gary erstaunt an. Seine Beziehung ist vor gut 6 Monaten in die Brüche gegangen – Howard glaubte er würde noch daran kauen – aber er schien sich zu irren. „Ja sie ist eine hübsche Frau und eine ganz liebe. Jane hat mir so viel von ihr erzählt. Sie ist überglücklich das sie es endlich mal geschafft uns zu besuchen.“ Howard wurde fast rot – weil er war nicht gut im lügen. „Gary du hast schon reichlich heute Abend getrunken – ich glaube das Bett oben im Gästezimmer passt heute Nacht ganz gut.“ Jane kam gerade an den Tisch. „Du fährst heute Abend auf keinen Fall mehr Auto – du schläfst hier – ist doch klar.“ Gary gab sich geschlagen – ein nein hätten die beiden sowieso nicht akzeptiert. „Ich würde euch gerne etwas fragen. Was ist mit Alishia los? Was ist ihr passiert?“ Jane zuckte zusammen und sah Gary angestrengt an. „Nun, ich glaube es steht uns nicht zu darüber mit dir zu sprechen. Es ist sehr privat.“ Jane sah Hilfe suchend Howard an. „Schon gut ich werde nicht weiter bohren. Aber mir sind schon ihre blauen Flecken und die Wunde am Kopf aufgefallen. Mir ist auch nicht entgangen wie ängstlich sie reagiert wenn jemand lauter spricht oder eine schnelle Handbewegung macht. Ich denke ich weiß was los ist.“ „Magst du sie?“ Jane kniff sich auf die Lippen. „Nun ich habe sie heute das erste mal gesehen. Ich finde sie ist eine attraktive Frau. Ich würde sie gerne näher kennen lernen – aber dazu wüsste ich gerne ob meine Bemühungen sich lohnen würden. Ihr wisst selber mir ging es die letzten 6 Monate nicht sehr gut. Als ich sie heute hier gesehen habe wusste ich sofort – diese Frau möchte ich kennen lernen.“ Jane und Howard schauten sich erstaunt an. Gary hatte sich das letzte halbe Jahr sehr hängen lassen. Er hatte kaum Freude an irgendetwas und nun das. Und ausgerechnet Alishia.. Howard und Jane war klar das sie ihm was erzählen müssen – es musste ja nicht gleich alles sein. Gary hörte fassungslos zu. Seine Kommentare zwischendurch waren nicht sehr freundlich. Wie konnte man einem Menschen dem man ewige Liebe geschworen hatte so etwas antun – ihm fehlten die Worte. Howard und Jane sahen das Gary diese Geschichte sichtlich mitnahm. Jane war sich sicher dass Gary nun einen Rückzieher machen würde. Sein Leben war selber kompliziert genug gewesen – er würde sich auf so etwas jetzt bestimmt nicht einlassen wollen. Da lag Jane völlig falsch – wie sie bald merken sollte. Es war schon 4 Uhr morgens als die drei endlich im Bett verschwanden.
„Der Wein war wirklich gut – ich habe keinen dicken Schädel.“ Mit einem geöffneten Auge linste Alishia zur Uhr. „Oh Mann schon 12 Uhr – jetzt aber schnell.“ Eilig hüfte sie unter die Dusche – trocknete sich ab – warf sich ihren Bademantel über – und lieft schnell zum Haupthaus. „Oh Mann - morgen Jane.“ „Psst“ – Jane legte ihren Zeigefinger auf die Lippen und zeigte dann nach oben. „Oh ja entschuldige Howard schläft noch – ich wollte nur sagen ich habe mich gestern wie ein Idiot aufgeführt. Dieser Gary ist wohl ein sehr guter Freund von euch. Es tut mir so leid.“ Sie hatte wohl etwas viel getrunken – erinnerte sich aber leider nur zu gut daran was alles geschehen war. „Ja und …. Guten morgen Gary.“ Jane wollte eigentlich mitteilen das Gary auch noch schläft aber da stand er schon in der Tür. „Alishia drehte sich um und sagte ein leises guten Morgen. Gary sah sie heute ohne die viele Schminke, er musste sich Mühe geben nicht zu zeigen wie erschrocken er war. „Guten Morgen ihr beiden. Gut geschlafen? Ich habe hervorragend geschlafen. Vielen Dank Jane – war eine gute Idee nicht mehr nach Hause zu fahren. Darf ich mir einen Kaffee nehmen?“ Alishia wäre am liebsten im Erdboden versunken. Wo war das Mauseloch in das sie kriechen konnte. Stand hier mit nassen Haaren, im Bademantel – sie hatte noch nicht einmal einen Slip an. Schnell setzte sie sich auf einen Stuhl. „Klar greif zu – ein Toast dazu?“ Jane stand auf und warf zwei Toast in den Toaster. „Gerne ich habe einen riesen Hunger.“ „Alishia wie sieht es mit Dir aus?“ „Ja gerne Jane danke.“ Alishia versuchte ihr Gesicht mit ihren Händen zu verdecken, indem sie sich auf sie stütze. Gary merkte wohl das es ihr unangenehm war – das er sie so sah. Trotzdem versuchte er ein Gespräch anzufangen. „Gestern gut nach Hause gekommen?“ „Ja ein edler Ritter hatte mich begleitet – bin unbeschadet heim gekommen.“ Gary musste lachen. „Der edle Ritter hat ein stolzes Ross vor der Tür stehen und würde dich gerne einladen. Ich würde sehr gerne mit dir ein bisschen rum fahren und dir die Gegend zeigen. Hast du Lust?“ Alishia schaute ihn erstaunt an. Sah er nicht wie sie aussah. Es schien ihn nicht zu stören. Warum tat er das? Wusste er Bescheid? Jane schaute neugierig zu Alishia rüber – sie konnte die Spannung kaum ertragen. Nun sag schon ja dachte sie. „Nun ich würde mich gerne ein bisschen standesgemäßer anziehen – wenn es gestattet ist. Der Bademantel ist nicht sehr kleidsam..“ „Kein Problem ich warte gerne.“ Alishia stand auf und ging eilig durch den Garten zum Poolhaus. „Gary bist du sicher das du das willst? Ich meine du hast eine schwere Zeit hinter dir – mit ihr wird es nicht leicht.“ Das Telefon unterbrach Jane. „Donald“. Am anderen Ende war Thomas. Sofort schrie er wie verrückt in das Telefon. Sie sollte ihr keine Märchen mehr erzählen – er wüsste das Alishia bei ihnen wäre – und es wäre nur eine Frage der Zeit bis er sie zurückholen würde. Ehe Jane irgendetwas sagen konnte legte er auf. „Jane alles in Ordnung – du bist auf einmal ganz blass. Schlechte Nachrichten?“ Jane musste sich erst einmal setzten. „Guten Morgen – alle schon wach?“ Howard ging zu Jane küsste sie auf die Stirn und nahm sich eine Tasse Kaffee. „Oh lecker Toast – da klau ich mir doch gleich mal einen.“ Erst jetzt bemerkte er das es Jane offenbar nicht gut ging. „Du hast doch gestern so gut wie nix getrunken – siehst ganz schön blass aus – ist dir was nicht bekommen?“ Jane sah ihn mit Tränen in den Augen an. „Was ist denn los Süße?“ „Thomas das war Thomas gerade am Telefon. Er sagt er kommt sie holen – es wäre nur noch eine Frage der Zeit. Was machen wir denn jetzt?“ Howard musste sich erst einmal setzen. „Wo ist Alishia?“ „Sie zieht sich gerade an – Gary hat sie zu einer Besichtigungstour eingeladen.“ Howard schaute Gary erstaunt an. „Bist du dir sicher Gary? Es wird nicht einfach mit ihr sie…. Gary unterbrach Howard. „Ich weiß Jane hat es auch schon gesagt. Ich bin mir sicher – ich weiß was ich tue.“ „Du hast die Geschichte von gestern noch im Kopf – oder?“ Howard sagte dies fast ermahnend. „Ja und es ist o.k. für mich. Ich habe nur eine Beziehung verloren – sie hat fast ihr Leben verloren. Ich denke ich kann damit umgehen. Wir sind beide verletzt worden – das passt doch prima zusammen. Sie wird vorsichtig sein und ich auch.“ Howard nickte ihn zustimmend an. „Wir haben jetzt ein ganz anderes Problem – wenn Thomas hier auftaucht geschieht ein Unglück.“ Howard sah sehr besorgt in die Runde. „Ist das der Grund warum Handy angesagt ist – weil der Typ hier dauernd anruft.“ „Ja so ist es“ – sagte Howard sichtlich genervt. „Psst sie kommt – andres Thema“. „Hallo Howard guten Morgen.“ „Wow guten Morgen Alishia – sehr schick.“ Howard schaute Alishia fast entzückt an. Sie hatte sich ein rosa langes Leinenkleid angezogen. Ihre Haare waren lose hochgesteckt – hier und da fiel eine Strähne runter. Sie hatte Schminke aufgelegt – aber sehr dezent im Gegensatz zu gestern Abend. Sie sah umwerfend aus. „Danke“ – sagte Alishia sehr freundlich und nahm sich einen Kaffee. „Jane du bist ja ganz blass – ist dir nicht gut? Hast doch gestern kaum was getrunken.“ Jane sah sie so fröhlich es nur ging an. „Ich weiß auch nicht – mein Magen macht mir heute morgen Probleme – weiß nicht woran es liegt.“ Alishia setzte sich an den Tisch. „Was wollen … das Telefon unterbrach Alishia. Jane zuckte zusammen – nein nicht jetzt. „Donald.“ Howard war zum Telefon gegangen. „Sie haben sich verwählt hier ist Donald ja – nicht Ronald. Kein Problem – auf Wiederhören.“ Jane wusste genau was das zu bedeuten hatte. „So wollen wir?“ Gary stand auf und sah Alishia fragend an. „Ja ich bin bereit – wir können.“ „Ich wünsche euch einen schönen Tag und viel Spaß.“ „Danke Jane werden wir haben“, antwortete Gary für beide. Nun waren Jane und Howard alleine. „Klar was das eben Thomas. Du hast es gemerkt oder?“ „Ja, deine Stimme und dieses verwählt. Wie oft haben wir das die letzten Tage gesagt. Was machen wir nur Howard – was sollen wir machen?“
Die Wochen vergingen für Alishia wie im Flug. Jeden Tag kam Gary sie abholen und unternahm etwas mit ihr. Ein schönes Essen hier, ein Besuch im Zoo, ein Waldspaziergang und ein Besuch im Kino. Sie verstand zwar nur die Hälfte aber sie fand es toll. In Köln war sie lange nicht mehr im Kino gewesen geschweige spazieren gegangen. Die meiste Zeit hatte sie dort in ihrer Wohnung verbracht. Gary war sehr aufmerksam. Er war witzig, charmant und brachte sie zum lachen. Das hatte ihr lange Zeit gefehlt. Sie war so glücklich wie noch nie. Sie dachte keine Minute an ihr altes Leben. Gary war sehr charmant und unglaublich aufmerksam. Außerdem bewahrte er Abstand zu ihr. Ja sie hackte sich bei ihm ein wenn sie spazieren gingen, aber bei jeder Verabschiedung gab er ihr nur die Hand. Zu keiner Zeit versuchte er sie zu küssen oder anders zu berühren. Auch wenn sie ganz nah nebeneinander standen und z.B. die Fische im Aquarium bestaunten. Klar hätte er es gerne versucht – aber er wusste was sie die letzten Jahre mitgemacht hat. Ihm war klar das es wahrscheinlich sehr lange dauern würde bis sie ihm vertrauen würde – und sich ihm öffnen würde. Für ihn war es aber kein Problem. Bis zu dem Abend als er sie das erste mal gesehen hatte – kreisten seine Gedanken um seine verflossene. Er hatte sie an einen anderen verloren. Nicht gerade so dramatisch wie Alishia ihre Beziehung – aber der Schmerz saß auch bei ihm tief. Jeder erzählte von seinem Leben – Alishia ließ allerdings den schlimmen von ihrem weg. Gary erzählte ihr von seiner Zeit in einer Band und das er nun Songschreiber sei. Alishia wusste von Jane so einiges – sie war sich aber nicht wirklich im Klaren darüber mit wem sie es zu tun hatte.
Jane und Howard bekamen Alishia nur noch selten zu Gesicht. Meist waren sie schon am schlafen wenn sie nach Hause kam. Alishia wusste nicht welche Sorgen sich die beiden machten. Sie hatte keine Ahnung dass Thomas plante sie nach Deutschland zurückzuholen. Genauso planten Jane und Howard aber das zu verhindern. Eine Idee hatten sie schon. Sie mochten aber im Moment nicht damit an Alishia herantreten. Sie freuten sich so sehr darüber wie glücklich sie im Moment war – sie wollten und konnten das im Moment nicht kaputtmachen. Allerdings war ihnen auch klar dass die Zeit lief. Hatte Thomas vor sie zu entführen oder wollte er tatsächlich vor sie treten und sie bitten wieder nach Hause zu kommen? Wie auch immer sie mussten beides verhindern. Der Plan stand musste nur noch mitgeteilt werden. Gary war allerdings nicht gerade unmaßgeblich in diesen Plan einbezogen. Ob er wohl zustimmen würde? Wäre Alishia einverstanden. Sie hofften es so sehr.
„Es war wirklich wieder ein toller Tag – ich danke dir. Ich war lange nicht mehr so glücklich und befreit. Du tust mir sehr gut.“ Alishia wurde ein bisschen rot. Gary schaute ihr tief in die Augen. Er wusste genau was er wollte – er würde sie jetzt so gerne küssen. Seit 3 Wochen hielt er es jetzt durch – er konnte einfach nicht mehr. Er schob sich langsam an sie heran. Alishia wich zurück. „Gary ich ….ich muss dir was sagen. Ich kann das nicht. Ich bin noch nicht soweit. Ich … du bist wirklich so lieb zu mir und …. du musst mir glauben ich mag dich sehr aber.“ Alishia brachte es nicht heraus. Es war ihr peinlich und unangenehm. Mein Mann hat mich jahrelang misshandelt und vergewaltigt, ging ihr durch den Kopf. Toll er würde wahrscheinlich sofort die Flucht ergreifen. Sie mochte ihn sehr – ob es Liebe ist konnte sie noch nicht sagen. Sie fühlte sich wohl mit ihm – trotzdem sperrte sich alles in ihr – als er jetzt versuchte sie zu küssen. Er war sehr geduldig das wusste sie – wie lange noch - das wusste sie nicht. Trotzdem konnte sie sich nicht überwinden. „Gary ich glaube du weißt das es mir nicht gut ergangen ist. Du hast mein Gesicht an dem Morgen ungeschminkt gesehen. Ich denke du kannst dir denken warum es so ausgesehen hat. Ich würde dir gerne mehr sagen – aber es geht nicht. Nur so viel – ich war in der Hölle und bin jetzt im Paradies.“ Alishia´s Augen füllten sich mit Tränen. „Alishia ich muss dir auch was sagen. Ich weiß was du erlebt hast. An dem Abend, die Grillparty Jane und Howard haben mir alles erzählt. Ich habe ihnen mein Interesse an dir gesagt und sie waren der Meinung das ich wissen muss was mit dir geschehen ist. Und soll ich dir was sagen – mir ist es egal. Ich liebe dich – und ich habe alle Zeit der Welt. Meine Beziehung ist vor 6 Monaten zu Ende gegangen. Meine Frau hat einen anderen kennen gelernt. Bis zu dem Abend auf der Party habe ich gelitten wie ein Tier – aber als ich dich sah war alles wie weg geflogen. Klar habe ich gesehen dass du Verletzungen am Körper und Gesicht hast. Vielleicht ein Unfall. Die Vorstellung dass dir das angetan wurde war für mich undenkbar. Wenn man jemanden liebt kann man so etwas nicht tun. Mir war aber schnell klar dass es so sein musste, deine Ängstlichkeit und Schreckhaftigkeit – alles deutete darauf hin. Als Jane und Howard mir dann erzählten was du, die letzten Jahr erlebt hast – konnte ich es kaum glauben. Ich liebe dich – das musst du mir bitte glauben – ich meine es ernst.“ Alishia konnte kaum noch ihre Tränen zurückhalten. Er wusste die ganze Zeit was passiert war. Nein das konnte nicht sein. Jane und Howard hatten versprochen zu keinem ein Wort zu sagen. Sie ist meine beste Freundin sie hat es versprochen. „Gary es tut mir leid – ich kann nicht mehr. Ich muss mich mal setzen.“ Alishia schloss ihre Tür auf und ging hinein. Die Tür ließ sie offen stehen. Gary war sich unsicher – sollte er hinterher oder lieber gehen. Er entschloss sich rein zu gehen. Alishia saß bereits auf der Couch. Den Kopf auf ihren Knien saß sie da und weinte ganz leise. Sie war so maßlos enttäuscht. Es war als wenn sie nackt vor Gary stehen würde. Er wusste die schlimmsten Dinge von ihr ohne dass sie eine Ahnung hatte. „Alishia es tut mir leid. Vielleicht hätte ich es dir eher sagen sollen. Für mich spielt das alles keine Rolle. Die Zukunft ist wichtig – die Vergangenheit interessiert mich nicht.“ Gary flehte sie förmlich an. Alishia schaute nicht auf. Sie schämte sich unendlich. „Gary ich kann jetzt nicht – ich …. du solltest jetzt … ich weiß auch nicht.“ Sie war sich nicht sicher was sie eigentlich wollte. War es wirklich so wichtig was passiert war. Er sagt für ihn spielt es keine Rolle – dann sollte es für mich auch keine spielen. Er ist verheiratet – wusste ich bisher auch noch nicht. Warum hat er das verschwiegen – obwohl er meine Geschichte genau kennt. Gary setzte sich neben Alishia auf die Couch. Vorsichtig legte er seinen Arm um sie. „Alishia, du bist eine attraktive hübsche Frau, du hast mir den Kopf verdreht – ich möchte dich nicht verlieren.“ Gary zog Alishia zu sich. Alishia legte ihren Kopf auf seine Brust. Sie hörte sein Herz schlagen – ganz schnell. Langsam griff er ihr unter ihr Kinn und hob ihren Kopf hoch. Ihre Nasen berührten sich fast. „Alishia ich möchte dich gerne küssen.“ Alishia zog ihren Kopf nicht weg, auch schaute sie nicht zur Seite. Das war das Zeichen dachte Gary. Ganz langsam legte er seine Lippen auf ihre. Sie zuckte kurz zusammen. Sie schloss ihre Augen nicht. Sanft streichelte Gary ihren Kopf und nahm ihn in beide Hände. „Lass dich einfach fallen – ich werde dir nicht wehtun – das verspreche ich dir.“ Alishia spürte ein kribbeln in ihrem Bauch was sie schon lange nicht mehr gespürt hatte. Gary war so zärtlich so vorsichtig wie er konnte. Ganz langsam schob er seine Zunge in ihren Mund – sie wehrte sich nicht. Darauf hatte er lange gewartet und er genoss es sichtlich und auch hörbar. Ganz leise stöhnte er auf . Alishia zuckte zusammen. „Es ist o.k. Alishia, keine Sorge.“ „Gary ich glaube ich liebe dich auch - aber meine Vergangenheit ist noch nicht abgeschlossen.“ Und schon küssten sie sich wieder – diesmal ein bisschen heftiger als vorher. Alishia setzte sich nun auf seinen Schoß. Sie schaute ihm tief in die Augen. „Willst du wirklich diesen Weg mit mir gehen? Es wird ein langer Weg – ein langer Weg zu unserem Glück.“ Gary tat so als würde er überlegen. „Ja ich gehe diesen Weg mit dir. Wir werden das schaffen.“ Gary setzte an und wollte Alishia unter die Bluse fassen. Das war allerdings doch wohl ein bisschen zu überstürzt. Alishia sprang sofort von ihm herunter und setzte sich neben ihn. Mit tränenerstickter Stimme sagte sie: „Sei mir nicht böse aber das kann ich jetzt noch nicht. Wenn dir das wichtig ist dann solltest du jetzt gehen.“ Alishia war sich sicher das jetzt was passieren würde. Sie kannte es nicht anders. Thomas hat in so einem Moment einen Ausraster ohne Ende bekommen. Er hat sich genommen was er wollte. Wie, wo und wann immer er wollte. Ob sie wollte war ihm immer gleichgültig. Vorsichtshalber ging sie schon einmal in Deckung. Gary sprang von der Couch auf. Höchste Alarmstufe für Alishia. Sie zog die Beine hoch schlang ihre Arme darum und kauerte jetzt wie ein Häufchen Elend auf der Couch – sie zitterte am ganzen Körper. „Alishia nein, nein was tust du? Ich kann warten das habe ich dir gesagt. Tut mir leid – ich wollte das nicht – du glaubst mir jetzt bestimmt nicht. Denkst alle Männer sind gleich. Klar wenn ich ehrlich bin – ich würde jetzt gerne mit dir schlafen – und wie gerne. Aber ich würde dich nie zu etwas zwingen was du nicht willst und schon gar nicht mit Gewalt. Wir Männer sind wirklich nicht alle gleich – auch wenn du es nicht anders kennen gelernt hast. Und noch etwas du hast und hattest zu keiner Zeit Schuld daran was dir passiert ist. Er ist das Schwein.“ Alishia schaute Gary erstaunt an. Noch nie hatte sie einen Mann so sprechen hören. Die Freunde von Thomas waren alle Aufreißer und sahen Frauen nur als Objekte mit denen man seinen Spaß hat. Die Skatabende waren immer fürchterlich für sie gewesen. Haben alle gesoffen und blöde Sprüche gemacht. Anzüglich Bemerkungen – und wie toll Thomas es mir heute Abend bestimmt noch besorgen würde. Was er wirklich tat wusste keiner von denen. Vielleicht hätten sie entsetzt darauf reagiert – Alishia war sich aber eigentlich sicher das er Beifall dafür geerntet hätte. „Ich möchte dir glauben Gary – ja ich möchte. Ich liebe dich, ja ich liebe dich wirklich. Ich weiß ich bin nicht einfach aber ich glaube ich kann es schaffen. Ich nehme mir die Zeit die du mir anbietest und ich verspreche dir es wir nicht ewig dauern.“ Gary lachte laut auf – sprang zu Alishia riss sie hoch von der Couch und fing an mit ihr zu tanzen. „Ich bin der glücklichste Mann auf der Welt – ich bin ein Glückspilz.“ Er nahm sie hoch und drehte sich mit ihr auf dem Arm einmal um die eigene Achse. Jetzt lachte auch Alishia aus vollem Halse.
Das klopfen an der Tür unterbrach die beiden ganz gemein. Alishia ging zur Tür und öffnete sie. Howard und Jane standen da und schauten sie mit großen Augen an. „Wir müssen wirklich sehr dringend mit dir sprechen.“ „Jetzt, muss das sein? Was ist denn los das es nicht bis morgen Zeit hat? Gary ist gerade hier – wir haben was zu feiern“ Jane und Howard schoben sich jetzt einfach durch die Tür. Alishia schaute beide sehr böse an. „Was gibt es denn so wichtiges – nun sagt schon.“ Gespannt schauten Gary und Alishia die beiden an. „Du musst hier verschwinden Alishia.“ Howard sagte das sehr ernst. „Ich weiß ich hatte gesagt ich suche mir eine Wohnung. Ich will euch nicht zur Last fallen – ich hätte mich schon längst kümmern müssen – es tut mir leid.“ Alishia verfiel wieder in diese unterwürfige Art. Gary missfiel das sehr. „Was soll das denn – soll sie gleich ausziehen – wie könnt ihr nur.“ Gary war wirklich sauer. Aufgeregt ging er im Zimmer auf und ab, die Arme in seine Hüften gestützt und schüttelte den Kopf. Alishia war in Tränen aufgelöst und kauerte auf der Couch. „Oh mein Gott nein, Alishia Süße.“ Jane setzte sich zur ihr. „So meinen wir das doch nicht. Du musst hier weg weil… Barbara hat angerufen, Thomas ist auf dem Weg hierher. Stille, unheimliche Stille im Raum. Alishia saß starr auf der Couch. Gary blieb sofort stehen und schaute von einem zum anderen. Alishia schrie auf einmal wie am Spieß sie schien fast in Ohnmacht zu fallen. Sie zitterte und schrie immer wieder, nein, nein das kann nicht sein, er wird mich umbringen – er wird mich zurückholen wollen und ich werde nein sagen. Er wird mich umbringen. Jane, Howard und Gary waren wie gelähmt. Sie starrten alle drei auf Alishia. „Alishia bitte beruhige dich doch. Wir lassen das nicht zu – du brauchst keine Angst zu haben – wir sind doch hier.“ Jane war den Tränen nahe. Es tat ihr so weh. Die letzten Wochen war Alishia so glücklich ja so fröhlich. In einer Minute hatten sie das alles zerstört. Sie saß da wie an dem Tag als sie angekommen war – wie ein Häufchen Elend. „Wir haben einen Plan – vorausgesetzt Gary stimmt zu.“ Gary setzte sich neben Alishia auf die Couch. „Dann lasst mal hören – ich stimme allem was vernünftig ist zu.“
Jane und Howard fingen an zu erzählen was sie vorhatten. Das Gary nicht nein sagen würde wusste Howard eigentlich jetzt schon. Alishia dazu zu bewegen dürfte schwieriger werden. Sie hatte sich hier in dem Haus ihren Freiraum von allem eingerichtet. Sie kam und ging wie es ihr passte und genoss das sehr. Für sie würde der Plan eingesperrt sein bedeuten – für wie lange wusste keiner zu sagen. Sie teilten ihnen also mit das es, das Beste wäre Alishia würde mit zu Gary gehen. Sie hielten auch nicht damit hinter den Berg was dies für Alishia bedeuten würde. Gary war natürlich sofort einverstanden und fand dass dies eine brillante Idee wäre. Er fragte sich warum er nicht schon viel eher darauf gekommen ist. Das Thomas früher oder später auftauchen würde war klar. Glück war jetzt nur das eine gute Freundin so lieb war Jane und Howard zu warnen. Er hätte auch schon jederzeit vorher einfach vor der Tür stehen können. Alle schauten jetzt erwartungsvoll Alishia an. „Das würde bedeuten ich wäre auf unbestimmte eingesperrt. Ich dürfte das Haus nicht verlassen – so ist es doch – oder?“ Jane wand sich aber es nützte nichts. „Ja so wäre es – bis Thomas aufgibt und wieder nach Deutschland verschwindet. Wir wissen er kann sehr hartnäckig sein – aber schließlich hat er ja auch Verpflichtungen. Ich denke es kann sich nur um ein paar Tage handeln. Bitte überleg es dir nicht zu lange. Ich denke schon im Laufe des morgigen Tages wird er hier auftauchen – und du weißt wie ausdauernd er ist. Es wäre wirklich besser, wenn er sich davon überzeugen könnte – das du nicht hier bist. Er kann von mir aus überall nachsehen – wenn du weg bist.“ Alishia schaute von einem zum anderen. Tränen liefen ihr über die Wangen. „Ich kann nicht, ich will nicht. Ich war 5 Jahre eingesperrt ich werde ihm gegenüber treten und ihm sagen das Schluss ist. Ich lass mich nicht mehr von ihm quälen und einschüchtern – ich habe keine Angst mehr vor ihm. Ihr seit doch da – er wird es nicht wagen.“ Die Worte kamen leider nicht sehr überzeugend über ihre Lippen. „Ich werde…. ich will, verdammt ja ich gehe mit Gary mit.“ Erleichtert schauten alle 3 Alishia an. „Dann lass uns schnell deine Sachen packen damit ihr gleich los könnt. Alishia es tut mir so leid dich so zu sehen. Ich hasse diesen Kerl über alles – was er meiner besten Freundin angetan hat das kann ich nie begreifen.“ Jane standen die Tränen in den Augen. Howard strich ihr sanft über den Arm und drückte sie sogleich ganz fest. Schnell waren Alishia´s Sachen gepackt. Howard beseitigte gleichzeitig alle Hinweise dass hier in letzter Zeit jemand gewohnt haben könnte. Ungefähr 2 Stunden später war alles erledigt. Alishia stand mit ihrer Tasche in der Mitte des Wohnzimmers. Blass, dünn und hilflos sah sie aus – fand Jane. Jane musste sich sehr zusammenreißen um nicht wieder in Tränen auszubrechen. „Ich weiß nicht wie ich euch jemals für das alles danken kann. Ich werde es wieder gutmachen ich verspreche es euch.“ Alishia ging auf Howard zu. Sie nahm ihn in den Arm und drückte ihn so fest dass er fast schon keine Luft mehr bekam. Sie hat Kraft – das wunderte ihn sehr. Dann ging sie zu Jane. Die Tränen waren einfach nicht aufzuhalten. Beide fielen sich in die Arme. „Meine Süße paß gut auf dich auf. Wir sehen uns bald wieder. Ich habe dich unendlich lieb.“ Alishia konnte nicht los lassen. Gary trat an beide heran. „Alishia wir müssen jetzt los. Komm bitte es wird Zeit.“ Sanft nahm er einen Arm und zog ganz leicht daran. Alishia drehte sich zu ihm um und fiel ihm um den Hals und weinte bitterlich. „Das ist keine Zukunft für uns oder? Das kann nicht gut gehen. Du wirst es mit mir nicht aushalten – das ist einfach zu viel. Für jeden Mann wäre das zu viel.“ Gary stand nur da und sagte nichts. Er hielt sie einfach nur fest und strich ihr immer wieder über den Kopf. Alishia weinte jetzt herzzerreißend. Sogar Howard standen Tränen in den Augen. Er war eigentlich ein taffer Kerl aber selbst für ihn war das zu viel.
Ohne ein Wort zu sprechen fuhren Alishia und Gary zu Gary´s Haus. Dort angekommen zeigte Gary ihr erst einmal alles. Obwohl sie sich seit drei Wochen jeden Tag sahen war Alishia noch nie hier gewesen. Sie bestand immer darauf zu ihr zu fahren – das gab ihr Sicherheit. Gary zeigte Alishia ihr Zimmer und vergewisserte sich bestimmt ein dutzend mal ob es ihr so recht wäre. Alishia nickte einfach nur. Alishia packte erst einmal ihre Sachen aus. Gary meinte damit sie heute Nacht einigermaßen gut schlafen könne, schlägt er vor noch ein Glas Wein zusammen zu trinken. Er wartete jetzt schon gut eine halbe Stunde im Wohnzimmer auf sie. Gerade als er aufstehen wollte und nachsehen was denn los ist, stand sie in der Tür. „Du hast es sehr schön hier. Frage mich warum ich mir das so lange habe entgehen lassen. Hast du schon ohne mich getrunken?“ Gary winkte sie zur Couch herüber. „Setz dich – ich würde niemals ohne dich trinken – nur einen ganz kleinen Schluck.“ Alishia musste lächeln. „Ich weiß nicht wie ich es sagen soll?“ Alishia ließ sich tief in das Sofa sinken. „Du machst hier wirklich eine Menge für mich. Eigentlich bin ich doch eine Fremde für dich. Obwohl du weißt ja wahrscheinlich mehr als ich mir denken kann.“ Alishia schaute fragend zu Gary. „Was haben sie dir erzählt – Jane und Howard?“ Gary war auf einmal sichtlich angespannt. „Nun ja das es dir in deiner Ehe nicht sehr gut ergangen ist.“ Gary schaute Alishia nicht an. „Nur diesen einen Satz bis morgens um 4 Uhr – das kann doch nicht sein.“ Alishia leerte ihr Glas in einem Zug. „Ich denke es ist an der Zeit ….“ Gary unterbrach sie rasch. „Es ist nicht nötig, du brauchst mir dein Vertrauen nicht zu beweisen.“ „Doch lass mich bitte – du sollst wissen – und zwar von mir – auf was du dich hier einlässt.“ Alishia fing an zu erzählen, sehr ausführlich, sie ließ wirklich nichts aus. Sie fing an das es zuerst eine sehr gute Ehe war. Thomas war ihre große Liebe – er war der Ritter in der goldenen Rüstung. Nach ungefähr einem Jahr änderte sich dies schlagartig. Sie erinnerte sich noch ganz genau als er sie das erste mal geschlagen hatte. Wegen einer Bagatelle. Beim Staub wischen war ihr ein Flügel von seinen geliebten Modellflugzeugen abgebrochen. Sie sagte es ihm nicht – nahm sich Sekundenkleber und dachte fein das merkt er nicht. Aber er hatte es bemerkt. Sie weiß heute nicht ob er so sauer war weil es passiert war oder weil sie es ihm nicht gesagt hatte. Er kam damals mit dem Flugzeug in der Hand ins Zimmer, stellte sich vor sie, und gab ihr eine saftige Ohrfeige. Ihre Wange brannte wie Feuer. Er drehte sich einfach um und ging. Alishia war diejenige die damals zu Thomas ging und ihn um Verzeihung bat – eigentlich hätte es umgekehrt sein müssen. Niemand, aber auch niemand hat das Recht zu so etwas. Damit fing der Horror an. Warum er es immer wieder tat weiß sie bis heute nicht. Als es schlimmer wurde, so das es sichtbar war bei Alishia, schwor er immer wieder das er sie liebe und es ihm unendlich leid tat. Es war schon bald so schlimm das Alishia manchmal für Tage nicht aus der Wohnung gehen konnte. Gary rutschte unruhig auf der Couch hin und her. Es war ihm sichtlich unangenehm. Alishia trank jetzt ihr drittes Glas Wein in einem Zug leer. Sie ging ins Detail. Sie erzählte das Thomas sich wann immer und wo immer nahm was er wollte. Er bestimmte wie es sein sollte, wie lange. Manchmal hat er sie stundenlang misshandelt – besonders wenn er angetrunken nach Hause gekommen ist. Wenn es nicht so lief wie er es sich vorgestellt hatte schlug er sie zwischendurch immer wieder und befahl ihr es besser zu machen. Gary konnte nicht mehr. „Alishia es reicht. Ich kann nicht mehr. Es tut mir sehr weh das alles zu hören. Ich liebe dich und kann es kaum ertragen das zu hören. Ich weiß nicht was ich tun werde wenn dein Mann hier vor mir stehen würde. Ich hoffe für ihn das er mir nie begegnen wird. Du brauchst mir nichts zu erklären und ich möchte es auch nicht wissen. Ich komme damit klar dass du Zeit brauchst. Auch wenn du es mir nicht erzählt hättest – war mir klar dass du wirklich schlimmes erlebt hast. Den Morgen nach der Party in der Küche war ich so geschockt als ich dich sah – ich habe es aber glaube ganz gut verborgen. Dein Gesicht sah wirklich schlimm aus. Auf der Party konnte man es nur erahnen – du warst sehr stark geschminkt an dem Abend. Lass es gut sein.“ Gary atmete tief durch. „Ich wollte nur dass du es von mir weißt. Jane war all die Jahre sehr weit weg. Wir haben sehr selten miteinander telefonieren können. Sie weiß vieles aber auch nicht alles. Ich wollte dass du die Wahrheit von mir erfährst. Es ist mir halt sehr wichtig.“ Alishia schaute Gary traurig an. „Denkst du wir können so eine Beziehung aufbauen. Es wird immer da sein – so was kann man nicht vergessen – ich werde es nie vergessen.“ Gary schaute Alishia sehr ernst an. „Süße wenn wir glücklich sind wird dies immer mehr in den Hintergrund rücken. Vergessen wirst du nie – das weiß ich – aber die Erinnerungen verblassen mit der Zeit. Ich denke wir sollten jetzt ein wenig schlafen – es ist schon sehr spät.“ Beide gingen die Treppe hinauf. Alishia blieb vor ihrem Zimmer stehen. „Ich wünsche dir eine gute Nacht. Schlaf gut und träume von mir.“ Gary lachte laut auf. Alishia musste auch lachen. „Was man in der ersten Nacht in einem fremden Bett träumt wird wahr.“ Alishia schaute Gary mit zugekniffenen Augen an. „Na dann träum mal was schönes von mir.“ Gary gab ihr einen Kuss auf die Stirn dann ging er in sein Zimmer. Alishia schaute ihm nach bis er die Tür von innen schloss.
Alishia kriegte einfach kein Auge zu. Immer wieder schaltete sie das Licht an und setzte sich auf. Verflixt noch mal ich muss endlich schlafen. Gary dagegen war relativ schnell eingeschlafen er schlief tief und fest. Alishia fürchtete sich unendlich. Ihre Kehle war wie zugeschnürt, sie war gerade aus einem schlimmen Traum erwacht. Leise schlich sie raus auf den Flur. Die Tür von Gary´s Zimmer stand ein kleines Stück offen. Komisch als er hinein gegangen war hatte er sie geschlossen. Ganz leise schob sie die Tür so weit auf das sie sich durchzwängen konnte. Auf Zehenspitzen schlich sie sich an sein Bett heran. Gary lag auf dem Bauch. Er schlief ganz ruhig ohne ein Geräusch von sich zu geben. Alishia entdeckte eine kleine Couch im Zimmer und setzte sich. Sie schaute Gary eine ganze Weile an. Sie bemerkte ein kribbeln im Bauch. Nicht schlecht dachte sie. Er ist wirklich sehr attraktiv. Seine Hände sind wunderschön – so sanft. Es dauerte nicht lange und Alishia fielen die Augen zu. Sie machte es sich so bequem wie nur möglich und schlief letztendlich ein.
Gary streckte sich einmal und setzte sich auf die Bettkante, fuhr mit den Händen durch seine Haare. Als er den Kopf hob sah er Alishia auf der Couch liegen. Nein dachte er das gibt es doch nicht – ihr wird alles wehtun wenn sie aufwacht – die Couch ist viel zu klein und unbequem dazu.
„Hey Süße was machst du denn hier?“ Gary streichelte ihr sanft über den Kopf. „Gäääähhhhhnnnnn, oh guten Morgen. Aua mein Nacken, mein Arm ist eingeschlafen, aua. Ich hatte ein bisschen Angst letzte Nacht – ich hoffe du bist nicht böse.“ Alishia schaute gleich wieder ängstlich aus. „Ach was – wieso bist nicht ins Bett gekommen. Hier auf dieser kleinen Couch.“ Gary nahm ihre Hände um sie hochzuziehen. „Mein Gott du bist ja eiskalt. Ich lasse dir jetzt mal ein schönes warmes Bad ein.“ Gesagt, getan. Gary verschwand ins Badezimmer. „Dein Wasser läuft ich mache uns mal Frühstück. Lass dir ruhig Zeit.“ Alishia streckte sich jetzt auch erst einmal durch und verschwand dann im Badezimmer. Gary hatte ihr alles hingelegt. Ein Handtuch, ihre Zahnbürste ja sogar ihren Bademantel. Sie war eigentlich gewohnt jemand anderen immer alles zurechtzulegen. Alishia stieg in die Badewanne. Oh wie schön warm das tut gut – und so verschwand sie erst einmal komplett unter Wasser. Als sie wieder auftauchte sah sie dass da jemand stand. Sie hatte ein bisschen Schaum in den Augen. „Gary?“ „Ja, ich wollte nur wissen ob du gerne Tee oder Kaffe möchtest?“ Alishia rieb sich schnell den Schaum aus den Augen. „Ich trinke gerne Tee danke.“ Sie blieb ganz ruhig – Gary stand mit dem Rücken in der Tür zu ihr. Kaum zu glauben er war nicht hereingekommen – er blieb an der Tür und drehte sich noch nicht einmal um.
„Oh Mann riecht das lecker – was ist das?“ „Pfannkuchen nach Art des Hauses Barlow. Setz dich es wird gleich serviert.“ Alishia war wohlig warm in ihren Bademantel gekuschelt – in der Küche duftete es herrlich – sie fühlte sich rundum wohl. Besser konnte es nicht sein – dachte sie – bis sie vom klingeln des Telefon aus ihren Gedanken gerissen wurde. „Barlow. Ja, schon, das ging aber schnell. Ja gut dann wissen wir Bescheid. So schnell wird er nicht aufgeben das ist schon klar. Danke Howard wir hören uns.“ Alishia wusste genau was los war – aber eigentlich wollte sie es nicht hören. Sie sagte kein Wort, starrte auf ihren Teller. „Alishia das war Howard wie du gehört hast. Thomas war heute Morgen schon bei ihnen. Er hat tatsächlich beide Häuser inspiziert – genau wie wir es uns gedacht haben Er war allerdings ruhiger als sie gedacht hatten. Er hat keinen Stress gemacht.“ Alishia starrte immer noch auf ihren Teller. „Vielleicht kann ich doch mit ihm reden – er ist ja wohl sehr vernünftig. Wahrscheinlich ist er sehr geschockt das ich einfach so weg bin. Er ist vielleicht nicht wütend sondern nur traurig.“ Gary konnte nicht ganz nachvollziehen was Alishia da sagte. Er hatte oft gehört das Frauen denen so was passiert immer nur das gute sehen – wie konnte sie so reden und denken – nachdem was sie ihm gestern Abend erzählt hatte. „Wissen sie wo er untergekommen ist?“ „Nein davon hat Howard nichts gesagt.“ Gary schaute Alishia erstaunt an. „Bestimmt wohnt er in der Nähe von ihnen. Er beobachtet das Haus mit Sicherheit.“ Gary sagte dies sehr warnend. Alishia hörte ihm wohl gar nicht zu. „Was gibt es denn in der Nähe – doch nur die kleine Pension im Dorf.“ Alishia lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. „ Weißt du Gary, Jane hat Recht. Ich brauche keine Angst zu haben, ihr seid alle da. Wie wäre es wenn wir alle zusammen bei ihm auftauchen und ihm sagen er soll bleiben wo der Pfeffer wächst?“ Gary traute seinen Ohren nicht. Was war das denn – Kampfansage. Irgendwie gefiel ihm das. „Alishia meinst du dazu bist du wirklich in der Lage. Er wird dir alles schwören was du hören willst – kannst du dem standhalten? Wenn du dich entscheiden solltest zu ihm zurückzugehen – werde ich dich nicht zurückhalten.“ Alishia schaute Gary erschrocken an. Wie konnte er das sagen wo er sie doch liebte. „Er ist dein Mann und du hast ihn geliebt obwohl er das alles mit dir gemacht hat und du liebst ihn immer noch – ich weiß es.“ Schon bereute Gary was er gesagt hatte – aber er wusste insgeheim dass es so ist. Alishia wusste nicht was sie sagen sollte – denn auch sie wusste es war die Wahrheit. Verrückt aber es war die Wahrheit.. Sie hatte sich all die Jahre einfach geschützt indem sie ihm seine Liebe immer wieder zeigte und alles tat was er wollte – nur damit er sie auch (wieder) liebt. Sie wollte nie wirklich wahrhaben das es kein Leben und keine Liebe mehr war. Sie hatte sich so sehr Kinder gewünscht und eine glückliche Familie und wieder gehofft das es klappt. In dem Jahr als Thomas die Therapie machte war sie so glücklich und hatte daran gedacht ihn zu fragen ob sie nicht ein Baby haben könnten – sie verschob es allerdings immer wieder. Aber jetzt war sie sich sicher dass sie in dieses Leben nicht zurückkehren wollte. „Gary ich bin mir nicht sicher was uns beide angeht. Aber ich bin mir sehr sicher dass ich dieses Leben in Deutschland nicht zurück haben möchte. Ich bin mir aber auch sicher, dass ich nicht immer Angst haben will ob er vielleicht hinter der nächsten Hecke oder Mauer auf mich lauert - das wäre auch kein Leben. Ich weiß nicht ob er aufgeben wird wenn ich ihm klipp und klar sage dass es aus ist. Aber ich denke er soll wissen dass Schluss ist und dass ich niemals zu ihm zurückkommen werde. Wer weiß vielleicht braucht er nur diese Bestätigung.“ Gary schien auf einmal alles sehr schlüssig. „Also gut – ich rufe jetzt mal bei Jane und Howard an und mal sehen was die beiden dazu meinen.“ O.K. ich gehe mich derweilen anziehen.“ Gary wählte die Nummer von den Donalds. Howard kam ans Telefon. Gary erklärte ihm was sie vorhatten. Howard war sehr skeptisch. Jane stand direkt neben ihm. Er wiederholte fast jeden Satz von Gary, damit Jane wusste was Sache ist. Sie schüttelte immer wieder den Kopf. Gary meinte es wäre wohl das Beste wenn sie beide vorbei kommen würden um mit Alishia selber zu reden. Es wäre gut wenn sie mal in der kleinen Pension im Dorf anrufen würden ob Thomas dort eingezogen ist. So verabschiedeten sie sich. Etwas 30 Minuten später standen Jane und Howard bei Gary im Wohnzimmer. „Wo ist sie denn?“ Jane schaute Gary bedrückt an. „Sie wollte sich anziehen – weiß auch nicht was so lange dauert. Ich denke es ist eine gute Idee was sie vorhart. Was meint ihr?“ Howard holte tief Luft um sie dann mit dicken Wangen wieder auszupusten. „Ich denke mal wenn wir alle auftauchen kann nichts schief gehen.“ Howard wusste in diesem Moment noch nicht wie sehr er sich irrte. „Hallo ihr seit ja schnell. Ich bin fertig wir können los.“ Alishia schien wie aufgedreht. „Bist du dir sicher?“ „Ja so sicher wie noch nie. Ach so wohnt er in dieser kleinen Pension im Dorf? Wißt ihr das?“ „Also wir haben da angerufen – er wohnt tatsächlich dort. Laut dem Typen an der Anmeldung ist er jetzt auch in seinem Zimmer.“ Jane´s Stimme zitterte als sie dies sagte. Alle schauten sich an – keiner sagte ein Wort. „Dann ist es ja gerade passend. Wo sonst hätte er hin gesollt. Er will ganz nah sein.“ Alishia drehte sich um und ging zur Tür. Die anderen gingen ihr einfach hinterher. Keiner von ihnen wollte sie umstimmen – sie wussten es hätte nichts gebracht. Die Fahrt rüber zur Pension schwiegen sie alle. Dort angekommen blieben sie alle noch einen Moment im Auto sitzen. Gary brach als erstes das Schweigen. „Also wir sind zu viert er ist alleine – was kann schon schief gehen?“ Alishia schaute Gary traurig an – sie wusste wie überzeugend Thomas sein konnte. Gary würde sie nicht zurückhalten hatte er gesagt. War seine Liebe nicht groß genug für sie? Ohne das jemand antwortete stiegen sie aus. An der Rezeption saß ein kleiner alter Mann – so um die 60. „Wir möchten gerne zu Thomas Behrendt. Welche Zimmernummer?“ Der Mann schaute Alishia fragend an. „Wen darf ich anmelden?“ „Nein es soll eine Überraschung sein – ich bin seine Frau.“ Alishia zitterte am ganzen Körper. „Zimmer 113 – 1. Stock rechts den Gang runter.“ Alle drei gingen zum Treppenaufgang. „111, 112, 113 hier ist es. 113 nicht gerade eine Glückszahl.“ Alishia war eigentlich nicht nach Späßen zumute – aber das konnte sie sich nicht verkneifen. Ohne noch einmal die anderen anzusehen klopfte sie an der Tür. Eine Stimme die sehr unfreundlich war, war zu hören. „Wer ist da? Ich hatte gesagt ich will meine Ruhe.“ Alishia zitterte so sehr das sie fast nicht antworten konnte. „Thomas ich bin es – hier ist Alishia.“ Schnelle Schritte waren zu hören und die Tür ging auf. „Alishia Süße mein Gott. Wo warst du denn ich habe mir solche Sorgen gemacht. Komm doch rein. Oh entschuldigt, Wen hast du denn mitgebracht?“ Alle schauten ihn an als wäre er ein Weltwunder. „Das sind Jane, die kennst du ja, Howard und das ist Gary.“ Alishia sprach sehr leise und mit zittriger Stimme. „Hallo ich weiß zwar nicht warum ihr hier im Rudel auftaucht aber kommt erst einmal herein.“ Gary schaute Thomas argwöhnisch an. Er war überrascht wie nett und gut aussehend er war. Nie würde man denken dass er so ein Schwein ist. Warum war er so freundlich – Gary fiel es schwer in ihm einen widerwärtigen Mann zu sehen. „Alishia, - sagte Thomas mit kräftiger und ernster Stimme. Sie zuckte sofort zusammen. „Alishia mensch Baby, wie konntest du mir das antun. Ich bin fast verrückt geworden vor Sorge. Du hättest mir doch sagen können dass du Jane besuchst. Oder habe ich da was vergessen? Möchte jemand was trinken? Setzt euch doch.“ „Nein danke“, sagten alle drei aus einem Munde. Jane war so angewidert von seinem Getue und Gehabe das ihr schon schlecht wurde. Das konnte er wirklich gut alles so drehen als wenn er der arme Kerl wäre. Howard schaute Gary verwundert an. Er sieht gut aus, gepflegt ist höflich ja sogar ausgesprochen nett. „Thomas ich muß dir was sagen.“ Alishia war sehr blaß und zitterte wie verrückt. „Thomas ich habe dich verlassen falls du es noch nicht bemerkt hast. Ich werde nicht mit dir zurück nach Deutschland gehen – ich bleibe hier. Ich will dieses Leben nicht mehr – du kannst mich nicht mehr quälen – es ist Schluss damit.“ Es war raus – nicht zu glauben – es war raus. „Alishia meine Süße was sagst du denn da? Was sollen die Herrschaften denn denken. Ich denke es ist besser ihr lasst uns mal alleine – würdet ihr bitte?“ Gary, Jane und Howard schauten sich an. Jane machte eine verneinende Geste mit dem Kopf. „Nein das geht nicht Thomas – wir bleiben.“ Thomas sein Gesicht verdunkelte sich sofort. „Ich glaube das hier geht nur mich und Alishia etwas an.“ Seine Stimme klang jetzt sehr hart und er ging einen Schritt auf Alishia zu. „Babe, las uns in Ruhe reden – es kommt alles in Ordnung – ich liebe dich. Das kannst du mir nicht antun. Was mache ich denn ohne dich?“ Alishia standen die Tränen in den Augen. Sie drehte sich zu den dreien um. Jane schaute sie durchdringend an und formte mit den Lippen ein nein. Alishia stand da wie vor 3 Wochen eingeschüchtert, ängstlich so ganz verloren. „Alishia du bist mein Leben – verlass mich nicht.“ Thomas ließ sich auf die Knie fallen und umschlang mit seinen Armen ihre Beine. „Wir lieben uns doch. Ich habe noch mal nachgedacht. Wir wollen doch ein Baby – du wolltest doch ein Baby. Das geht jetzt – ich habe die Beförderung bekommen. Dann sind wir endlich eine glückliche Familie.“ Gary drehte sich der Magen um. Der Kerl hat es wirklich drauf – das muss man ihm lassen Gary wäre am liebsten zu Alishia gegangen hätte sie am Arm gepackt und hier raus gebracht. Er merkte wie Thomas sie zum schwanken brachte. „Ein Baby meinst du das ernst? Thomas meinst du das wirklich ernst?“ Alishia strahlte über das ganze Gesicht. Jane konnte nicht mehr an sich halten. „Thomas was willst du denn mit einem Baby – es auch verprügeln wenn es nicht hört wie du es willst? Jane schrie ihn fast an. „Jane was spinnst du hier rum – halt dich raus – oder.“ Er stand auf und ging auf sie zu. Howard war alamiert. „Nur zu schlag schon zu – das ist doch das was du am besten kannst. Wehrlose Frauen schlagen. Ich habe keine Angst vor dir – du bist ein nichts – ein elender Feigling – sonst gar nichts.“ Jane stand kerzengerade und voller Anspannung da – sie zitterte noch nicht einmal. Howard trat neben sie und war schwer beeindruckt von seiner Frau. Thomas schaute ihn mit großen Augen an. „Aha hast deinen Leibwächter mitgebracht um hier ne dicke Lippe zu riskieren. Es geht euch überhaupt nichts an und mir ist vollkommen gleich was ihr denkt oder glaubt. Ich liebe meine Frau.“ Thomas drehte sich um und ging zu Alishia. Er nahm sie in den Arm und drückte sie ganz fest an sich. „Du liebst mich doch auch – du kannst mich nicht verlassen.“ Alishia sah über seine Schulter hinweg. Gary stand da und schaute sie an. Er hatte keinen Ausdruck im Gesicht. Ihm war nicht anzusehen was er gerade dachte oder fühlte. Jane konnte sich wieder nicht zurückhalten. „Das ist ja eine komische Art seiner Frau zu zeigen dass man sie liebt. grün und blau geschlagen ist sie hier angekommen – sie ist ein Wrack.“ Thomas schob Alishia zur Seite. „Wenn du jetzt nicht dein blödes Maul hälst dann werde ich es dir stopfen.“ Thomas geriet aus der Fassung. Nun mischte sich Howard ein. „Ein Schlag gegen sie und du bist fällig.“ Howard ging auf Thomas zu. Die Situation schien zu eskalieren. Gary stand immer noch regungslos da. „Leute nein jetzt hört auf euch zu streiten – bitte.“ Alishia liefen die Tränen über die Wangen. „Mein Babe hey nicht weinen – ich kann dich doch nicht weinen sehen. Siehst du was du anrichtest Jane. Du machst sie ganz durcheinander. Alishia wir gehen jetzt deine Sachen holen und fliegen wieder nach Hause. Ich habe alles vorbereitet das wird ein Empfang.“ Thomas zog sie wieder an sich heran und drückte sie fest an sich. „Alishia ich werde dich zurückhalten.“ Gary ging einen Schritt nach vorne. Alishia schaute ihn erstaunt an. „Was hast du jetzt zu melden? Wer bist du überhaupt?“ Thomas schaute Gary abschätzend von oben bis unten an. „Ich glaube dich geht das hier noch weniger an wie die beiden da drüben.“ Thomas zeigte flüchtig zu Jane und Howard rüber. „Alishia ich halte dich zurück – ich liebe dich.“ Jane schaute Howard mit großen tränengefüllten Augen an. Gary liebte sie sehr und hoffentlich konnte er sie überzeugen. Thomas schaute ihn verwundert an. „Was soll das denn jetzt? Wer ist diese Pappnase? Alishia hast du mit dem Kerl da was? Thomas nahm sie kräftig am Arm rieß sie zu sich, packte sie an beiden Schultern und schüttelte sie heftig. „Los sag schon. Das glaube ich ja nicht direkt nen neuen – so sehr liebst du mich also. Ich habe dir all die Jahre gegeben was du wolltest. Habe ich dir nicht immer alles möglich gemacht? Das ist jetzt der Dank.“ Er schrie sie an. Alishia stand da starr wie ein Holzbrett – sie rührte sich keinen Zentimeter. „Warst du mit dem Kerl im Bett? Sag schon! Ich kann´s mir denken lass nur. Du kleine Schlampe.“ Er hob seinen Arm zog ihn nach hinten und wollte ihr kräftig eine verpassen. Gary schnappte ihn am Arm und zog ihn von Alishia weg. „Das lässt du mal schön bleiben. Hier wird niemand geschlagen und schon gar nicht eine Frau.“ Gary hatte Mühe die Fassung zu bewahren. „Und damit eines klar ist – ich habe sie nicht angerührt. Und dass so was nicht passiert dafür hast du ausreichend gesorgt.“ Howard stand in den Startlöchern falls Thomas versuchte eine Schlägerei anzufangen. „Erzähl doch keine Märchen, du bist doch scharf auf sie. Siehst nicht so aus als wenn du was anbrennen lassen würdest. Kannst mich übrigens los lassen – habe nicht vor mich hier zu schlagen.“ „Ja weil du ein Feigling bist – du würdest den kürzeren ziehen. Sind ja keine Frauen.“ Jane lächelte während sie das sagte. Gary schaute Alishia an. Sie stand nur da wie angenagelt. „Alishia ich halte dich zurück – ich liebe dich – tu das nicht – geh mit mir.“ Gary sah sie mit flehendem Blick an. „Ich, ich weiß überhaupt nichts mehr. Thomas du hättest mich jetzt wieder geschlagen – wäre ich alleine hier du hättest es getan. Ich möchte gehen ich möchte einfach nur gehen.“ Alishia taumelte in Richtung Tür. „Süße was machst du denn – du bleibst selbstverständlich bei mir. Morgen gehen wir einkaufen, das Kinderzimmer muß eingerichtet werden – wir haben sehr viel zu tun.“ Thomas merkte dass er sie verliert – er dachte mit dem Baby-Gerede könnte er sie zurückhalten. Alishia drehte sich zu ihm um. Tränen liefen ihr über das Gesicht. „Weißt du Thomas ich habe dir lange Zeit alles geglaubt was du mir erzählt hast – damit ist jetzt Schluss. Du hast mich manipuliert und immer wieder eingewickelt - damit ist jetzt Schluss. Ein Baby mit dir – das ich nicht lache. Ich würde immer Angst haben müssen das du es eines Tage mal schlägst – unser Kind. Ich werde jetzt gehen – ich verlasse dich – und zwar für immer. Lass mich in Ruhe, lass uns alle in Ruhe – ich will dich nie wieder sehen. Ich habe dich einmal sehr geliebt ja, aber du hast alles kaputt gemacht.“ Dicke Tränen liefen ihr das Gesicht hinunter. „Ich weiß nicht warum ich das all die Jahre ausgehalten habe. Du bist ein Feigling und bemitleidenswert – du bist in meinen Augen kein Mann. Du hast meine Liebe nicht verdient. Und noch was, ja ich war mit ihm im Bett – und soll ich dir was sagen – es war schön. Tausend mal schöner als deine perversen Spiele.“ Alishia war am Ende ihrer Kräfte ihr sackten fast die Beine weg. „Alishia das wirst du noch bereuen – ich sage es dir hier und jetzt – das wirst du noch bereuen.“ Fast schon hysterisch schrie Thomas das immer wieder. Alishia drehte sich um öffnete die Tür und trat auf den Flur hinaus. Ihr war schlecht sie überkam das Gefühl sich übergeben zu müssen. „Ich muss hier raus – ich brauche frische Luft.“ Sie lief den Flur entlang hastig die Treppe runter und stürzte auf den Bürgersteig. Schnell ging sie in eine Ecke und übergab sich. Jane war ihr hinterher geeilt und stellte sich direkt neben Alishia. Howard und Gary betraten jetzt den Bürgersteig. Gary schaute zu den beiden Frauen. Alishia übergab sich immer noch. Jane streichelte ihr über den Rücken. „Meine Güte das musste dringend raus – ich kann nicht mehr.“ Alishia ließ sich auf den Boden fallen. Sie weinte jetzt herzzerreißen. Plötzlich fing sie lauthals zu lachen an. „Dem habe ich aber mal meine Meinung gesagt. Den bin ich für immer los. Ich kann es nicht glauben Jane, ich habe Schluß gemacht, ich habe ihn verlassen.“ Jane schaute sie ohne eine Miene zu verziehen an. Alishia war dabei überzuschnappen. Gleich drauf fing sie wieder an zu weinen. „Gary komm schnell.“ rief Jane in Richtung der Männer. Gary lief hastig hinüber zu ihnen. „Komm hilf mir bitte wir schaffen sie ins Auto.“ Gesagt, getan. Gary nahm Alishia unter dem einen Arm und Jane unter den anderen. Sie war schwer wie Blei. Sie konnte kaum selber laufen. Gary schob sie auf den Hintersitz. Howard saß schon im Wagen. Jane setzte sich zu Alishia nach hinten und los ging die Fahrt. Es war still im Auto. Alle waren sichtlich mitgenommen. Nur das leise schluchzen von Alishia durchbrach hier und da die Stille. Am Haus angekommen brachten Jane und Gary Alishia hoch in ihr Zimmer. Howard verschwand in der Küche und setzte erst einmal einen Kaffee auf. Oben angekommen legte Gary Alishia auf ihr Bett. Immer wieder murmelte sie „Dem habe ich es gegeben ich habe ihn verlassen.“ Jane zog Alishia ihre Schuhe aus – dann machte sie sich an die Hose. „Schaffst du das alleine?“ sagte Gary und drehte sich schon um. „Ja, ich sehe zu das sie ein bisschen schläft, ich komme dann zu euch.“ Gary ging runter in die Küche. Howard saß vor einer Tasse Kaffee am Küchentisch. „Also ich brauche jetzt was anderes.“ Gary ging zum Küchenschrank holte zwei Limonadengläser raus. Dann ging er zum Kühlschrank und holte eine Flasche raus. „Du auch Howard? Also ich brauche das jetzt.“ Gary stellte Howard ein Glas hin. „Wodka – ja ich denke das kann nicht schaden.“ Gary schenkte die Gläser jeweils halb voll. Howard schaute ihn mit großen Augen an. „Na dann prost.“ Gary leerte das Glas in einem Zug und wischte sich den Mund ab. „Ich habe ja schon einiges erlebt, aber heute das, das geht über meine Kräfte.“ Howard setzte sein Glas an aber trank nur einen großen Schluck. „Ich fand den Kerl ganz normal als er die Tür geöffnet hat. Ja sogar sympathisch – so voller Sorge um seine Frau. Hätte nie gedacht das er so ein Schwein ist.“ Gary schüttelte stark den Kopf. „Sag mal Gary – darf ich dich was fragen?“ Howard schaute ihn vorsichtig an. Vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt - aber er wollte es wissen. „Stimmt das was sie gesagt hat?“ „Was?“ „Na das du mit ihr.“ Howard konnte sich gerade ohrfeigen als er Gary seinen Blick sah. „Wie kannst du das denken – natürlich nicht. Ich war mehr als erschrocken als sie das sagte.“ Gary war sichtlich wütend. Wie konnte Howard das annehmen. „Nicht das ich das nicht gerne wollen würde – aber sie lässt ja noch nicht einmal einen Kuss zu. Also das habe ich schon versucht – sie hat mich zurückgewiesen. Ich werde fast verrückt. Habe ich schon länger als 1 Tag gebraucht um eine Frau ins Bett zu kriegen? Wer weiß ob ich es bei ihr je schaffen werde.“ Gary sah traurig auf sein Glas und füllte es erneut. „Liebst du sie?“ fragte Howard so vorsichtig es möglich war. „Ja ich denke ich liebe sie. Die letzten 3 Wochen waren sehr schön – auch wenn nichts passiert ist. Ihre Nähe und das Zusammensein mit ihr genieße ich sehr. Und ich glaube umgekehrt ist es genauso. Ich verzehre mich danach sie in den Arm zu nehmen , sie zu küssen, ja und mit ihr zu schlafen.“ Gary nahm einen Schluck. „Sie schläft jetzt. Darf ich mal kann ich jetzt auch gebrauchen.“ Jane nahm Howard´s Glas und leerte es in einem Zug. „Hey, nicht so hastig – du bist gleich betrunken.“ Howard nahm das Glas wieder an sich. „Ich habe ihr eine Schlaftablette gegeben – sie wäre sonst nie eingeschlafen. Puuuhhhhh was für ein Tag. Gary darf ich dich was fragen? Jane setzte sich neben ihn. „Nein, ich habe es nicht getan.“ antwortere Gary ohne die Frage abzuwarten. Jane schaute ihn ein wenig beschämt an. „Entschuldige das ich es auch nur eine Sekunde gedacht habe. Eigentlich war ich mir sicher dass es nicht so ist. Aber sie war sehr überzeugend. Gary ist es o.k. wenn sie bei dir bleibt? Wenigstens noch für ein paar Tage. Ich denke Thomas wird jetzt wohl abreisen – ich hoffe es zumindest.“ Gary schaute sie verdutzt an. „Klar bleibt sie hier – ich hatte nicht vor sie wieder bei euch wohnen zu lassen.“ Jane lächelte Gary sanft an. „Ich weiß aber ich wollte trotzdem dein o.k. Du liebst sie nicht wahr?“ Jane wusste das es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt war aber wann war der schon. „Ja Jane ich liebe sie das tue ich.“ Gary nahm wieder einen Schluck aus seinem Glas. „Ich glaube wir hauen dann jetzt mal ab – war echt hart.“ Howard stand von seinem Stuhl auf. „Wenn irgendwas ist – ruf bitte an wir sind ja schnell hier.“ Jane und Howard gingen zum Ausgang. Sie setzten sich in ihr Auto und fuhren sehr schnell nach Hause. Beide waren so fertig das sie sich einfach nur in ihr Bett legten. Eine Weile unterhielten sie sich noch doch die Müdigkeit zog so an ihren Augen, dass sie bald einschliefen.
Gary saß noch eine Weile in der Küche. Die Flasche Wodka hatte er fast geleert. Seine Gedanken fuhren Achterbahn. Was er gerne tun würde mit Alishia und was er nicht konnte. Der Alkohol war ihm sehr zu Kopf gestiegen. Eigentlich sehnte er sich jetzt danach zu ihr zu gehen. Warum eigentlich nicht dachte er. Er lief die Treppe hoch zu ihrem Zimmer. Leise ging er hinein. Ganz leise ging er zu ihrem Bett. Nein wie sie da lag. Sie schlief ganz ruhig, atmete kaum sichtbar. Die Tabletten taten ihre Wirkung. Er setzte sich auf den Bettrand und schaute sie an. Ganz langsam strich er ihr über den Kopf, über die Stirn, die Wangen runter, über ihren Hals zum Dekollete. Er atmete heftig. Alishia drehte den Kopf zur anderen Seite und wimmerte leise. Gary zuckte zusammen. Was tat er da? Der Wodka, es ist der Wodka. Ganz leise legte er sich neben Alishia ins Bett. Langsam hob er ihren Kopf an um seinen Arm darunter zu schieben und dann ihren Kopf auf seine Brust kullern zu lassen. Sie schlief so fest das sie nichts bemerkte.
Gary erschrak ohne Ende. Ein lauter Schrei hatte ihn aufgeweckt. Sein Kopf schmerzte fürchterlich. Neben ihm im Bett saß Alishia und sah ihn mit großen Augen an. „Was tust du hier? Warum bist du in meinem Bett?“ voller Angst in den Augen sah sie Gary an. Er hatte Mühe sich aufzurichten. „Entschuldige bitte. Ich hatte mir Sorgen gemacht das ich dich nicht höre wenn ich in meinem Zimmer bin, deswegen habe ich mich hierher gelegt. Jane sagte sie hätte dir Tabletten gegeben.“ Für diese Lüge werde ich in die Hölle wandern dachte Gary – aber er konnte ihr ja schlecht sagen was tatsächlich geschehen war. „Wir haben also nix gemacht?“ Alishia schaute ihn mit zugekniffenen Augen an. „Was denn gemacht?“ „Na du weißt schon was ich meine.“ Gary schaute sie mit kleinen Augen an. Sein Kopf schien zu zerspringen – der Wodka meldete sich wieder. „Nein ich habe nur hier gelegen und geschlafen, weiter nichts. „Gary setzte sich auf die Bettkante und hielt seinen Kopf in den Händen. Er stöhnte vor Schmerz. „Was hast du denn?“ „Ein bisschen viel Wodka getrunken – mir brummt der Schädel.“ „Ach je du ärmster – ich habe Aspirin soll ich dir schnell eine holen.“ Ohne die Antwort abzuwarten war Alishia schon vom Bett gehüpft und verschwand im Badezimmer. Zurück kam sie mit einer Schachtel Aspirin und einen Zahnputzbecher voll Wasser. „Zwei direkt sonst dauert es zu lange bis sie wirken. Du hast wegen dem was war getrunken oder? Na ja, ich habe gekotzt und du brauchtes ein Glas Schnaps – ist ja völlig o.k. Ich weiß sowieso nicht wie ich mich dafür bedanken soll.“ Alishia setzte sich neben Gary aufs Bett. Seine Gedanken wollte er vertreiben aber er dachte nur „Ich wüsste schon wie.“ „Du hattest gesagt du würdest mich nicht zurückhalten und doch hast du es getan – wieso?“ Alishia schaute auf ihre Füße und spannte ihren Körper von oben bis unten an. „Nun ich konnte es nicht zulassen dass du zu diesen Perversling zurückgehst.“ „Und warum konntest du das nicht. Wir kennen uns doch kaum. Du hast da heute eine Menge für mich getan – weißt du das eigentlich?“ Alishia schubste Gary leicht in die Hüfte. „Hey laß das, ich bin kitzelig. Außerdem wirken die Tabletten noch nicht.“ Gary schaute sie lächelnd an. „Meine Frage, du hast meine Frage nicht beantwortet.“ „Nun ich weiß du hast viel erlebt die letzten Jahre und auch die letzten Tage. Besonders natürlich heute. Ich weiß nicht ob das jetzt der richtige Zeitpunkt ist aber ich muß es loswerden. Ich liebe dich. Seit heute weiß ich es ganz genau. Der Schmerz als ich dachte du würdest oder könntest mit ihm fortgehen – es tat unendlich weg.“ Sie mochte ihn auch sehr gerne, aber es fiel ihr unendlich schwer Nähe zuzulassen und das machte sie sehr unglücklich. Eigentlich war sie sich sicher das daraus nichts werden konnte. Ihre Wunden würden lange verheilen. „Gary ich mag dich auch sehr. Ob es Liebe ist weiß ich noch nicht. Dafür habe ich wie du schon sagtest zu viel erlebt die letzte Zeit. Ich bin gerne mit dir zusammen. Aber du merkst sicher das ich deine Nähe schätze aber nur wenn es nicht zu nah ist. Ich weiß nicht warum, ich habe nichts zu befürchten, aber ich bin wie blockiert. Ich habe Sex nur kalt und herzlos erlebt. Thomas war nie zärtlich oder einfühlsam, immer nur wie er es wollte. Ich weiß nicht wie es geht. Hört sich blöd an ich weiß.“ Alishia schaute traurig aus. Ihm brummte der Schädel und sie quatschte ihn so voll. Wie dumm bin ich eigentlich. „Also das müssen wir aber auch nicht hier und heute bequatschen dir geht es ja nicht besonders. Alishia stand vom Bett auf. Eh sie sich versah saß sie wieder drauf. Gary hatte sie an der Hand genommen und wieder runter gezogen. „Mir geht es schon sehr viel besser. Wir können über alles reden – was immer du willst. Alishia ich liebe dich – ich habe alle Zeit der Welt. Wann immer du das Bedürfnis hast mir etwas zu sagen, sage es. Ich tue niemals etwas was du nicht auch willst – und noch etwas wenn du dazu bereit bist ich kann dir alles zeigen was du gerne möchtest.“ Gary streichelte ihr sanft über die Wange. Alihsia legte ihren Kopf zur Seite. Gary küsste ganz sanft ihren Hals. Alishia zuckte zusammen blieb aber in der Position sitzen. Gary legte seine Hand auf ihre Schulter und drückte sie ganz sanft mit dem Oberkörper aufs Bett. Alishia schloss ihre Augen. „Ich möchte dir gerne zeigen wie schön es ist“ flüsterte Gary ihr ins Ohr. Gary lag mit seinem Kopf neben ihrem. Ganz langsam streichelte er ihr an der Wange entlang zum Hals zum Dekollete. Alishia lag da und tat gar nichts. Ihre Augen waren geschlossen Gary wusste nicht so recht ob es Zustimmung war oder nicht. Gary fuhr mit seinen Liebkosungen fort. Er richtete sich auf und ging ganz nah an ihr Gesicht. Alishia riß in diesem Moment die Augen auf. „Gary ich…..“ „Schschhh, ich tue nichts was du nicht möchtest. Wenn du Stopp sagst ist es o.k. dann höre ich auf.“ Gary presste ganz vorsichtig seine Lippen auf Alishias Lippen. Er war sehr erregt. Er hatte Mühe das Tempo so beizubehalten. Am liebsten hätte er ihr die Klamotten vom Leib gerissen und wäre zur Sache gekommen. Diese Situation war fremd für ihn. Sicher war er nicht der jenige der schnell zur Sache kommt, aber dieses Tempo war ihm mehr als fremd. Er versuchte so vorsichtig wie möglich vorzugehen. Gefühlvoll fing er an Alishia zu küssen. Sie erwiderte seinen Kuss. Er bemerkte wohl wie zaghaft sie war. Mit der rechten Hand suchte er den Weg unter ihrem Shirt – schnell wurde er gestoppt. Alishia hielt mit ihrer Hand seinen Arm fest. Gary ließ nach und ging wieder zurück. Er küsste sie weiter und sie erwiderte. Er atmete sehr heftig – die Erregung war sehr groß. Er beendete den Kuß sehr langsam und schaute sie an. Alishia öffnete ihre Augen. „Gary ich kann das nicht, ich weiß du würdest jetzt gerne mehr haben, ich kann es nicht.“ Eine Träne lief ihr die rechte Wange runter. „Nein, nein bitte nicht weinen. Bitte weine nicht. Ich erwarte nichts von dir hier und jetzt – glaube mir.“ Alishia war erleichtert das zu hören. Sie lagen einfach nur so nebeneinander im Bett.
Die Wochen vergingen wie im Fluge. Alishia hatte inzwischen eine Anstellung als Bürokraft in einem kleinen Architekturbüro bekommen. Gary war sehr mit seinem Job beschäftigt.
Alishia traf sich oft mit Jane. Die teilte ihr mit das Thomas sich ab und zu noch melden würde und er beim letzten Telefonat gemeint hat er würde die Scheidung einreichen. „Was so schnell?“ Alishia schaute fast enttäuscht aus. „Mensch ist doch prima. Dann kann er nix mehr fordern und hat wirklich keine Ansprüche mehr an dich.“ Ist das Beste was dieses Schwein in seinem bisherigen erbärmlichen Leben gemacht hat.“ Jane wusste das es trotzdem nicht leicht für Alishia war. Sie war damals so eine schöne Braut so glücklich und stolz als erste geheiratet zu haben. Keiner konnte ahnen welchen Weg sie einmal gehen musste. „Ja du hast recht Jane. Wahrscheinlich ist es besser so. Ich denke nur noch selten an ihn. Gary trägt einen großen Teil mit das es so ist. Er ist wirklich so wunder bar aber ich …..“ „Was aber?“ Jane schaute sie fragend an. „Jane ich weiß nicht was ich machen soll?“ „Was du machen sollst – weswegen?“ „Na wegen Gary. Ich meine ich lebe jetzt seit fast einem halben Jahr in seinem Haus. Ich kann da doch nicht ewig bleiben.“ Jane schaute sie verwundert an. „Was meinst du denn damit. Ihr seit doch zusammen wieso sollst du nicht auch bei ihm wohnen?“ Alishia wusste nicht ob sie Jane es anvertrauen sollte oder nicht. „Wir sind nicht zusammen.“ Alishia schaute Jane nicht an. „Wie ihr seid nicht zusammen? Du lebst seit einem halben Jahr bei ihm. Ihr geht zusammen ins Kino ihr geht Essen usw. Klar seit ihr zusammen.“ Alishia zupfte nervös an einer ihrer Haarsträhnen. „Ja aber das ist wie Schwester und Bruder. Wir leben wie Geschwister zusammen.“ „Was meinst du denn damit? Ich glaube nicht das Geschwister auch zusammen ins Bett gehen.“ Jane musste ein bisschen lachen. Wie meinte Alishia das nur. „Jane bist du schwer von Begriff. Ich sage dir jetzt was aber im Vertrauen. Wir schlafen nicht miteinander.“ Jane fielen fast die Augen aus dem Kopf. „Wie bitte? Ich dachte …. das kann doch nicht sein. 6 Monate und ihr wart noch nicht im Bett? Du veralberst mich. Magst du was nicht an ihm? Das gibt es doch gar nicht.“ Alishia schaute Jane ernst an. „Ich dachte du bist meine Freundin. Was denkst du wohl warum das so ist? Bestimmt nicht weil ich ihn so ätzend finde. Ich würde ja gerne aber ich kann einfach nicht vergessen was ….. „Alishia es tut mir leid. Ich habe nicht nachgedacht. Natürlich weiß ich was du durchgemacht hast.“ Jane war über sich selber verärgert – wie dumm von ihr. „Wenn ich es nicht tue – verliere ich ihn sicher. Er wartet doch nicht ewig.“ „Habt ihr schon einmal darüber geredet?“ „Ja an dem Tag wo das in der Pension alles war. Er war in meinem Bett eingeschlafen. Er hat es versucht und mir gesagt es wäre kein Problem wenn nicht. Er würde nichts tun was ich nicht auch wolle. Ich konnte da nicht. Ich habe ihm erzählt wie es in meiner Ehe war. Er wollte es zwar nicht hören, aber ich wollte das er es von mir hört.“ Alishia war sichtlich niedergeschlagen. „Kannst du es ihm verübeln? Wenn du ihm nicht das Signal gibts wird er es nicht tun. Wie würdest du denn reagieren? Alishia es wird mit ihm ganz anders sein. Thomas war ein Schwein – er hat dich zwar auch geliebt – aber auf eine perverse Weise. Gary würde dir niemals wehtun – das weiß ich. Du musst dich ihm öffenen – sonst wirst du ihn sicher verlieren.“ Jane tat es in der Seele weh ihre Freundin so leiden zu sehen – aber abnehmen konnte sie ihr diese Sache ja schließlich nicht. Als Howard in die Küche trat stand Alishia rasch auf und ging. Sie wünschte Jane und Howard einen schönen Tag und raste zur Tür hinaus. „Was war das denn?“ Howard sah ihr verwundert hinterher. „Ach Howard sie tut mir so leid.“ „Wieso was ist denn?“ Howard schaute Jane erwartungsvoll an. „Ich glaube ich kann mit dir nicht darüber reden.“ Kein Problem – eure Frauengespräche gehen mich nichts an.“ Damit war für Howard das Thema gegessen.
Alishia fuhr mit gemischten Gefühlen nach Hause. Einerseits wollte sie es auch aber andererseits war es so wie es jetzt war auch ganz schön. Abends saßen sie zusammen auf der Couch. Sie quatschten über Gott und die Welt. Sie kuschelte sich bei ihm ein und fühlte sich sehr beschützt und geborgen. Eigentlich reichte ihr das. Aber Gary würde es ganz bestimmt nicht reichen. Sie war sich im Klaren darüber das sie etwas ändern musste. Er war wirklich an dem Abend nach dem ganzen Streß sehr lieb und gefühlvoll. Was wollte sie mehr – nie mehr gezwungen werden. Sie wollte entscheiden ob, wo, wann und wie. Heute wäre ein guter Tag das in die Tat umzusetzen.
Als sie das Haus erreichte stand Gary´s Wagen nicht in der Einfahrt. Ach ja er hatte heute einen längeren Termin fiel ihr wieder ein. Sie legte ihre Sachen ab und bestimmte ein leckeres Essen zu kochen. Also verschwand sie in der Küche und holte Töpfe und Pfanne heraus und fing an zu kochen. Sie merkte überhaupt nicht wie die Zeit verging. Als sie das erste mal wieder auf die Uhr schaute war es schon 19 Uhr. So langsam könnte er ja mal kommen dachte sie – da klingelte das Telefon. „Behrendt bei Barlow.“ „Hallo Alishia, Gary hier. Soll ich uns was vom Chinesen mitbringen dann bin ich in 15 Minuten da?“ „Nein nicht nötig ich habe gekocht – beeil dich ist schon alles fertig.“ „ Hey das find ich ja klasse – also dann bis gleich.“ Alishia stellte alles warm und deckte den Tisch im Esszimmer. Sie zündete Kerzen an und dekorierte hier und da noch ein wenig. Leise stellte sie Musik an. Gerade als alles fertig war hörte sie schon die Tür. „Hallo ich bin da. Hmmmmm riecht das gut. Was gibt es denn?“ „Erst einmal Hände waschen sonst gibt es gar nichts junger Mann.“ sagte Alishia mit einem sehr fröhlichen Ton. Gary trat an sie heran und gab ihr einen Kuß auf die Stirn. „Guten Abend meine Süße. Befehl wird sofort ausgeführt aber dann geht’s los ich sterbe vor Hunger.“ Gary verschwand im Badezimmer und Alishia trug das Essen auf. „Oh man du hast chinesisch gekocht – Wahnsinn. Das sieht wirklich super lecker aus.“ Gary setzte sich sofort auf einen Stuhl und schaute über den schön gedeckten Tisch. Ihm fiel sofort auf mit wie viel Mühe alles hergerichtet war – auch hörte er die leise Musik im Hintergrund. Hätte er es nicht anders gewusst hätte er gedacht es wäre die Vorbereitung auf einen schönen Abend. „Laß es dir schmecken du Schwerarbeiter. Ist ja ganz schön spät geworden.“ Alishia schaute ihn an wie sie es noch nie getan hatte. Gary versuchte locker zu bleiben. „Tja, die Herren können sich einfach nicht einigen wie das Cover aussehen soll. Soll ich uns einen Wein holen?“ „Ja gerne, passt gut heute Abend.“ Gary sah Alishia mit hochgezogenen Augenbrauen an und verschwand um den Wein zu holen. „Ich werde mir zwei bis drei Gläser reinkippen – dann geht es schon“ sagte sich Alishia in Gedanken. Gary kam und schüttete ihr ein Glas ein. Alishia trank es in einem Zug leer. „Ich habe wahnsinnigen Durst – bitte entschuldige.“ „Ähm ja, vielleicht lieber erst einmal ein Wasser?“ Gary wusste nicht so recht was er sagen sollte. „Nein der Wein ist köstlich ich bleibe dabei. Gib mir doch noch mal die Flasche.“ Alishia schenkte ihr Glas randvoll. Gary konnte sich jetzt nicht mehr zurückhalten. Was wird das denn bitte? Hattest du einen schlechten Tag und willst dich jetzt betrinken?“ Gary schaute sie ernst an. „Nein, ich bin nur durstig – wie schon gesagt.“ Alishia merkte das es so wohl nicht ging. „Ich nehme mir dann jetzt doch ein Wasser.“ Gary ahnte wohl was sie vorhatte. Sie wollte irgendetwas, was genau konnte er nur ahnen. „Möchtest du mir was sagen – ist etwas passiert? Du musst dir keinen Mut antrinken.“ Alishia wurde ein bisschen rot. „Nein, wie kommst du denn darauf. Genießen wir das Essen bevor es kalt ist.“ Alishia schaute auf ihren Teller und während des weiteren Essen blieb das auch so. Sie sprachen kaum ein Wort. Alishia räumte den Tisch alleine ab – sie bestand darauf. Du hattest einen harten Tag mach es dir bequem sagte sie zu Gary. Der ließ sich das nicht zweimal sagen und machte es sich auf der Couch gemütlich. Alishia hatte die Flasche Wein mit in die Küche genommen. Sie trank sie ganz schnell aus. Langsam machte sich ein kleiner Schwips bei ihr bemerkbar. Sie räumte die Spülmaschine ein und ging dann ins Wohnzimmer. „Wo ist denn der Wein?“ „Ach den habe ich während des aufräumen ausgetrunken – ich hole schnell eine neue Flasche.“ Gary bemerkte dass sie schon ein wenig angetrunken war. Was hatte sie nur vor? Schnell stand Alishia wieder mit einer Flasche im Zimmer. „Komm zu mir Süße, erzähl mal was du heute so getrieben hast.“ Getrieben – wir werden es gleich treiben dachte Alishia und grinste breit über das ganze Gesicht. „Hattest wohl einen schönen Tag so wie du strahlst.“ „Ja kann man sagen. Ich war bei Jane wir haben viel gequatscht. Hat mir sehr gut getan. Thomas hat sich wieder gemeldet, er will die Scheidung.“ Alihsia setzte sich ganz dicht neben Gary. „Na sind ja gute Nachrichten – das heißt du bist ihn dann in jeglicher Beziehung los.Wie geht es denn Jane? Mensch ich habe mich noch gar nicht bei Jane für die leckeren Törtchen von neulich bedankt.“ „Jane geht es gut – sie hat ja auch ausreichend Sex.“ Uuuupsss was hatte sie gesagt. Alishia konnte nicht glauben das sie das jetzt gesagt hatte. „Was meinst du?“ Gary schaute sie mit großen Augen an. Alishia nahm ihr Glas Wein und nahm einen großen Schluck. „Sag mal Alishia was ist los? Was veranstaltest du hier eigentlich? Das Essen, der Tisch, die Musik – was hast du vor? Und wieso kippst du den Wein so in dich rein?“ Alishia schaute Gary so verführerisch an wie sie nur konnte. „Ich möchte dass du mir heute Abend zeigst wie schön es sein kann.“ Gary schaute sie an als hätte er einen Geist gesehen. „Ich möchte mit dir schlafen.“ Gary nahm jetzt seinerseits einen großen Schluck Wein aus seinem Glas. „Bist du dir sicher? Betrinkst du dich damit du es aushalten kannst? Das wäre schade wenn das so wäre. Du musst dich nicht betäuben. Du sollst es nur wenn du es auch willst.“ Alishia war es jetzt peinlich was sie veranstaltet hatte. „Ich will es Gary – ich will dich nicht verlieren – deswegen will ich es.“ „Mich verlieren? Wieso solltest du mich verlieren? Ich habe dir gesagt ich habe alles Zeit der Welt und ….. bevor er diesen Satz beenden konnte küsste Alishia ihn auch schon. Gary wusste nicht wie ihm geschah. Mit weit geöffneten Augen blickte er sie an. Also wie sie ihre Zunge in seinem Mund verschwinden ließ das hatte schon was. Sie fing an ihm seinen Oberkörper zu streicheln und fuhr mit ihren Händen unter sein Hemd. Hmmm, entfuhr es Gary. Gary zog sie zu sich so das sie auf seinen Schoß saß die Beine rechts und links von seinen Hüften. Sie küsste ihn ganz wild und hektisch. Er löste sich von ihren Lippen. „Hey langsam nicht so hektisch wir haben doch Zeit.“ Gary nahm ihr Gesicht zwischen beide Hände und küsste sie ganz sanft erst auf die Stirn, dann auf die Nase und dann auf Mund. „Wir haben doch Zeit Süße – ganz sachte.“ Alishia lächelte ihn an. Gary küsste sie auf den Hals und auf ihr Ohr. Alishia kicherte weil es kitzelte.“ Bist du dir sicher das du das tun willst?“ „Ja zeig mir wie schön es sein kann – ich möchte es jetzt und hier.“ Gary konnte sich kaum noch zurückhalten so lange hatte er auf diesen Moment gewartet. Er wusste aber auch dass sie in letzter Minute wieder einen Rückzieher machen konnte. Er versuchte so gefühlvoll und langsam wie nur möglich zu sein. Alishia fing an sein Hemd aufzuknöpfen – währenddessen küsste Gary sie immer wieder auf ihren Mund. Langsam zog sie es ihm aus. Sie streichelte seine Brust und fuhr mit ihrer Hand in der Mitte bis zum Bauchnabel entlang. Gary war angespannt von Kopf bis Fuß. Langsam öffnete sie seinen Gürtel, den Knopf dann den Reissverschluß. Gary zog ihr langsam ihr Shirt aus. Was er da zu sehen bekam gefiel ihm ausgesprochen gut. Alishia spornte ihn an seine Hose auszuziehen. Er hob leicht seinen Po an und sie zog sie ihm runter. Sie stand auf um sie ihm ganz von den Beinen zu ziehen. Sie blieb vor ihm stehen. Gary öffnete langsam ihre Hose und küsste immer wieder ihren Bauch . Sein Herz raste wie verrückt – nicht weniger Alishia´s. Ganz langsam zog er ihren Slip runter – sie stieg heraus. Alishia forderte ihn auf seinen Slip auch auszuziehen. Dann setzte sie sich wieder auf seinen Schoß. Alishia schloß ihre Augen und Gary küsste ganz zärtlich ihre Brüste. Mit seiner Zunge umfuhr er ihre Brustwarzen und sie stöhnte leise auf. Sie lehnte sich ein wenig zurück. „Gary ich …“ „Schhh, keine Angst.“ Doch bevor er sich versah landete Alishia mit dem Rücken zuerst auf dem Boden – sie hatte das Gleichgewicht verloren. „Alishia alles in Ordnung“. Sie fing lauthals an zu lachen. „Ja komm doch auch hier runter – ist sicherer.“ Gary folgte ihr auf den Boden. Er setzte sich mit gespreizten Beinen auf sie drauf. Dann nahm er ihre Hände und legte sie neben ihren Kopf um sie festzuhalten und küsste sie so leidenschaftlich wie er konnte. Alishia genoß es sehr. Es war so schön – sie hätte nie gedacht das es so schön sein könnte. Ganz vorsichtig setzte Gary ein Bein zwischen ihre Beine und schob ein Bein von ihr zur Seite. Jetzt geht es los dachte Alishia. Gary war so erregt das er fast den Verstand verlor. Ganz vorsichtig schob er mit seinem andren Bein ihr anderes Bein zur Seite. „Geht es dir gut Süße“? „Ja ich liebe dich“, flüsterte Alishia in sein Ohr. „Ich liebe dich auch.“ Mit diesen Worten drang er in Alishia ein. Was nun folgte war leidenschaftlicher purer Sex. Gary ging die Sache erst einmal sehr langsam und gefühlvoll an. Obwohl es ihm schwer fiel hielt er sich sehr zurück. Alishia stöhnte sehr lustvoll – sie hatte ihre Augen geschlossen. Gary atmete immer schwerer – zu stark war die Erregung. Ganz langsam und genüsslich bewegte er sich auf und ab. Alishia krallte sich in seinen Schultern fest und stöhnte immer heftiger. Gary konnte nun nicht mehr anders. Er erhöhte das Tempo und Alishia folgte ihm. Sie hatte das Gefühl sie würde über dem Boden schweben. Es war einfach wunderbar. Gary konnte nicht mehr anders er war zu stark erregt – er bekam seinen Orgasmus. Alishia stöhnte einmal kurz auf spannte sich total an um dann wieder zu entspannen. Gary rollte sich neben sie. „Geht es dir gut?“ Gary keuchte fast. „Ja sehr gut danke – es war wunderschön – ich danke dir.“ Gary zog die Kuscheldecke von der Couch nahm Alishia an seine Schulter und deckte beide erst einmal zu. Alishia lief eine Träne die Wange herunter. Hätte sie gewusst wie schön es sein kann – hätte sie nicht so lange gewartet. Gary bemerkte das sie weinte. „Was ist los Süße? War ich so zum heulen?“ Gary lachte bei diesem Satz. „Quatsch ich habe nur gerade gedacht wie dumm ich war so lange zu warten. Es war wirklich ein weiter Weg zu meinem Glück.“ Zu diesem Zeitpunkt war Alishia noch nicht klar, das sie noch nicht am Ende des Weges angelangt war.
Gary wachte am nächsten Morgen als erster auf. Oooohhhhhh, hmmmmmmmmm, mein lieber Mann. Er schaute sich kurz um und stellte fest das er noch auf dem Boden im Wohnzimmer lag. Er erhob sich und plums knallte Alishia´s Kopf auf den Boden. „Aua was ist denn jetzt los? Oh weh mein Rücken.“ Alishia war ganz benommen. „Oh meine Süße entschuldige bitte – hat es sehr wehgetan?“ Gary beugte sich über sie. „Wir sind hier tatsächlich eingeschlafen – das gibt es doch nicht. Mir tut alles weh. Wie spät ist es denn?“ Alishia saß jetzt aufrecht und rieb sich kräftig die Augen. „Oh Mann es ist schon 8. Ich habe um 9 einen Termin im Studio, verdammt.“ Gary sprang auf und verschwand nach oben. Alishia sammelte die umher liegenden Kleider ein und ging auch nach oben. Gary stand schon unter der Dusche. Er sang fröhlich vor sich hin. Alishia schaute ihn ganz genau durch das Milchglas an. Was sie sah gefiel ihr sehr gut. Er war nicht schlecht gebaut – eigentlich genauso wie sie es mochte – nicht zu viel Muskeln und nicht zu wenig. Sie erschrak als plötzlich die Duschwand zur Seite geschoben wurde. „Hey wolltest du auch duschen? Hättest doch reingehüpft kommen können.“ Gary schaute sie auffordernd an. Alishia starrte ihn an als würde sie einen Geist sehen. „Was ist los? Siehst du was, was dir gefällt?“ Gary lachte laut auf. Alishia wurde sofort rot. „Du bist unmöglich mein lieber. Ich habe mir nur mal genauer angeschaut was mich gestern so glücklich gemacht hat.“ Bei diesen Worten warf sie Gary ein Handtuch zu. „Na ich kann dich jeden Tag so glücklich machen wenn du willst – nur jetzt habe ich leider überhaupt keine Zeit.“ Gary zog eine Schnute wie ein kleines Kind das seine Süßigkeiten nicht bekam. „Wir wollen ja nicht gleich übertreiben – möchte nicht das du dich vollkommen verausgabst.“ Alishia schob sich schwungvoll an Gary vorbei und stieg in die Dusche. „Süße tut mir leid, ich frühstücke im Studio – sei mir nicht böse – wir essen dann heute Abend zusammen.“ „Kein Problem ich muß heute auch noch was arbeiten – ein großer Auftrag ist rein gekommen und heute Nachmittag wollte Jane vorbei kommen. Ich wünsche dir einen schönen Tag.“ Alishia drehte das Wasser auf und lies es sich direkt in Gesicht prasseln. Gary lief schnell ins Schlafzimmer griff irgendwelche Klamotten schwang sich rein und schon war er weg.
Alishia stand bestimmt eine halbe Stunde unter der Dusche. Zich mal ging sie in Gedanken den gestrigen Abend durch und es kribbelte wie verrückt in ihrem Bauch. Jetzt musste sie sich allerdings auch ein bisschen beeilen sonst würde sie zu spät zur Arbeit kommen. Die Konzentration auf der Arbeit fiel ihr heute schwer. Gerne hätte sie Gary angerufen aber sie wusste er wollte nicht gerne gestört werden wenn er in dem Studio außerhalb war. Zu Hause spielte es keine Rolle. „Alishia ist alles in Ordnung mit Dir?“ Greg stand mit den Händen in die Hüften gestützt vor ihrem Schreibtisch. „Ja klar – warum?“ „Also dieses Angebot hier, ich will ja nicht meckern, aber das wimmelt nur so vor Fehlern darin. Das bin ich ja überhaupt nicht von dir gewohnt.“ Alishia wurde rot und wusste nicht was sie sagen sollte. „Ich hatte gestern Abend den tollsten Sex in meinem ganzen bisherigen Leben.“ Das wäre bei ihrem Chef wohl nicht sehr gut angekommen. Also suchte sie flux nach einer Ausrede. „Ähm, ich, ich habe heute elendige Kopfschmerzen daran wird es wohl liegen.“ Alishia hätte sich selber für die fahle Ausrede ohrfeigen können. „Weißt du da gibt etwas, das heißt Tabletten, vielleicht wirfst du die dir ja mal eine von rein. Dieses Angebot muß auf jeden Fall heute noch raus. Also bitte.“ Greg war die Geduld in Person. Immer sehr freundlich und höflich. Auch jetzt hatte er seine Stimme nicht erhoben. Aber wenn er unter Termindruck stand dann konnte er ziemlich zynisch werden. „Ja klar habe ich schon gemacht – mir geht es gleich besser. Selbstverständlich geht es heute noch fehlerfrei raus.“ Alishia riß sich die nächsten 3 Stunden wirklich sehr am Riemen und es gelang ihr tatsächlich das Angebot zur Zufriedenheit von Greg fertig zustellen. Fast pünktlich verließ sie das Büro und brachte das Angebot noch persönlich zu dem Kunden – es lag auf ihren Weg nach Hause. Jane wollte so gegen 17.00 Uhr vorbei kommen – das würde Alishia locker schaffen und sogar besorgte sie noch Kuchen unterwegs.
Als sie zu Hause angekommen war blinkte der Anrufbeantworter. „Hallo Süße ich vermisse dich sehr. Es wird heute leider sehr spät – warte nicht auf mich. Ich liebe dich – Kuß.“ Alishia schaute enttäuscht auf das Telefon. Schade ausgerechnet nach gestern. Sie schmiß ihre Tasche und Jacke in die Ecke und ging in die Küche. Sie machte einen Kaffee, drapierte den Kuchen auf ein hübsches Tablett und setzte sich erst einmal hin. Ganz in Gedanken saß sie nun da und hörte das klingeln nicht. Plötzlich schlug jemand gegen das Küchenfenster. „Alishia willst du mich nicht reinlassen?“ Alishia fuhr herum und sah mehr als erschrocken zum Fenster. „Jane bist du verrückt – soll ich einen Herzinfarkt bekommen?“ Jetzt mach schon die Tür auf – ist nicht sehr gemütlich hier draußen.“ Alishia lief schnell zur Haustür. „Hallo meine liebe – hast du geträumt oder was? Jane drängte sich schnell in den Flur – weil es goss in strömen. „Ja ich habe wirklich geträumt. Mein Tag war heute völlig chaotisch. Habe ein Angebot versemmelt aber noch rechtzeitig wieder gerade rücken können. Ich weiß auch nicht was mit mir los ist.“ Das war eine glatte Lüge aber sie wollte nicht direkt so mit der Tür ins Haus fallen. „Komm ich habe Kuchen besorgt wir Genehmigen uns ein fettes Stück und Kaffee habe ich auch gemacht.“ Alishia lief vor in die Küche. „Da sage ich nicht nein. Bin ja schon verheiratet, Howard wird ein Pfund mehr oder weniger nix ausmachen. Du musst allerdings aufpassen meine liebe – Gary ist dir noch nicht sicher.“ Jane lachte lauthals los. Alishia rang mit sich aber sie konnte es nicht länger für sich behalten. „Jane ich habe es getan.“ Jane schaute sie mit großen Augen an. „Was getan?“ Alishia schüttelte den Kopf. „Ach Mensch Jane, ich habe mit Gary, du weißt schon.“ Laut schrie Jane auf. Nein, das wurde aber auch Zeit – entschuldige bitte – ich weiß ja aber es war wirklich an der Zeit. Und wie war es erzähl schon. „Es war einfach wunderbar. Ich habe mich lange nicht so wohl gefühlt und frei. Er war sehr vorsichtig und unheimlich zärtlich – habe mich gefragt warum ich so lange gewartet habe. „Na siehst du ich wusste es. Na dann ist ja jetzt alles klar. Eine Wohnung brauchst du jetzt wohl nicht mehr – oder?“ Jane schaute sie grinsend an. „Nein ich denke nicht. Er sah es aber die ganze Zeit schon so – auch als wir noch nicht miteinander geschlafen hatten. Ihm war es nicht wichtig – natürlich gehört es dazu – aber er hätte auch noch länger gewartet. Konnte ich kaum glauben.“ Alishia schaute mehr als zufrieden auf ihren Kuchen. „Ach bevor ich es vergesse hier ist Post für dich.“ Jane zog einen DIN A4 Umschlag aus ihrer Tasche.“ Post von Thomas kam immer zu Jane weil er nur ihre Adresse hatte. „Oh Mann was ist das denn wieder. Verkauft er jetzt das Sofa und teilt mir wieder mit wie hoch mein Anteil wäre.“ Die letzten Wochen kam immer wieder Post. Alles Sachen die überhaupt keine Rolle spielten. Thomas wollte wohl nur dafür sorgen das er Alishia im Gedächtnis blieb. Alishia öffnete den Umschlag und wurde sogleich leichenblass. Ein Brief vom Gericht. Behrendt ./. Behrendt. In o.a. Angelegenheit bitten wir sie am … um… sich im Gericht Luxemburger Str. Saal 14 einzufinden. Alishia sah aus als hätte sie eine Todesnachricht erhalten. „Was ist denn – was steht denn da drin?“ Jane schaute sie besorgt an. „Ich muß nach Köln, Anhörung wegen der Scheidung – die wenn alles gut läuft dann auch direkt vollzogen wird. Jane ich muß nach Köln oh nein.“ Alishia traten Tränen in die Augen. „Das ist doch kein Ding. Du gehst da hin ihr werdet geschieden und schwubs bist du wieder hier.“ Jane wusste das es nicht so einfach war wie sie es gerade verkündetete. Natürlich würde Alishia Thomas da wieder sehen. Thomas würde mit Sicherheit versuchen wieder auf sie einzureden – ja sie überreden wollen es sich noch einmal zu überlegen. Aber nach dieser Geschichte eben mit Gary hatte Jane keine Bedenken. „Glaubst du er wird es einfach so hinnehmen? Ich habe Angst.“ Jane nahm ihre Freundin in den Arm. „Ist doch klar du fährst auf keinen Fall alleine.“ Alishia wünschte sich das Gary da wäre. Sie überlegte ob sie ihn anrufen sollte – doch ihr fehlte der Mut. Jane redete immer wieder auf sie ein das es schon alles gut gehen würde – aber eigentlich wusste auch sie das diese Hürde noch einmal hart zu nehmen wird. Jane verabschiedete sich an diesem Abend nur sehr ungerne von Alishia. Eigentlich wäre sie gerne geblieben bis Gary nach Hause gekommen wäre. Leider war sie mit einer anderen Freundin schon seit Wochen verabredet – sie mochte nicht schon wieder absagen. In der Vergangenheit hatte sie oft Treffen abgesagt, auch wegen Alishia. Ihre Freunde vor Ort bekamen sie selten zu Gesicht. Die Freude das sie wieder in ihrer Nähe war kostete Jane vollkommen aus – aber jetzt war es an der Zeit die anderen Freundschaften weiter zu pflegen. „Also Süße mach dir keinen Kopf, bis zu dem Termin ist ja reichlich Zeit und bis dahin wird es schon gehen. Ich wäre gerne noch geblieben aber Ami verzeiht es mir nie wenn ich ihr jetzt noch absage.“ Alishia schaute sie nur traurig an. „Nein, kein Problem geh nur – ich mach es mir auf der Couch bei einem Film gemütlich. Ich denke Gary wird auch bald kommen.“ Jane umarmte Alishia noch einmal und drückte sie ganz fest, dann war sie weg. Alishia machte sich eine Schüssel Popkorn – legte ihren Lieblingsfilm ein – und machte es sich auf der Couch gemütlich. Sie schaute mit Hochgenuss ihrem Johnny zu wie er sich durch die Karibik schlug. Als sie das letzte mal auf die Uhr schaute war es schon 21.00 Uhr – von Gary noch nichts zu hören. „Hallo Süße du bist noch wach? Du solltest doch nicht auf mich….“ Als Gary näher an die Couch trat sah er erst das Alishia schlief. Auf ihrer Brust lag ein Brief. Ganz vorsichtig zog Gary den Brief weg und zog Alishia die Decke über. Eigentlich wollte er es nicht lesen, was für ihn auch sehr schwierig war weil deutsch nicht gerade einfach für ihn war, aber er erkannte das es ein wichtiges Dokument war. Datum und Uhrzeit waren auch für ihn zu erkennen und Behrendt ./. Behrendt war auch sehr schlüssig. Gary setzte sich erst einmal in den Sessel. Er wusste natürlich was das bedeutete. Er musste erst einmal tief durchatmen. Alishia wälzte sich unruhig auf der Couch und wachte schließlich auf. Direkt sah sie Gary auf dem Sessel sitzen. „Hallo da bist du ja. Wie spät ist es denn?“ 23.30 Uhr – ist wirklich sehr spät bei mir geworden.“ Gary schaute auf den Brief in seiner Hand. „Entschuldige ist nicht meine Art deine Post zu lesen. Aber er lag auf deiner Brust, habe ihn weggenommen um dich zuzudecken.“ Alishia standen gleich die Tränen in den Augen. „Weißt du was es bedeutet?“ „Ja Alishia das denke ich schon. Dein Scheidungstermin und du musst nach Deutschland. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, ich wusste das es eines Tages passieren wird.“ Gary sah sehr unglücklich aus. „Das ist ein schlechter Termin Alishia.“ „Warum Gary?“ Gary wand sich aber es nützte ja nichts er musste es sagen. „Ich muß ausgerechnet in der Woche nach Amerika – eine Produktion. Den Termin habe ich erst vor 2 Tagen bestätigt und fest zugesagt. Die haben alles schon gebucht. Den kann ich unmöglich absagen.“ Nun liefen Alishia die Tränen über das Gesicht. „Nein, ich hatte gehofft du kannst mich begleiten. Ich kann da unmöglich alleine hinfahren. Gary kannst du denn gar nichts machen?“ Alishia weinte jetzt ohne sich zurückzunehmen. Gary setzte sich zu ihr auf die Couch. „Süße nicht – du hast schon so lange nicht mehr geweint – steht dir gar nicht. Lächle für mich – dann siehst du so hübsch aus. Wir finden eine Lösung ganz bestimmt. Kann Jane nicht mit dir fliegen?“ „Denkst es ist eine gute Idee mit zwei Frauen da aufzukreuzen. Thomas verspeist sie zum Frühstück nachdem wie sie ihm hier gegenüber getreten ist. Da waren du und Howard noch da – aber wenn wir mit ihm alleine sind.“ Alishia war tot unglücklich - alles lief überhaupt nicht so wie sie es sich gedacht hatte. „Howard hat in der Zeit jede Menge DJ Termine das weiß ich von Jane – ich würde ihn damit aber auch nicht belästigen wollen. Was machen wir nur Gary?“ Gary schaute sie mit großen Augen an und kratze sich an der Stirn. „Ich habs – Jason. Ja Jason – der hat im Moment nix auf dem Zettel stehen. Wenn ich ihn frage der sagt bestimmt nicht nein. Ich werde ihn gleich Morgen früh anrufen.“ Alishia schaute Gary ungläubig an. „Jason? Nein, das geht doch nicht. Ich kenne ihn kaum. Klar haben wir uns jetzt ein paar mal gesehen, aber da können wir ihn doch nicht mit rein ziehen.“ „Er ist mein Freund und wenn ich ihn bitte tut er das – ganz bestimmt. Alleine lasse ich dich nicht fliegen – wenn Jason dabei ist kann nichts schief gehen. Hauptsache ein Mann an deiner Seite, das wird Thomas abschrecken dir irgendetwas antun zu wollen.“ Gary war sichtlich stolz – er fand seine Idee brillant. Alishia hätte es gerne anders gehabt, aber besser so als alleine zu fliegen sagte sie sich immer wieder.
Die Nacht schliefen Alishia und Gary sehr unruhig. Alishia hatte einen äußerst bösen Traum. Sie träumte vom Gerichtssaal, wie Thomas aufstand, sich vor ihren Tisch stellte und sie anschrie: „Wenn ich dich nicht haben kann, soll dich keiner haben.“ Thomas zog eine Pistole und schoß ein dutzend mal auf Alishia. Alishia schreckte hoch und schrie ganz laut. Gary wachte sofort auf. „Hey was ist denn los?“ „Ich hatte einen schrecklichen Traum, wirklich einen ganz schrecklichen Traum.“ Alishia weinte jetzt und klammerte sich an Gary. „Was hast du denn so schreckliches geträumt? Beruhige dich doch.“ „Ich bin tot Gary, tot.“ Gary konnte erst einmal kein Wort sagen. Langsam berappelte er sich. „Wieso tot?“ „Er hat mich erschossen – im Gerichtssaal. Er hat gesagt wenn er mich nicht haben kann, soll mich keiner haben.“ Alishia zitterte am ganzen Körper. „Es war doch wirklich nur ein Traum. Pistolen dürfen doch nicht mit ins Gericht genommen werden. So was gibt es nur in Filmen. Ich rufe jetzt gleich mal Jason an. Dann können wir unbesorgter die nächsten Tage verbringen. Gary erklärte Jason ausführlich die Situation und klärte mit ihm ob er zu diesem Zeitpunkt frei wäre. Jason bejahte das – warf aber seine Bedenken gegenüber Alishia ein. Sie würde ihn nicht sehr gut kennen – sicher hatten sie sich die letzte Zeit ein paar mal gesehen – aber die Person ihres Vertrauens wäre er sicher nicht. Gary versicherte ihm das Alishia ihn sehr schätzen und mögen würde. Sie mochte Jason´s ruhige und charmante Art sehr. Gary hätte ihr ausführlich erklärt das dies die Beste Lösung wäre und sie sei einverstanden. Jason war auch klar das Alishia diese Reise unmöglich alleine antreten konnte. „Also Gary wie gesagt ich habe da Zeit und wenn ich euch helfen kann – mir ist es eine Ehre – dann bin ich natürlich für euch da.“ Gary bedankte sich bei Jason tausendmal und lud ihn für das nächste Wochenende zum Abendessen ein. Jason sagte sehr gerne zu er fühlte sich immer wohl in Gary´s und Alishia´s Gesellschaft. Gary teilte Alishia das Ergebnis von dem Telefonat mit und versicherte auch ihr das es so wirklich am Besten wäre. Alishia war jetzt nicht mehr so aufgebracht wie gestern und meinte das es so wohl am Besten wäre. Alleine wäre sie niemals geflogen. Sie mochte Jason sehr, er strahlte Ruhe aus und sie hatte ihn noch nie schlecht gelaunt erlebt. Sie wusste nicht was er alles von ihr wusste, sie würde ihm auch nichts anvertrauen – dazu war Gary da – aber es war o.k. das er sie begleiten sollte. Gary war mehr als erleichtert. Eine Woche später stand Alishia in der Küche und bereitete ein köstliches Essen zu. Italienisch gab es heute Abend. Gary liebte dieses Essen sehr. Jason war eigentlich mehr für indisch, aber Alishia war diese Küche völlig fremd. „Na was gibt es denn leckeres?“ Jason hatte sich hinter Alishia geschlichen. „Mensch Jason hast du mich erschreckt.“ Jason nahm sie in den Arm und schon tat es ihm leid sie so erschrocken zu haben. „Tut mir leid, einen schönen guten Abend. Es duftet köstlich hier, aber nicht indisch.“ Alishia schaute mit mit zugekniffenen Augen an. „Nein nicht indisch, aber ich verspreche dir auch das wird dich satt machen und ist ehr nahrhaft.“ Alishia wandte sich wieder ihren Töpfen zu. Sie hatte eine Lasagne im Ofen, als Vorspeise hatte sie kleine Tortillas überbacken und zum Nachtisch gab es Mousse Chocolat. Sie wollte jetzt schon Jason wohl für seinen Einsatz danken. Nur noch zwei Tage und sie würde die Reise mit ihm antreten. Gary flog schon morgen nach Amerika. Eigentlich war sie mehr als traurig, aber heute Abend wollte sie eine fröhliche Gastgeberin sein. „Jungs wir können essen, kommt ihr bitte?“ Alishia hatte alles schon aufgetragen. „Hm was für ein Mahl. Womit haben wir das denn verdient?“ Gary sein Blick schweifte über den reichlich gedeckten Tisch. „Nun es ist dein Abschiedsessen Gary und für Jason ist schon mal ein kleiner Dank das er mich begleitet.“ Alishia sah die beiden so fröhlich an wie es nur ging. „Du brauchst mir wirklich nicht zu danken Alishia. Ich mache das sehr gerne. Ich mag dich wirklich sehr, ich tue das nicht nur weil Gary mein Freund ist. Ich tue das für euch beide. Ich finde du hast es verdient glücklich zu sein, glücklich hier mit Gary. Das wird am Montag alles ruck-zuck über die Bühne gehen und am Abend sind wir schon wieder hier.“ Jason meinte was er sagte und war sichtlich mit sich zufrieden. Er griff tüchtig zu und stand fast kurz vor dem platzen. „Hat es euch geschmeckt?“ „Ja wirklich sehr lecker, ich kriege jetzt allerdings noch nicht mal mehr eine Erdnuss runter. Ich bin mehr als satt.“ Jason lehnte sich im Stuhl zurück und klopfte sich mit beiden Händen auf seinen mehr als flachen Bauch. Gary und Jason halfen beide Alishia den Tisch abzuräumen. Gary räumte die Küche sogar auf als alles getan war nachten es sich die beiden im Wohnzimmer gemütlich. Der Abend war einfach nur schön. Jason erzählte ein paar Storys aus der vergangenen Bandzeit – alle lachten herzlich. Thema an diesem Abend war nicht die Reise von Gary und auch die von Alishia und Jason. Jason verabschiedete sich nicht zu spät von den beiden, wusste er doch das es ihr letzter gemeinsamer Abend war. Gary würde für 1 Woche wegbleiben das erste mal seit die beiden zusammen waren – er wollte nicht länger stören. „Also ich bin dann am Montag so gegen 9.00 Uhr hier. Unser Flieger geht um 11.00 das schaffen wir dann. Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend.“ Jason schlurfte zur Tür. Gary begleitete ihn und ging mit ihm raus. „Also Jason ich danke dir noch mal. Paß gut auf meine Süße auf und bring sie mir heil zurück.“ Gary nahm Jason in den Arm und klopfte ihm mit beiden Händen auf den Rücken. „Klar bringe ich sie dir heil zurück. Mach du deinen Job in den USA, mach dir keine Sorgen wir schaukeln das Kind schon. Gute Nacht.“ Jason ging zu seinem Auto und verschwand in der Dunkelheit. Gary blieb noch einen Moment draußen stehen. Ihm ging so viel durch den Kopf. Er wäre so gerne an Alishia´s Seite gewesen. Er wusste genau was für ein schwerer Gang es für sie war aber leider hatte er überhaupt keinen Handlungspielraum. Er verriet Alishia nicht das er auch für sie ein Ticket hatte. Er hatte eigentlich geplant sie mitzunehmen. Mit Greg hatte er schon alles abgesprochen, das Alishia die Woche frei hatte. Jetzt brauchte sie sie tatsächlich allerdings nicht für die schöne Reise nach den USA. Er hatte eine sehr schöne Suite gebucht und ein paar schöne Ausflüge. Ihm war jetzt überhaupt nicht wohl sie alleine hier zurückzulassen. „Gary kommst du? Was machst du denn hier draußen so alleine im Dunkeln?“ Gary fuhr herum und sah Alishia erschrocken an. „Ich dachte ich hätte einen Fuchs gesehen.“ „Einen Fuchs hier? Und wenn laß ihn doch hier sind doch keine Tiere die er sich holen könnte. Kommst du mit rein oder willst du auf Jagd gehen?“ Alishia lachte herzlich als sie das sagte. „Sehr lustig na warte wenn ich dich kriege.“ Alishia war alarmiert und lief sofort los. Gary setzte zu einem Spurt an und erwischte sie noch so gerade eben am Treppenaufgang. „Du entkommst mir nicht du freches Ding – hier geblieben.“ Alishia ließ sich auf die Stufen fallen und setzte sich erschöpft hin. „Ich gebe mich geschlagen, bitte hab Mitleid.“ „Mitleid? Nein ich denke das kann ich mir heute Abend nicht leisten. Du wirst wohl dran glauben müssen. Hastig fing Gary an Alishia zu küssen. Er küsste sie als wenn es kein Morgen geben würde. Immer wieder schaute er sie an und versicherte ihr wie sehr er sie lieben würde. „Gary ich liebe dich auch, ich liebe dich über alles. Wir schaffen das, so wie wir es bis hierher auch geschafft haben. Komm lass uns nach oben gehen hier ist es nicht sehr gemütlich.“ Alishia zog Gary die Treppe hinauf ins Schlafzimmer. „Lass uns alles vergessen. Es gibt nur diesen Moment diesen Augenblick. Lass uns alles vergessen.“ Mit diesen Worten warf sie Gary auf das Bett und fing hastig an ihn auszuziehen. Gary seinerseits blieb auch nicht untätig und sorgte dafür das Alishia ihre Klamotten los- wurde. Es gab kein langes Vorspiel keine Zärtlichkeiten sie kamen beide sofort zur Sache. Alishia war entspannt und ausgesprochen erregt. Gary hatte keine Probleme sofort in sie einzudringen. Sie küssten sich wild und unbändig. Gary biss Alishia in ihr Ohr in die Lippe und er stöhnte voller Erregung laut auf. Alishia war nicht weniger wild. Sie wollte es schnell und hart an diesem Abend – sie wollte ihn ganz tief in sich spüren – als ob sie einen Teil von ihm mitnehmen wollte. Beide schwitzen vor lauter Erregung und natürlich durch ihren körperlichen Einsatz. Jetzt lagen sie nebeneinander, beide atmeten schwer es war doch sehr anstrengend. „Mein Gott du wilder Hengst.“ Alishia schaute Gary grinsend an. „Na du musst gerade reden, du kleine Wildkatze. Dachte ich könnte dich nicht bändigen.“ Gary nahm Alishia in den Arm und ihr Kopf ruhte auf seiner Schulter. Beide schliefen fast gleichzeitig ein.
Sonntag! Der Wecker holte die beiden heute jäh aus dem Schlaf. Sonntag mit Wecker aufstehen kommt sonst nie vor. Alihsia machte als erste die Augen auf. 7.00 Uhr ach Mensch noch ein paar Minütchen dachte sie. Dann fiel es ihr sofort ein. Gary fliegt ja heute oh nein. Er lag noch im tiefen Schlaf neben ihr. Sie setzte sich auf und schaute ihn einfach nur an. Wie süß er aussah wenn er schlief. Sie liebte alles an ihm. Seine schönen grünen Augen, sein unsagbar hinreißendes Lächeln. Sein dreckiges Lachen wenn jemanden ein Missgeschick passierte war einmalig. Seine Hände waren wunderschön. Sie schaute ihn an und schwor ihm in Gedanken ewige Liebe und Treue. Sie war sich ihrer Sache sehr sicher, sie wusste sie wollte ihn und sonst gar nichts. Thomas war Vergangenheit und sollte keine Rolle mehr in ihrem Leben spielen. Gary drehte sich jetzt ein paar mal hin und her – schließlich wachte er auf. Alishia saß im Schneidersitz vor ihm. „Guten Morgen Herr Schlafmütze.“ Alishia lächelte ihn sanft an. „Guten Morgen! Warum sitzt du denn da so?“ Gary rieb sich die Augen. „Na ich habe mir meinen edlen Ritter noch einmal ganz genau angeschaut – meinen Retter. Gary ich vermisse dich jetzt schon.“ Alishia wollte eigentlich tapfer sein aber sie konnte es einfach nicht. Schnell füllten sich Augen mit Tränen. „Hey Alishia nicht. Mir fällt es schon schwer genug – mach es mir bitte nicht noch schwerer. Ich würde alles dafür geben wenn ich es ändern könnte.“ Gary war jetzt sehr bedrückt. Einen Blick zur Uhr verriet ihm das er sich beeilen musste. Gary hatte für diesen Morgen einen Wagen bestellt. Er wollte nicht das Alishia ihn zum Flughafen begleitete der Abschied fiel schon schwer genug. Sie frühstückten rasch zusammen dann war es Zeit. „Alishia ich liebe dich. Wir sehen uns am Samstag – pass gut auf dich auf. Ich werde die Minuten zählen wann wir uns wieder sehen. Sei stark und komm bitte wieder zurück – ich kann ohne dich nicht leben.“ Gary sah ihr bei diesen Worten tief in die Augen. „Oh Gary ich liebe dich über alles. Du hast mein Leben so verändert. Ich bin so glücklich mit dir. Natürlich komme ich zurück ich kann mir auch ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen.“ Alishia liefen Tränen über die Wangen. Sie wollte nicht aber sie konnte nicht anders. Es war kein Abschied für immer – aber trotzdem fiel es beiden mehr als schwer. Der Wagen fuhr im Hof vor und Gary schaute traurig aus dem Fenster. Wie gerne würde er jetzt sagen „Hey ich bleibe ich begleite dich morgen.“ Leider ging es nicht. Beide standen im Flur, Gary hielt Alishia im Arm und küsste sie immer wieder auf ihren Kopf. Sie klammerte sich um seine Hüften – sie wollte ihn nicht loslassen nie mehr – aber sie musste ihn jetzt gehen lassen. Gary öffnete die Tür stieg in den Wagen. Er ließ das Fenster runter. Alishia rannte zum Auto. „Alishia denk an meine Worte in der Pension, ich liebe dich vergiß das nicht.“ Das Auto setzte sich in Bewegung. Alishia stand nur da und schaute dem Wagen hinterher. Sie winkte nicht sie warf Gary keinen Kuß hinterher sie stand nur da. Ich halte dich zurück, Alishia ich halte dich zurück – ging es ihr durch den Kopf. Sie konnte jetzt noch nicht ahnen wie wichtig diese Worte in den nächsten Tagen für sie sein würden.
Den Sonntag verbrachte Alishia im Schlafanzug. Sie hatte zu nichts Lust. Sie streifte unruhig durch das Haus. Nachmittags telefonierte sie bestimmt 2 Stunden mit Jane. Die versicherte ihr dass alles glatt laufen würde. Ist doch nur ne Formsache sagte sie immer wieder. Howard ließ sie recht herzlich Grüßen und wünschte ihr eine schöne Reise. Außerdem solle sie auf Jason aufpassen. Komisch flog er nicht mit um auf sie aufzupassen. Jane verabschiedete sich mit trauriger Stimme von ihrer Freundin und versprach am nächsten Morgen auf jeden Fall am Flughafen zu sein. An diesem Abend nahm Alishia zwei Schlaftabletten – wusste sie doch das sie sonst kein Auge zumachen würde. An diesem Abend hörte sie nicht mehr das Telefon – Gary versuchte sie zu erreichen. Den AB hatte Alishia ausgeschaltet schon die Vorbereitung das die nächsten zwei Tage keiner da sein wird. Gary legte enttäuscht auf. Er hätte gerne noch einmal ihre Stimme gehört.
Pünktlich um 9.00 klingelte es am Montagmorgen an der Tür. Alishia war schon sehr früh wach geworden und stand schon in der Jacke an der geöffneten Tür. „Wir können sofort los, guten Morgen.“ Alishia griff ihre Tasche schloß die Tür und schloß ab. „Guten Morgen gib die Tasche in bring sie schon zum Wagen.“ Jason wusste er sollte Alishia jetzt einen Augenblick alleine lassen. Und genauso war es richtig. Sie blieb vor der Tür stehen und schaute sich noch einmal das Haus an. Ihr Magen zog sich zusammen und Tränen standen in ihren Augen. Sie gab sich selber einen Rück. Du ziehst das heute durch und heute Abend bist du schon wieder hier. Sie drehte sich um stieg in den Wagen. „Wir können fahr los.“ Jason schaute sie besorgt von der Seite an. „Alle klar bei dir? Wir kriegen das schon hin – heute Abend sitzen wir hier im Wohnzimmer und feiern deine Scheidung.“ Jason wollte ihr so gut es geht Mut machen – er war aber auch von seinen Worten überzeugt. Die Fahrt zum Flughafen verlief ohne ein richtiges Gespräch. Alishia tat es leid aber sie hatte keine Lust auf Konversation. Jason nahm ihr das nicht übel, er konnte es gut verstehen. Der Flug verlief, wie nicht anders zu erwarten war, ohne Zwischenfälle. Jason war sehr angespannt und nervös, mühte sich aber ab es Alishia nicht zu zeigen. Tja, fliegen das war nicht gerade sein Hobby – Flugangst. Auf ihr Gepäck mussten sie nicht warten – beide hatten nur eine kleine Tasche die sie als Handgepäck mit an Bord nehmen durften. Ein Taxi brachte sie schnell zum Hotel so dass sich beide noch einmal frisch machen konnten. Alishia nutze zudem das alleine sein noch einmal um ihren Kopf noch einmal richtig durchlüften zu können. Um 15.00 war der Termin sie hatten noch gut 2 Stunden Zeit. Plötzlich klopfte es an ihrer Zimmertür. „Ja bitte wer ist da?“ „Ich bin es – Jason.“ Alishia öffnete die Tür. Jason stand vor ihr mit Schal, Mütze und Sonnenbrille auf. Nichts ungewöhnliches eigentlich – wenn draußen nicht 19 Grad und kein Sonnenschein wären. „Ähm, wie siehst du denn aus? Was wird das denn?“ Alishia ging zur Seite das Jason eintreten konnte. „Nun ich möchte nicht erkannt werden – könnte ein bisschen problematisch werden.“ Alishia schaute ihn fragend an. „Wer soll dich denn nicht erkennen? Thomas oder was?“ Alishia wusste nicht was sie davon halten soll. „Nein der ist mir egal. Fans.“ Jason nahm jetzt die Sonnenbrille ab und grinste Alishia breit an. „Was für Fans denn? Was machst du denn beruflich?“ Alishia merkte jetzt das sie gar nichts über Jason wusste. „Nun ist schon ne Weile her aber vielleicht würde die eine andere mich noch erkennen. Unsere Zeit in der Band – du weißt doch.“ Jetzt fiel es Alishia wieder ein. Waren sie so berühmt gewesen? Sie erinnerte sich nicht. „Nun wenn du denkst dass es nötig ist. Ich habe kein Problem mit dir so loszugehen.“ Alishia zog sich ihre Jacke an. „Moment noch. Was erwartest du eigentlich von mir?“ Jason stand jetzt ganz dicht vor ihr. „Was meinst du denn damit?“ Alishia ging einen Schritt zurück. „Hey nein. Ich meine im Gerichtssaal – was muss ich tun?“ „Ach so, entschuldige Jason. Nun du bist nur Zuhörer – du musst gar nichts tun. Es ist einfach nur wichtig das Thomas sieht das ich nicht alleine bin – du bist also nur als mein Beschützer dabei.“ Alishia legte Jason eine Hand auf die Schulter. „Na das ist ja keine schwere Aufgabe – das kriege ich hin. Also wollen wir?“ „Ja wir müssen wohl.“ Es war inzwischen halb 3. Sie stiegen schnell in ein Taxi. Alishia sagte nur ganz knapp – Gericht Luxembugerstr. Die Fahrt über sprach sie kein Wort. Ihr war speiübel . Am Gericht angekommen zahlte sie die Fahrt und beide stiegen gleichzeitig aus. Sie gingen den Weg hinauf zum Eingang und da stand er auch schon – Thomas. „Hallo Schatz schön dich wieder zusehen. Willst du mir nicht deinen Begleiter vorstellen?“ Thomas sagte dies in einem abfälligen Ton. „Hallo Thomas.“ sagte Alishia knapp. Das ist Jason ein Freund von mir.“ Alishia schaute Thomas nicht in die Augen. „Ein Freund von dir? Na der damals sah aber anders aus. Lässt wohl nichts anbrennen. Hättest in unserer Ehe mal nen ton sagen sollen. Karsten und Stephan waren auch scharf auf dich – ich hätte dich mal rübergereicht.“ Thomas grinste richtig dreckig bei diesen Worten. „Thomas, da lasse ich mich gar nicht drauf ein – denk von aus was du willst. Kannst mich nicht locken mit deinen dreckigen Worten.“ Alishia schob hoch erhobenen Hauptes an ihm vorbei. „Jason kommst du?“ Warf sie den Kopf zurück um gleich drauf wieder stur geradeaus zu gucken. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals und ihre Hände zitterten in den Jackentaschen. Sie gab sich große Mühe das nicht zu zeigen. „Hundchen lauf, deine Herrin hat gerufen. Mit mir würde sie so was nicht machen.“ Thomas schüttelte heftig den Kopf. Jason schaute ihn nur von oben bis unten an und ging Alishia hinterher. Er hatte so einiges von dem Typen gehört. Er war erstaunt als er ihn jetzt sah. Sicher sah er nicht schlecht aus gar nicht wie so ein gewalttätiger Mann. Aber wie sieht so jemand auch aus. Trotzdem hatte Jason das Gefühl er sollte ihn besser im Auge behalten. Sie hatten noch nicht ganz die Tür zum Sitzungssaal erreicht wurden sie auch schon aufgerufen. „Nun meine Süße dann kann es jetzt ja los gehen. Ich hoffe du bist gut vorbereitet.“ Alishia schaute Thomas mit großen Augen an. Was meinte er wohl damit. Jason durfte nicht neben Alishia sitzen – er war kein Mitglied der Familie und auch sonst bestand keine Verwandtschaft. Alishia war mehr als traurig darüber. Der Richter laß die Namen vor und worum es am heutigen Tage ging. „Nun Frau Behrendt ich sehe sie sind heute aus England angereist. Sie leben seit gut einem Jahr von ihrem Ehemann Herr Behrendt getrennt. Ich frage sie nun ob auch sie der Scheidung einwilligen.“ Alishia schaute den Richter mit großen Augen an. Ihre Gedanken wirbelten wie in einem Sturm. „Frau Behrendt haben sie meine Frage nicht verstanden?“ Alishia erschrak. „Doch, doch natürlich.“ „Würden sie mir dann dann bitte eine Antwort geben.“ Der Richter zog sich seine Brille von Nase und schaute Alishia streng an. „Ja ich möchte die Scheidung natürlich.“ Alishia sprach ganz leiste. „Sie möchten also die Scheidung habe ich das richtig verstanden?“ „Ja.“ Erwiderte Alishia ganz knapp. „Nun gut. Herr Behrendt sie haben die Scheidung eingereicht, trotzdem muss ich sie auch fragen. Herr Behrendt willigen auch sie heute in die Scheidung ein?“ Thomas erhob sich von seinem Stuhl. „Herr Behrendt sie dürfen ruhig Platz behalten.“ Der Richter schaute streng über seine Brillengläser hinweg. „Also, ich willige in die Scheidung nicht ein.“ Alishia traute ihren Ohren nicht. Was sollte das? Der Richter schaute Thomas verwundert an. „Herr Behrendt sie haben die Scheidung eingereicht. Hier sind die Gründe lückenlos aufgeführt. Ihre Frau betrügt sie mit einem Mann in England, sie hat sie einfach so verlassen. Warum wollen sie jetzt nicht mehr?“ Alishia konnte nicht glauben was sie hörte. Thomas dieses Schwein stellte es so hin als wäre alles ihre Schuld. Jason saß da und wusste nicht was los war. Alishia schaute ihn an und ihr Gesicht sprach Bände. Jason merkte das irgendetwas schief lief. „Herr Richter ich möchte meiner Frau Gelegenheit geben noch über alles nachzudenken. Ich hätte sie gerne wieder bei mir – ich liebe sie sehr.“ Thomas sagte dies mit einer so zuckersüßen Stimme das ihm wahrscheinlich sogar der liebe Gott glaubte. „Nun Herr Behrendt, ohne ihrer beider Einverständnis kann ich die Scheidung nicht vollziehen. Frau Behrendt in diesem Falle müssen wir leider einen neuen Termin anberaumen. Wenn auf einer Seite Zweifel bestehen bin ich dazu verpflichtet. Der Termin wird auf diese Woche Do. um 11.00 Uhr festgelegt. Sie Sitzung ist geschlossen.“ Alishia konnte es nicht fassen. Klar du gehst dahin ihr werdet geschieden und ruck-zuck bist du wieder hier. Heute Abend feiern wir deine Scheidung. Ihr Kopf drehte sich wie ein Karussel. Die Stimmen um sie herum wurden immer leiser und schließlich sackte sie vom Stuhl. Jason sprang sofort auf und wollte zu ihr doch Thomas war schneller. Jason ließ sich davon nicht abhalten. Der Richter ließ sofort einen Gerichtsdiener mit einem Glas Wasser herbeirufen. Nun standen alle um Alishia herum. Thomas kniete neben ihr. „Hey meine Süße was ist denn los? Mach doch keine Sachen.“ Alishia schlug langsam die Augen auf. Als sie Thomas so dicht neben sich sah fing sie an zu schreien. „Nein, nein geh weg von mir. Ich will dich nicht in meiner Nähe haben. Laß mich in Ruhe – ich liebe dich nicht mehr. Wie könnte ich dich lieben du hast mir so wehgetan.“ Alishia weinte bei diesen Worten. Jason versuchte Thomas zur Seite zu schieben der blieb aber hartnäckig. „Nun Gerichtsdiener, ich denke es wäre ganz gut Frau Behrendt in meine Räumlichkeiten zu bringen. Herrschaften treten sie mal bitte alle zur Seite.“ Der Gerichtsdiener half Alishia aufzustehen und führte sie hinter dem Richtertisch zu einer Tür. „Bitte Herr Richter, ich möchte das mich der Mann da begleiten darf.“ Alishia zeigte auf Jason. „Nun wenn es ihr Wunsch ist bitte.“ Schnell gab Alishia Jason ein Zeichen er solle ihr folgen. Im Richterzimmer angekommen setzte sich Alishia auf die Couch. Jason stellte sich ans Fenster und schaute heraus. Er verstand kein Wort von alle dem . Ihm war wohl klar das hier etwas mehr als schief lief. „Nun Frau Behrendt, eigentlich ist so was hier nicht Alltag. Aber ich würde doch gerne wissen was das hier zu bedeuten hat. Ich bin schon einige Jahre in meinem Amt aber so was habe ich noch nicht erlebt. Haben sie Angst vor ihrem Mann?“ Der Richter sprach sehr ruhig und sachlich. Er sah das Alishia am ganzen Körper zitterte, sie war kaum in der Lage an ihrem Wasser zu trinken. „Herr Richter ich möchte die Scheidung. Ich kann nicht zu meinem Mann zurück. Was kann ich tun um heute noch geschieden zu werden?“ Alishia´s Stimme zitterte mit jedem Wort. „Frau Behrendt ob sie es glauben oder nicht – mir liegt eigentlich immer sehr daran eine Ehe zu retten, auch wenn ich Scheidungsrichter bin. Ist der Herr hier ihr Freund?“ Der Richter schaute zu Jason. „Nein, er ist nicht mein Freund – er ist ein Freund. Mein Freund konnte mich leider nicht begleiten. Wissen sie da gibt es nichts zu retten, ich bin froh wenn ich geschieden bin. Meine Ehe war die Hölle ich will sie nicht fortsetzten.“ Alishia weinte jetzt ohne sich zurückzunehmen. Jason trat vom Fenster weg und setzte sich neben sie. Er nahm sie ganz lieb in den Arm. Der Richter schaute die beiden einfach nur an. „Nun Frau Behrendt ich sehe wie es sie mitnimmt. Warum haben sie die Scheidung nicht eingereicht?“ „Ich, ich weiß auch nicht. Ich war jetzt so weit weg ich dachte das ist erstmal in Ordnung so. Ich habe darüber nicht nachgedacht. Ich habe mein neues Glück genossen – ist das so verwerflich?“ Alishia schaute den Richter traurig an. „Nein natürlich nicht. Aber wenn es so schlimm in ihrer Ehe war wie sie sagen hätte man eher die Scheidung von ihnen erwartet. Also ich denke ihr Mann ist sehr gut beraten worden. Er weiß wohl genau was er hier gerade tut. Ich kann ihnen nur empfehlen einen Gegenantrag einzureichen und dann wird am Donnerstag die Scheidung vollzogen. Sie müssen allerdings die genauen Gründe angeben. Auch wenn es ihnen schwer fällt würde ich ihnen empfehlen das ein bisschen genauer zu tun.“ Der Richter wusste genau womit er es hier zu tun hatte. In all den Jahren hatte er so manches erlebt er wusste wann es um Misshandlung in der Ehe ging und wann nicht. Alishia bedankte sich recht herzlich für die Versorgung und verließ mit Jason das Gerichtsgebäude. Draußen angekommen schaute sie sich ängstlich um. Jason wollte jetzt endlich wissen was denn los war. Alishia erklärte ihm alles ganz genau. Das nächste Taxi war ihrs. Sie stiegen rasch ein und schon ging es zum Hotel. Beide bemerkten nicht das dem Taxi ein anderes folgte. Der Fahrgast in diesem Taxi war kein anderer als Thomas. Im Hotel angekommen gingen beide erst einmal auf ihre Zimmer. Jason vergewisserte sich das es Alishia so weit gut ginge und wenn irgendetwas wäre solle sie in doch über Haustelefon anrufen. Alishia versicherte ihm es ginge ihr einigermaßen und sie wolle jetzt doch gerne alleine sein. Kaum im Zimmer klingelte das Telefon. Ach Jason dachte Alishia. „Behrendt.“ „Hallo Frau Behrendt hier ist Richter Groll. Ich habe mir es noch einmal durch den Kopf gehen lassen. In Anbetracht ihres Antrages beschleunige ich das Verfahren. Der Termin ist für morgen 15.00 Uhr festgelegt. Ihren Mann habe ich auch schon informiert. Ich denke für sie ist es von Bedeutung so schnell wie möglich das Land wieder verlassen zu können.“ „Ja, ja das ist es, ich danke ihnen.“ Alishia legte auf und schaute ungläubig das Telefon an. Mein Antrag, welcher Antrag. Sie hatte doch noch gar nichts ausgefüllt. Der Antrag lag hier auf ihrem Tisch. Gleich drauf machte sie sich daran diesen auszufüllen Tief musste sie in ihren Erinnerungen wühlen und das schmerzte sehr. Zwischendurch liefen ihr immer wieder die Tränen wie kleine Bäche aus den Augen. Eine Stunde später ungefähr war sie mit dem Antrag fertig – aber auch mit ihren Nerven. Die Minibar kam ihr gerade recht. Jason hatte es sich unterdessen vor dem Fernseher gemütlich gemacht. Er zwischte die Programme durch und blieb schließlich bei MTV stehen. Hier verstand er wenigstens ein bisschen was. Auch er hatte sich an seiner Minibar zu schaffen gemacht. Was sollte er auch sonst tun. Nun fiel ihm ein das es keine schlechte Idee wäre Jane und Howard zu informieren. Schnell wählte er ihre Nummer. Sie rechneten ja heute Abend schon wieder mit den beiden. Schließlich hatte er Howard am Telefon. Er erklärte ihm kurz aber sehr genau was geschehen war. Alishia ginge es den Umständen entsprechend sie wäre sehr tapfer meinte er. Howard war erschüttert und meinte er wüsste gar nicht wie er es Jane beibringen sollte. Sie war heute den ganzen Tag sehr gereizt und reagierte auf jede Kleinigkeit direkt cholerisch. Er würde es kaum mit ihr aushalten. Er erklärte Jason das es nicht sein Problem wäre – und das sie das glücklich hinter sich bringen sollten. So verabschiedeten sie sich. Jason überlegte noch einen Moment war sich dann aber sicher das auch Gary wissen müsse was los sei. Er würde mit Sicherheit heute Abend anrufen und wäre maßlos besorgt wenn sich niemand melden würde. Schnell wählte er seine Handy-Nummer. Es war nur die Mail-Box dran. Jason sprach ihm in kurzen knappen Sätzen auf diese. Jason versicherte Gary das er sich keine Sorgen machen solle – der Richter stände hinter Alishia – wäre alles nur noch Formalität. Nachdem er alles erledigt hatte was für ihn wichtig war wandte sich Jason seinem Drink und MTV wieder zu.
Alishia hatte inzwischen schon den zweiten Wodka-Orange getrunken und verspürte nun ein bisschen Hunger. Inzwischen waren es immerhin 19.00 Uhr. Sie nahm den Hörer ab um Jason anzurufen. „Hallo Alishia hier. Wollen wir zusammen was essen? Ich habe wahnsinnigen Hunger.“ „Ja gerne ich bin auch ein wenig hungrig. Bin in 2 Minuten bei dir.“ Jason klopfte an Alishia´s Tür. „Das ging aber wirklich schnell. Wo ist denn deine Verkleidung – willst du so los?“ Alishia lächelte Jason versöhnlich an. „Ich dachte wir bleiben hier im Hotel. Unten ist doch ein Restaurant, ich denke da kann man auch ganz gut essen.“ Gesagt, getan die beiden gingen runter ins Retaurant. Schnell schauten sie auf die Karte und das Essen war im Nu bestellt. Beide nahmen Wasser, der Wodka hatte Alishia erst mal gereicht und Jason trank zum Essen nie Alkohol. Alishia fragte Jason von der Zeit in der Band aus. Sie wollte mehr darüber wissen. Jason plauderte gewaltig aus dem Nähkästchen. Alishia wusste nicht ob sie lachen oder weinen sollte. Gary hatte ja wirklich ein reichhaltiges Leben hinter sich. Aber sie hatte auch ein reichhaltiges Leben hinter sich und es störte ihn nicht. Also sollte sie seine Vergangenheit auch nicht stören. Sie plauderten über dies und das. Jason wollte auch einiges über Alishia wissen – räumte aber sofort ein – wenn es zu privat wäre solle sie es ihm sofort sagen. Alishia erzählte ihm einiges aber nicht alles aus ihrer Vergangenheit. Das was sie erzählte reichte aber schon vollkommen aus. Jason verschlug es die Sprache. Er konnte nicht glauben was er da hörte und noch weniger begriff er wie Alishia das all die Jahre ausgehalten hatte. Nach dem Essen bestellten sich die beiden noch einen Wein und ließen den Abend ganz gemütlich ausklingen. Jetzt erst fiel Alishia ein Jason von dem Termin der schon für morgen anberaumt wurde zu erzahlen. Jason freute sich sehr darüber. Dennoch sah er ein wenig unglücklich aus. Alishia fragte nach und Jason verriet ihr dass er mit Jane und Howard telefoniert hatte und Gary auf die Mail-Box gesprochen hatte. Alishia war entsetzt aber nicht über Jason sondern über sich selber, sie hatte daran nicht gedacht.
Sie hatten einen sehr interessierten Zuschauer an diesem Abend. Thomas beobachtete die beiden. Er saß versteckt in einer Ecke an der Bar und trank Bier. Sein blitzen in den Augen sah gefährlich aus. Was hatte er heute Abend noch vor? Gegen 22.00 Uhr und 5 Weine später verließen Jason und Alishia das Restaurant. Artig begleitete Jason Alishia nach oben. Vor ihrer Tür angekommen verabschiedete Jason sich artig von Alishia. Er fand sie auch sehr hübsch und attraktiv und besonders nach diesen 5 Wein. Alishia konnte nicht anders sie umarmte Jason und dankte ihm dass er da war. „Jason ich bin dir so dankbar das du hier bist. Was hätte ich hier ganz alleine gemacht – ich würde verrückt werden.“ Alishia drückte ihn ganz fest. „Kein Problem Alishia ich bin für dich da, egal wann du heute noch das Bedürfnis hast ruf mich an.“ Jason drückte sie sehr herzlich an sich. Er war froh das sie in diesem Moment nicht seine Gedanken lesen konnte. Jason war schon länger alleine. Ein Tächtelmächtel hier und da, aber eine feste Beziehung hatte er nicht. Er hatte bis jetzt noch nicht die Richtige gefunden. Für ihn war aber auch klar –die Freundin von seinem Freund, auf jeden Fall ein Tabu. Obwohl er nach der Menge Wein gerne was zum schmusen gehabt hätte. Schnell wischte er diesen Gedanken fort. Alishia verschwand in ihrem Zimmer und Jason in seinem. Er schlief sehr bald ein. Alishia gab sich wirklich Mühe doch bekam einfach kein Auge zu. 1 Stunde wälzte sie sich jetzt schon hin und her. Gegen 23.15 klopfte es heftig an ihrer Tür. „Alishia ich bin es.“ „Wer ist ich?“ Alishia legte ihr Ohr an die Tür. „Thomas.“ Alishia sprang fast von der Tür weg. „Thomas was willst du denn hier, geh bitte laß mich in Ruhe.“ Alishia zitterte wie verrückt. „Alishia bitte ich möchte gerne mit dir regen. Ich verspreche dir ich tue dir nichts, bitte laß mich rein.“ Alishia zögerte dann öffnete sie einen kleinen Spalt die Tür. „Thomas worüber möchtest du denn noch reden? Ich glaube es wurde alles gesagt.“ Alishia stemmte sich insgeheim schon gegen die Tür. „Süße ich weiß ich habe eine Menge falsch gemacht. Ich weiß das es nicht wieder gut zu machen ist. Ich liebe dich, ich kann nichts dafür ich liebe dich einfach.“ Bei diesen Worten standen Thomas Tränen in den Augen Alishia machte die Tür nun ganz auf. „Komm rein.“ Sagte sie nur ganz knapp. Thomas nahm das Angebot natürlich gerne an. „Alishia ich weiß es wirklich, ich habe dir sehr wehgetan. Ich kann mich ändern, ich mache wieder eine Therapie. Den ersten Termin hatte ich schon – wir kriegen das in den Griff. Das mit dem Baby meine ich erst. Du kannst unsere Ehe unsere Zeit doch nicht einfach so wegwerfen.“ Thomas saß wie ein geprügelter Hund auf ihrer Couch. Alishia schwirrte der Kopf. Der Wein, Thomas sein Gerede – sie wusste überhaupt nicht was mit ihr geschah. Ihr Herz wurde ganz schwer. Wie gerne würde sie all das Glauben. Könnte er sich wirklich ändern? Mein Gott wie hat sie ihn geliebt als sie sich kennen lernten. Er war so charmant so aufmerksam so zärtlich. Ja so wie Gary jetzt war. Da waren ihren Gedanken bei Gary. Ich halte dich zurück – ich liebe dich. Immer wieder ging ihr dieser Satz durch den Kopf. „Alishia gib mir noch eine Chance. Ich habe es jetzt kapiert, dein Weggehen hat mir die Augen geöffnet. Ich leide sehr. Ich kann nicht mehr essen, nicht mehr schlafen mein Leben macht ohne dich keinen Sinn.“ Thomas wusste genau wie er den Hebel ansetzen musste. Er packte Alishia da wo er sie kriegen konnte. „Thomas ich möchte dir wirklich sehr gerne glauben. Ich habe dich so geliebt, all die Jahre. Ich habe mir so sehr eine Familie mit dir gewünscht. Du hast es kaputt gemacht nicht ich. Ich bin mit Gary wirklich sehr glücklich. Er ist so wie du einmal warst und ich hoffe er wird so bleiben. Ob du dich ändern kannst – das kannst du mir nicht versprechen. Du hast schon einmal eine Therapie gemacht. 1 Jahr war es fast wieder wie ganz am Anfang. Erinnere dich an unseren letzten Abend Thomas. Du hättest mich fast totgeschlagen. Ich will das nicht mehr – tut mir leit. Ich bitte dich willige morgen in die Scheidung – laß mich gehen. Wenn du mich liebst dann lässt du mich gehen.“ Alishia schaute ihm direkt in die Augen. Keine Angst, kein Zittern. Sie war ganz ruhig. Thomas sprang von der Couch hoch und lief im Zimmer auf und ab. Er redete unentweg wie sehr er liebe und das sie es doch noch einmal versuchen könnten. Er war wie besessen. Jason wachte plötzlich auf. Meine Güte habe ich einen Durst. Schnell ging er und holte sich ein Wasser auf der Minibar. In der Stille hörte er von nebenan lautes Reden. Das ist doch bei Alishia dachte er. Mit wem redet sie denn um die Zeit. Er griff den Hörer und wählte ihre Zimmernummer. Als das Telefon in ihrem Zimmer klingelt steht Thomas auf einmal still und leise im Zimmer. „Wenn das dein neuer ist, sag ihm du bleibst hier du kommst nicht zurück, bitte.“ Thomas trat an Alishia heran. „Ja, wer ist da bitte?“ Alishia blieb kerzengerade und aufrecht vor Thomas stehen. „Jason hier ist alles in Ordnung?“ „Bis jetzt ja.“ Alishia sprach mit harter Stimme. „Was heißt denn bis jetzt ja. Bist du nicht alleine?“ Jason setzte sich auf sein Bett. „Nein.“ Alishia schaute Thomas genau in die Augen. „Alles klar ich verstehe ich bin gleich da.“ Jason legte den Hörer auf und schlüpfte schnell in seine Klamotten. „Wer war das?“ Thomas zischte Alishia seinen Atem ins Gesicht. „Das war Jason er wollte wissen ob alles in Ordnung ist.“ Alishia wich keinen Schritt zurück. Ihr Herz klopfte als ob es zerspringen wollte. „Ach der Typ der heute mit im Saal war. Was dachtest du eigentlich was da passieren würde, das du einen Leibwächter mitbringen mußtes.“ Thomas seine Stimme klang jetzt nicht mehr so höflich und ruhig. „Bei dir weiß man ja nie. Ich habe Angst vor dir du bist unberechenbar. Findest du das eigentlich nicht schlimm? Wie peinlich ist das vor den ganzen Leuten. Deine Frau traut sich nicht alleine zum Scheidungstermin.“ Alishia war wirklich mutig das musste man ihr lassen. So war sie Thomas noch nie gegenüber getreten. Plötzlich klopfte es an der Tür. „Alishia alles o.k.? Ich bin es Jason.“ Thomas schaute sie mit einem vernichtenden Blick an. „Was will der denn jetzt? Du hast die Typen da wohl alle gut im Griff, pfeiffst einmal und die kommen sofort.“ Thomas lachte dabei sehr abwertend. „Alishia machst du jetzt mal auf? Was ist los da drinnen?“ Jason bereitete sich darauf vor die Tür zu rammen. Thomas packte Alishia drückte sie an sich und sagte : „Das bist du mir schuldig.“ Er drängte ihr einen Kuß auf. Alishia wollte ihn wegdrücken doch seine Kraft konnte sie nicht überbieten. Jason wurde es zu viel. Er nahm Anlauf und wums stand er im Zimmer. Thomas hatte immer noch Alishia an seinen Lippen. Jason schaute die beiden erstaunt an. Er konnte nicht glauben was er da sah. Er sah aber auch nicht das Alishia sich nach Leibeskräften versuchte zu wehren. Thomas hatte erreicht was er wollte, eine Situation die für Alishia sehr fragwürdig war. Jason hatte das gesehen was er sehen sollte. Thomas ließ von Alishia ab. „Also meine Süße ich danke dir. Wir sehen uns morgen. Gute Nacht.“ Thomas ging ganz langsam an Jason vorbei und grinste ihn breit an. Alishia stand da und wusste, egal was sie jetzt sagen würde, es würde nichts bringen. Trotzdem wollte sie Jason nicht so gehen lassen. „Jason, es ist nicht so wie du denkst. Ich wollte das nicht er hat mich gezwungen. Ich habe mich gewehrt aber er war einfach zu stark. Ich liebe Gary, ich werde morgen geschieden und ich fliegte mit dir wieder nach England.“ Tränen schimmerten in ihren Augen. Jason ging auf sie zu. „Alishia es sah wirklich ein bisschen anders aus als du jetzt sagst. Bist du dir sicher was du möchtest? Gary liebt dich wohl sehr. Er hat so viel mitgemacht – ich lasse nicht zu das du ihm wehtust.“ Jason schaute Alishia ein bisschen böse an. „Jason hier ist mein Antrag für morgen. Da steht alles drin was Thomas mit mir gemacht hat. Den werde ich morgen dort vorlegen. Ich will die Scheidung ich will zu Gary – bitte glaube mir das. Ich liebe Thomas nicht mehr. Was du hier gerade gesehen hast beruhte nicht auf Gegenseitigkeit – glaube mir bitte. Wie kann ich es nur schaffen das du mir glaubst?“ Alishia war am Boden zerstört. Sie setzte sich auf´s Bett und Tränen liefen ihr die Wangen runter. „Hey nein, nein nicht weinen. Das kann ich jetzt nicht haben. Ich glaube dir – ja ich glaube dir – ist schon gut.“ Jason setzte sich neben Alishia und strich ihr über den Arm. „Jason Thomas ist wirklich ein sehr schlauer Mann, er wusste genau was er hier tat. Er könnte dir ein X für ein U verkaufen.“ Jason schaute Alishia an. Was war das ein X für ein U – Jason kannte diese Weißheit nicht. „Ich weiß das er einiges auf dem Kasten hat. Wir vergessen das einfach. Wir sollten jetzt aber ein bisschen schlafen, der Tag morgen wird anstrengend. Jason stand auf, blickte Alishia noch einmal freundlich an und ging in sein Zimmer. Alishia tat ihr Herz so weh. Jason war nicht überzeugt hatte sie das Gefühl – was konnte sie denn noch tun um ihm klar zu machen das es zwischen ihr und Thomas aus ist. Die Scheidung morgen würde ja wohl alles sagen.
Der Scheidungstermin verlief wie Alishia es sich vorgestellt hatte. Ihr Antrag wurde geprüft und der Scheidung stand nichts im Wege. Der Richter machte Thomas klar das es noch Folgen für ihn haben würde. Selbst wenn Thomas der Scheidung nicht zugestimmt hätte, hätte der Richter sie trotzdem vollzogen – das machte er Thomas klar. Thomas saß wie ein kleiner Junge auf seinem Stuhl und blickte zum Boden. Alishia schaute ihn nun das erste mal wieder ganz genau an. Irgendwie tat er ihr leid. Er war unfähig zu lieben er würde wahrscheinlich eine Strafe bekommen und vielleicht nie wieder eine Frau finden. Sie hingegen würde einem schönen und reichen Leben entgegen gehen. War das Gerecht? Ja sie fand es sogar äußerst gerecht. Der Richter wandte sich noch einmal Alishia zu. „Frau Behrendt, ich wünsche ihnen für die Zukunft alles nur erdenklich Gute. Ich hoffe sie haben den Glauben an die Menschen nicht verloren. Ich wünsche ihnen eine gute Heimreise. Damit ist die Sitzung geschlossen.“
Alishia erhob sich von ihrem Stuhl – ihr war fast schwindelig vor Glück. In den Augenwinkeln sah sie Thomas auf sich zu kommen. Jason trat sofort neben Alishia. „Also das war´s dann wohl? Ich wünsche dir alles Glück auf der Welt – meine Süße“ Thomas guckte Alishia nicht an. „Danke Thomas. Ich wünsche dir auch alles Gute. Mach deine Therapie zu Ende – dann wünsche ich dir das du vielleicht noch mal jemanden an deine Seite findest. Lebe wohl Thomas.“ Alishia traten Tränen in die Augen. Das war es jetzt dann. 6 Jahre ihres Lebens ließ sie jetzt hier in diesem Saal zurück. Sie war glücklich und traurig zugleich. Doch das Glückgefühl wurde immer stärker. Alishia drehte sich rum und ging zum Ausgang. Jason schaute Thomas noch einmal mit einem vernichtenden Blick an und folgte Alishia dann. Sie trat vor das Gebäude holte tief Luft und ließ einen Schrei der Freude los. „Jason ich bin frei, endlich bin ich frei. Laß uns nach Hause fliegen.“ Alishia winkte eilig ein Taxi herbei. Den Flug hatte Jason am Vortag schon umgebucht nix stand der Heimreise im Wege. Als das Flugzeug vom Köln/Bonner Flughafen abhob klopfte Alishia´s Herz wie verrückt. Sie dachte nur an Gary. Sie sehnte sich nach seiner Zärtlichkeit und seinen zärtlichen Küssen. Sie konnte es nicht abwarten das der Flug vorüber ging. Es war schon Mittwoch nur 3 Tage und sie würde ihn wieder sehen. Am Flughafen Manchester warteten natürlich Jane und Howard. Alishia trat durch die Schiebetür und als sie Jane sah war sie nicht mehr aufzuhalten. Sie fiel ihr um den Hals und drückte sie ganz fest. „Geschieden ich bin geschieden. Mein Gott ist heute ein schöner Tag.“ Alishia nahm Jane an den Händen und hüpfte mit ihr auf und ab. Fröhlich sangen die beiden immer wieder geschieden, geschieden. Howard war es schon ein wenig peinlich. Die Leute die vorbei liefen schauten die vier schon ganz komisch an. Er drängte zum Antritt der Heimreise. Jason wollte sofort zu Hause abgesetzt werden. Howard war zwar ein bisschen traurig hatten sie doch was vorbereitet für eine kleine Feier, aber Jason war zu müde. Ihn hatte das alles doch sehr mitgenommen. Bei ihm angekommen stieg Alishia mit aus. „Jason ich danke dir.“ Alishia ging auf ihn zu und nahm ihn in den Arm. „Tut mir leid das ich gezweifelt habe.“ Jason drückte Alishia jetzt ganz fest an sich. „Wir sehen uns, bestell Gary schöne Grüße wenn er sich meldet.“ Alishia stieg wieder ins Auto und weiter ging es.
„Endlich zu Hause, zu Hause. Alishia stürmte aus dem Auto zur Haustür. Schnell zog sie den Schlüssel aus ihrer Tasche und öffnete die Tür. Jane und Howard folgten ihr. „Alishia ich denke wir können schon mal ein bisschen feiern. Habe eine Flasche Champus besorgt.“ Jane zog die Flache aus ihrer Tasche. „Hmmm, das machen wir los kommt.“ Alishia holte drei Gläser aus dem Schrank, Howard öffnete die Flasche und füllte die Gläser. „Herzlichen Glückwunsch meine liebe, herzlichen Glückwunsch zur Scheidung.“ Jane hob ihr Glas und ließ es an Alishia´s klirren. „Ich gratuliere dir ganz herzlich und wünsche dir viel Glück für die Zukunft Alishia.“ Auch Howard hob sein Glas und stieß es gegen Alishia´s. „Wenn Gary doch nur hier wäre – ich vermisse ihn so sehr.“ Alishia schaute traurig auf den Boden. „Nichts leichter als das.“ Alishia fuhr erschrocken rum. „Nein, nein das kann nicht sein. Ich leide an Haluzinationen. Gary was machst du denn hier?“ Alishia fiel ihm sogleich um den Hals. „ „Ich habe es nicht ausgehalten. Nachdem Jason mich angerufen hatte, habe ich gleich die Heimreise organisiert.“ Gary schaute Alishia zuckersüß an. „Ich bin frei Gary – bin geschieden – bin den Kerl für immer los. Ich kann es noch gar nicht fassen. Ich bin so glücklich wie schon lange nicht mehr. Er hat noch ein Verfahren wegen Körperverletzung und Vergewaltigung am Hals. Ich habe meine Aussage schon heute gemacht. Ich werde nicht noch einmal geladen ich muß nie wieder nach Deutschland.“ Alishia sprudelte über vor Glück. Jane und Howard verabschiedeten sich recht bald, sie wollten die beiden alleine lassen. Gary und Alishia machten es sich bequem. Gary machte Musik an zündete Kerzen an. Nun saßen beide bei gedämpften Licht auf der Couch. „Gary ich kann es nicht glauben. Ich sitze hier in England und alles was einmal war ist so weit weg. Ich hätte niemals gedacht das mein Leben einmal so sein würde. Es ist wie ein Traum.“ Gary kniff Alishia in die Seite. „Aua was soll das denn?“ Alishia schaute Gary ängstlich an. „Na ich wollte dir nur zeigen das es kein Traum ist.“ Gary schaute sie mit breitem Grinsen an. Sogleich merkte er das es ein Fehler war. „Tut mir leid vielleicht ist es so besser.“ Gary gab ihr einen Kuß der sie dahin schmelzen ließ. „Viel besser, sehr viel besser.“ Alishia erwiderte den Kuß. Plötzlich läutete es. „Wer ist das denn jetzt noch. Erwartetest du noch jemand?“ Gary schaute fragend Alishia an. „Nein wen soll ich denn erwarten?“ Gary machte sich auf den Weg zur Tür. Ihm fiel fast alles aus dem Gesicht als er die Tür öffnete. Vor ihm stand Dawn, seine noch Ehefrau. „Hallo Schatz hast du einen Augenblick?“ Ohne die Antwort abzuwarten schob sie sich an ihm vorbei. „Ähm das ist jetzt wirklich schlecht. Was willst du denn um diese Zeit hier. Hättest du nicht vorher mal anrufen können?“ „Nun ich wollte dich überraschen.“ Dawn setzte ihren Weg fort und stand auch schon im Wohnzimmer. Mit großen Augen sah sie Alishia an, die noch auf der Couch saß. „Oh du hast Besuch? Entschuldige konnte ich ja nicht wissen.“ Dawn schaute mit hochgezogenen Augenbrauchen zu Gary. „Nun ja ich habe Besuch ja.“ Gary schien ein wenig verlegen zu sein. „Also um es kurz zu machen….. Dawn ging auf die Couch zu. Ich bin Dawn hallo, Gary´s Frau.“ Sie reichte Alishia ihre Hand. Alishia reichte ihre Hand aber bekam kein Wort raus. „Dawn das ist Alishia eine Freundin von Jane. Sie ist zu Besuch hier in England. Sie haben sich sehr lange nicht gesehen und deswegen ist sie hier.“ Gary wusste wohl selber nicht was er gerade gesagt hatte. Alishia schaute ihn erstaunt an. „Ah ja Alishia, habe schon von dir gehört. Freut mich.“ Dawn setzte ein Lächeln auf was Wasser zum gefrieren bringen konnte. Alishia erhob sich nun von der Couch. „Ja guten Abend Gary hat auch schon von dir erzählt.“ Alishia stand neben sich. Was wollte sie denn jetzt hier? Alishia fühlte sich mehr als unwohl. „Nun ich habe da was mit Gary zu besprechen wenn es dir nichts ausmacht?“ Streng schaute sie Gary an. „Kein Problem, ich gehe dann mal nach oben, ich wollte eh noch ein Bad nehmen. Dann könnt ihr euch ungestört unterhalten.“ Alishia ging in Richtung Flur. „Nein du kannst bleiben, für mich ist das kein Problem.“ Gary schaute Alishia durchdringend an. „Ich denke sie möchte lieber mit dir alleine sein Gary. Laß mal gut sein. Aufwidersehen.“ Alishia verschwand nach oben ins Badezimmer. „Das ging ja wirklich schnell. Hast dich ja schnell getröstet.“ Dawn setzte sich auf die Couch. „Was soll das hier? Warum bist du hier? Von getröstet kann keine Rede sein, du hast mich verlassen, schon vergessen?“ Gary war sichtlich wütend. „Also warum geht es?“ Dawn erhob sich von der Couch und stellte sich vor Gary. „Ach Schatz ich vermisse dich. Robert ist doch nicht der Richtige. Ich dachte mir wir versuchen es noch einmal.“ Mit diesen Worten legte sie ihre Arme um Gary´s Hals. „Spinnst du oder was? Verschwindet so mir nix dir nix, dann tauchst du hier wieder auf, als wenn nichts geschehen wäre. Was glaubst du eigentlich?“ Gary schob sie von sich weg. „Mein Gott wir machen alle einmal einen Fehler. Schatz nimm es doch nicht so schwer, ich liebe dich, das habe ich jetzt festgestellt.“ Dawn legte wieder seine Arme um Gary. Gary kreisten die Gedanken kreuz und quer im Kopf. Er wusste überhaupt nicht was hier los war. Er hatte so gelitten als sie einfach gegangen war und nun stand sie vor ihm als wenn nicht passiert wäre. Er hatte sie unendlich geliebt. Oder tat er es immer noch? Alishia kam noch einmal die Treppe runter. Sie wollte ihr Handy aus ihrer Tasche holen. Sie warf einen kurzen Blick ins Wohnzimmer. Was sie da jetzt sah ließ ihr den Atem stocken. Dawn und Gary standen da und küssten sich. Alishia stand da wie versteinert, Tränen füllten ihre Augen. Ganz leise ging sie wieder zurück und die Treppe hoch. Sie hatte nicht mehr gesehen wie Gary, Dawn von sich weg schob und ihr sagte sie solle das lassen. Für ihn wäre es aus und vorbei. Er hätte ein neues Leben angefangen und zwar ohne sie. Dawn fragte ob dieses kleine Flittchen von eben sein neues Leben wäre. Gary wurde so wütend das er sie sofort aufforderte das Haus zu verlassen. Alishia hatte auf das Bad verzichtet und war sofort ins Schlafzimmer gegangen. Sie hatte sich in ihr Bett verkrümelt. Tränen liefen ihr über die Wangen. Eben noch war sie so glücklich und nun schien eine Welt für sie zusammen zu brechen. Wie konnte er das nur tun, er hatte doch gesagt er liebt sie über alles. Als sie hörte das Gary nach oben kam schloß sie ihre Augen und tat so als ob sie schlafen würde. Gary verhielt sich sehr leise. Er legte sich neben Alishia und schlief sehr bald ein. Alishia konnte kein Auge zu machen. Wie konnte er jetzt nur schlafen und auch noch neben ihr? Dieser herzlose Kerl – er ist genau wie alle Männer – eben ein Schwein. Irgendwann überkam Alishia doch die Müdigkeit und sie schlief ein.
Am nächsten Morgen war Gary schon recht früh wach. Alishia hörte oben wie er telefonierte. Wie ein geprügelter Hund kam sie in die Küche geschlichen. „Guten Morgen Süße. Gut geschlafen? Du siehst ja nicht gut aus. Was ist los?“ Gary deckte gerade den Tisch. „Ach der Champus gestern war wohl ein bisschen viel – Kopfschmerzen.“ Alishia setzte sich an den Tisch und stützte ihren Kopf auf die Hände. Gary kramte in einer Schublade herum und präsentierte dann stolz eine Schachtel Aspirin. „Hier die helfen, nimm mal gleich zwei.“ Gary strahlte Alishia an wie ein kleiner Junge der seine Hausaufgaben gut gemacht hat. „Danke.“ Alishia nahm die Schachtel ohne hoch zu schauen. „Was machen wir denn heute? Ich habe ja noch frei.“ Alishia schaute Gary wieder nicht an. „Du Süße tut mir leid, ich habe heute ein Date mit Dawn.“ Alishia zuckte zusammen. „Wir müssen da noch was besprechen. Gestern Abend war es sehr unglücklich gelaufen. Ich will heute noch mal in Ruhe mit ihr reden.“ Gary aß schon fleißig sein Frühstück und schlürfte eilig seinen Kaffe. „Der hat es aber eilig.“ Dachte Alishia und ließ die Schultern hängen. „Also ich mach mich dann mal auf den Weg. Ich melde mich dann von unterwegs, vielleicht können wir uns ja heute Nachmittag noch treffen.“ Gary gab Alishia einen Kuß auf die Stirn und verschwand. Nachdem die Tür zugeschlagen wurde legte Alishia ihren Kopf auf den Tisch und fing bitterlich an zu weinen. Das konnte doch nur ein böser Traum sein. Nach allem was geschehen war konnte das jetzt doch nicht wahr sein. Alishia konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Sie musste sich fast übergeben so sehr weinte sie. Was sollte sie nun machen? Auf keinen Fall warten bis er ihr sagt „Tut mir leid wir wollen es noch einmal versuchen Dawn und ich. Das mit uns war ein Fehler, ich liebe sie noch immer.“ Nein das wollte sie auf keinen Fall. Sie wischte sich die Tränen ab ging hoch ins Schlafzimmer und fing an ihre Tasche zu packen. Dabei überlegte sie wo sie denn nur hin konnte. Jane und Howard wollte sie eigentlich nicht schon wieder belästigen. Sie hatten so viel mit ihr erlebt das letzte Jahr, sie waren mehr als geduldig gewesen, aber da konnte sie jetzt nicht schon wieder aufkreuzen. Jason! Ja Jason der würde bestimmt nicht nein sagen. Schnell ging sie zum Telefon und suchte in dem kleinen Büchlein nach seiner Nummer. Schnell war sie gefunden. Alishia atmete einmal tief durch und wählte die Nummer. „Orange.“ „Hi Jason, Alishia hier.“ Alishia war sich auf einmal nicht mehr ihrer Sache sicher. „Hi was gibt es denn?“ Jason hörte sich müde an. „Habe ich dich etwa geweckt?“ Alishia´s Stimme war ganz leise. „Nein, nein ich stehe immer recht früh auf, kein Problem. Ist irgendwas? Du hörst dich so komisch an.“ Jason war durch das Telefon wach geworden, er wollte es aber nicht zugeben. „Nein ich dachte mir ich besuche dich heute mal.“ Also noch blöder ging es eigentlich nicht mehr. Warum sollte sie ihn besuchen, hat sie noch nie getan. Alishia war sich sehr unsicher. „Ich meine wenn du Zeit hast? Gary ist unterwegs und Jane und Howard sind auch nicht da. Außerdem warst du gestern auf der kleinen Party nicht dabei, war sehr schade war wirklich ein toller Abend. Also kann ich vorbei kommen?“ Alishia sagte dies jetzt mit viel Nachdruck in der Stimme. „Ja klar. Bring Brötchen mit wenn es dir nichts ausmacht. Ich hatte noch kein Frühstück. Bis gleich.“ Jason legte auf und schaute verwundert das Telefon an. Noch nie hatte Alishia ihn angerufen geschweige denn ihn besucht. Nun ja für alles gibt es ein erstes mal dachte er. Schnell hüpfte Jason unter die Dusche und stellte in der Küche alles bereit. Ungefähr 30 Minuten nach ihrem Anruf stand Alishia dann vor seiner Tür. „Hi guten Morgen.“ Alishia schaute ihn etwas verlegen an. „Guten Morgen komm doch rein.“ Alishia ging an Jason vorbei. Nichts ungewöhnliches eigentlich, doch wieso hat sie eine riesen Tasche dabei fragte er sich. Beide gingen in die Küche. Alishia zog eine Tüte mit Brötchen aus ihrer Tasche. „Sind da noch mehr drin? Machst du Lieferservice hier in der Gegend?“ Jason lächelte Alishia freundlich an. „Ähm, nein natürlich nicht. Jason ich wollte dich eigentlich nicht so überfallen. Ich würde dich gerne…. ich meine wenn du nichts dagegen hast….. nur wenn ich dich wirklich nicht ….“ Alishia konnte einfach nicht diesen Satz zu Ende kriegen. „Nun mal ganz langsam. Was würdest du gerne und was meinst du bitte?“ Jason setzte sich an den Tisch und schaute Alishia tief in die Augen. „Nun es ist ein bisschen schwer für mich Jason. Also, kann ich bei dir wohnen?“ Alishia schaute schnell auf den Boden. „Bei mir wohnen? Korrigiere mich wenn ich falsch liege. Wohnst du nicht mit Gary zusammen. Habt ihr nicht gestern deine Scheidung gefeiert? Liebt ihr euch nicht über alles. Um Himmels Willen was ist denn passiert?“ Jason war mehr als verwundert. „Nun ja Dawn war gestern Abend da.“ „Na Prima, sie hat wirklich ein super Timing.“ Jason schüttelte den Kopf. „Sie standen im Wohnzimmer und haben sich geküsst. Sie haben mich nicht gesehen, sie wissen nicht das ich es gesehen habe.“ Jason saß da und konnte wirklich nicht glauben was Alishia da erzählte. Was war denn nur mit Gary los? Jason verstand seinen Freund in diesem Moment überhaupt nicht. War es doch zu viel was alles die letzte Zeit geschehen war? Bis zu diesem Grillabend hatte er nur von Dawn geredet, er wollte sie unbedingt wieder zurück. War Alishia nur eine Flucht ins Vergessen? Eine Leidensgenossin wenn auch anderer Art? Eine Verbündete mit der man zusammen alles vergessen konnte? Jason vermochte nicht sich ein Urteil darüber zu erlauben. „Jason, ich wusste keine andere Möglichkeit. Ich will nicht das er heute zu mir kommt und mir sagt das er es noch einmal mit Dawn versuchen möchte. Ich könnte das nicht aushalten – deswegen bin ich weg.“ Alishia schaute Jason mit einer Miene an die ihn fast zum heulen bringen könnte. „Sag mal er weiß ja jetzt auch nicht das du weg bist? Was glaubst du eigentlich was passiert wenn er nach Hause kommt und bist nicht da? Glaubst du er wird nicht nach dir suchen? Er wird bestimmt überall anrufen. Was ist wenn er hier anruft?“ Jason bombadierte Alishia regelrecht. „Nein, ich denke er ist froh das ich nicht da bin, dann hat sich einiges an Redereien und Entschuldigungen gespart. Und wenn er sich meldet du weißt halt nicht wo ich bin. An dich denkt er bestimmt sowieso nicht, er kommt nicht auf die Idee das ich hier bin.“ Alishia sagte dies ohne mit der Wimper zu zucken. „Sag mal spinnst du eigentlich.“ Jason fuhr von seinem Stuhl hoch. „Wie kannst du glauben er würde sich keine Sorgen machen? Also ich weiß nicht ob das hier alles so richtig ist.“ Jason lief in der Küche auf und ab. „Bitte Jason, ich will dich nicht da mit reinziehen. Ich werde allen versichern das es nur meine Idee war. Bitte laß mich hier bleiben.“ Alishia konnte ein sehr überzeugendes Bitte-Bitte-Gesicht aufsetzen. „Nun gut wir warten mal ab was passiert. Ob du es glaubst oder nicht, ich habe Hunger.“ Mit diesen Worten setzte sich Jason wieder an den Tisch und schnappte sich ein Brötchen.
Gary war inzwischen zu seinem Termin in der Stadt angekommen. Er saß alleine an einem Tisch in einem Café. Außer ihm war niemand in dem Café. Immer wieder schaute er auf die Uhr. „Sie ist wie immer nicht pünktlich, ich könnte ausflippen.“ Gary brummelte das vor sich hin. „Nun das habe ich mir wohl von dir abgeguckt.“ Gary fuhr mit dem Kopf herum und bekam sogleich einen Kuß aufgedrückt. „Guten Morgen Schatz, hoffe du wartest nicht schon zu lange.“ Dawn setzte sich direkt neben ihn auf den Stuhl. „Laß das ich will das nicht.“ Gary wischte sich den Mund ab. „Ach auf einmal willst du das nicht. Muß wohl mit dem kleinen Flittchen zu tun haben.“ Dawn lächelte bei diesen Worten. „Sie heißt Alishia und nicht Flittchen. Wenn du das noch einmal sagst dann ist was los. Außerdem wer hier das Flittchen ist da reden wir lieber nicht drüber.“ Gary rückte mit seinem Stuhl von Dawn weg. „Gary jetzt aber langsam. Brauchst hier nicht unfreundlich zu werden. Ich habe halt einen Fehler gemacht, mein Gott ich bin auch nur ein Mensch.“ „Ein Mensch? Einen Fehler? Ein Fehler ist eine falsche Hausnummer auf einen Brief zu schreiben. Du hast mich einfach sitzen lassen wegen diesem Typen. Ich habe dich geliebt, habe alles für dich getan und du haust mir nichts dir nichts mit diesem Clown ab. Ich habe gelitten wie ein Tier, ich hätte alles dafür getan dich wieder zu bekommen. Du hast mich abserviert wie einen alten Schuh. Was denkst du eigentlich wer du bist? Schneist nach einem Jahr bei mir wieder rein und denkst es geht da weiter wo wir aufgehört haben. Aber ohne mich meine liebe ohne mich. Ich will die Scheidung.“ Gary war so böse, so hatte ihn Dawn noch nie erlebt. „Hey Schatz, ich verstehe dich ja. Es tut mir wahnsinnig leid. Ich war in einer Krise. Du hattest kaum Zeit für mich. Ich habe mich einsam gefühlt. Wir könnten doch noch einmal…. Dawn kam nicht dazu weiter zu sprechen. „Einsam hast du dich gefühlt? Na vielleicht hättest du ja mal einen Ton sagen können. Du wusstest das ich viel beschäftigt bin, dann aber auch wieder Zeiten habe wo ich sehr viel Zeit habe. Das ist keine Entschuldigung für mich. Ich habe dich vergessen und so soll es auch bleiben. Außerdem gibt es jemand neues in meinem Leben.“ Gary schaute Dawn immer noch mit einer Miene an die alles erfrieren ließ. „Ach du hast eine andere. Die kleine von gestern Abend oder was? Na hätte ich mir ja denken können, warum war sie sonst bei dir. Na aber ich würde es dir verzeihen…. Wieder unterbrach Gary, Dawn. „Du mir verzeihen? Du brauchst mir nichts zu verzeihen. Sag mal bist so dumm oder tust du nur so. Ich will nicht mehr. Aus, vorbei, finito. Ich liebe dich nicht mehr. Es hat zwar etwas gedauert aber jetzt weiß ich es. Du bist mir egal, mir ist egal was du tust oder nicht tust. Ich hätte dir in der nächsten Zeit sowieso mitgeteilt das ich die Scheidung will. Du brauchst mich hier nicht einwickeln es hat keinen Zweck.“ Gary war sich seiner Sache mehr als sicher. Er hatte mit ihr und allem was damit zu hatte abgeschlossen. „Nun du bist dir ja sehr sicher. Gibt es denn keine Möglichkeit mein Liebling. Wir hatten doch auch sehr schöne Stunden – schon vergessen? Ich weiß doch was du so magst.“ Dawn rückte ganz nah an Gary ran und streichelte ihn zwischen den Beinen. Gary sprang vom Stuhl hoch. „Dawn es reicht jetzt. Du hörst von meinem Anwalt. Laß mich in Ruhe aber vor allem Alishia.“ Gary drehte sich rum und verließ das Café. „Das war ja sehr deutlich. Nun dann mach mal mein lieber – das wird teuer.“ Dawn bestellte sich süffisant grinsend einen Kaffee.
Gary setzte sich in sein Auto und nahm sofort sein Handy. Er wählte die Nummer von zu Hause. Er regte sich noch, mit sich selber redend über Dawn auf. Dann regte er sich auf warum niemand abnahm. Er versuchte es auf Alishia´s Handy. „Mist was ist das denn nur die Mail-Box.“ Er sprach auf die Box das sein Termin schon vorbei sei und er jetzt nach Hause kommen würde. Er ließ den Motor an und fuhr los. Die Fahrt über schüttelte er immer wieder mit dem Kopf. „Was für ein Miststück. Die hat mich aber mal kennen gelernt. Was denkt die eigentlich, dass ich nur auf sie gewartet habe.“ Gary war sichtlich mit sich selber zufrieden. Er wusste allerdings gäbe es Alishia nicht, wäre er jetzt mit Dawn nach Hause gefahren. Zu Hause angekommen rief er sofort durch´s Haus. „Alishia ich bin wieder da. Alishia wo steckst du denn?“ Er ging unten in jedes Zimmer aber keine Spur von ihr. „Ach sie wird wohl bei Jane sein.“ Gary ging zum Telefon und wählte die Nummer. „Donald.“ Wahey Howard, wie geht es dir? Gary hier.“ „Hey Mann alles klar bei dir? Gut das du anrufst, wir würden gerne mit euch ins Kino gehen, habt ihr Lust, morgen Abend?“ „Ja bestimmt was sagt denn Alishia?“ Gary war sich sicher sie ist bei ihnen. „Wieso Alishia? Keine Ahnung.“ Howard schaute etwas verwundert. „Nun ist sie nicht bei euch?“ „Nein ist sie nicht. Jane hat einen Termin beim Arzt, ich bin alleine hier.“ Gary war ein bisschen verwundert. „Nun ich dachte sie hätte euch besucht. Ich hatte einen Termin heute Morgen, ich dachte sie hatte keine Lust hier alleine zu warten. Ich war fest davon überzeugt sie ist zu euch rüber.“ „Nee du, ist sie nicht. Vielleicht ist sie ja mit Jane mitgefahren und sie gehen dann noch ein bisschen bummeln. Ruf sie doch mal auf Handy an.“ „Habe ich schon nur Mail-Box dran. Na ja sie wird sich schon melden. Vielleicht wollen sie mal ungestört sein. Also mit dem Kino kläre ich dann, aber ich denke das klappt. Bis dann Howard.“ „Alles klar bis dann Gary.“ Gary ging jetzt erst mal in die Küche und machte sich einen extra starken Kaffee. Den konnte er jetzt gut gebrauchen. Er nahm sich die Zeitung und überflog die Schlagzeilen. Dann setzte er sich gemütlich hin und schlürfte seinen Kaffee. „Ach ich rufe direkt mal beim Rechtsanwalt an.“ Gary wählte die Nummer und wurde auch durchgestellt. Er erklärte kurz die Lage. Sein Anwalt versicherte ihm alles nötige in die Wege zu leiten, alles nur Formsache. Das kam Gary irgendwie bekannt vor. „Na hoffentlich“ sagte er und legte auf.
„Alishia was willst du denn heute machen?“ Jason räumte gerade die Teller in die Spülmaschine. „Was denn machen? Nix, ich habe eigentlich keine Lust irgendwas zu machen. Können wir nicht einfach hier bleiben und rumhängen?“ Alishia schaute sehr unmotiviert aus. „Nun ja aber die Stimmung hebt das nicht gerade.“ Jason versuchte so freundlich wie möglich zu sein. „Ich weiß aber nach Stimmung ist mir auch eigentlich nicht. Ich überlege was ich denn jetzt mache. Ich denke ich gehe zurück nach Deutschland. Dort habe ich Freunde wo ich erst einmal unterkommen kann. Also ich werde das alles organisieren. Ich will dir nicht länger als nötig zur Last fallen.“ Alishia war so traurig aber dennoch weinte sie nicht. Sie hatte keine Tränen mehr. „Ach was du fällst mir nicht zur Last. Habe so selten eine Frau hier im Haus. Also die Fenster sehen wirklich schlimm aus und die Gardinen sind auch längst mal wieder fällig.“ Jason schaute Alishia mit einem breiten Grinsen an. „Blöder Kerl.“ Alishia musste jetzt auch lachen. „Hast du vielleicht Lust ein bisschen Musik zu hören und einfach nur zu quatschen.“ Jason ging schon in Richtung Wohnzimmer. „Ja klar, gerne das machen wir. Einfach nur sitzen und hören, nichts denken und nichts tun.“ Alishia war begeistert und hüpfte Jason hinterher.
Gary hatte seinen Kaffee ausgetrunken. Er schaute auf die Uhr. Er beschloss noch einmal auf Alishia´s Handy anzurufen. Wieder nur die Mail-Box. Mensch die haben ja die Ruhe weg. Wo stecken die denn nur? In Gedanken ging er immer wieder durch wie er Alishia von dem Treffen erzählt und das er ihr sagt das er sich scheiden lässt. Ob er sie fragen wird ob sie ihn heiratet, darüber war er sich noch nicht ganz im Klaren. Vielleicht wäre es besser noch ein wenig zu warten, andererseits er war sich sicher mit Alishia glücklich zu werden, warum dann warten. Die Zeit verging und langsam wurde es schon dunkel draußen. Gary wurde immer nervöser. Noch einmal rief er bei Howard an. „Donald.“ „Hallo Jane Gary hier.“ „Hallo.“ „Sag mal ist Alishia bei dir?“ „Nein ist sie nicht, ich bin alleine. Wieso was ist denn?“ „Howard meinte ihr wärt vielleicht zusammen in die Stadt heute.“ „Nein sind wir nicht. Ich habe heute nichts von ihr gehört.“ „Warum hast du mich denn nicht angerufen – ich hatte doch mit Howard gesprochen.“ „Ich habe ihn nicht gesehen. Er hat einen Termin wegen einem DJ Termin. Als ich heim gekommen bin war er schon weg. Tut mir leid Gary.“ Jane war ein wenig beunruhigt wollte es aber nicht gleich zeigen. „Ich verstehe das nicht wo ist denn dann nur?“ Gary merkte wie sich sein Magen zusammenzog. „Jetzt mache ich mir aber schon Sorgen. Es ist schon fast dunkel draußen. Hier ist auch keine Nachricht oder irgendetwas von ihr.“ Gary sein Gesicht war voller Sorge. „Hatte sie denn nichts gesagt?“ „Nein ich hatte heute Morgen einen Termin. Sie wollte auf mich warten und dann wollten wir zusammen was unternehmen. Ich dachte ihr wäre es zu langweilig geworden deshalb ist sie euch. Wo steckt sie denn nur?“ Jane wurde ganz anders. Wo kann sie denn sein? Sie würde doch so lange nie wegbleiben ohne Bescheid zu sagen. Jane überkam ein merkwürdiges Gefühl. „Du Gary mir ist ganz komisch. Was ist wenn…. „Wenn was?“ „Wenn Thomas damit was zu tun hat.“ Gary wurde jetzt ganz bleich. „Thomas? Nein das glaube ich nicht. Jane das kann ich mir nicht vorstellen. Andererseits der Kerl ist verrückt genug.“ Gary musste sich jetzt erst einmal setzen. „Wir legen jetzt auf ich versuche es noch einmal auf ihrem Handy. „Alles klar, melde dich wenn du was hörst. Gary ich hoffe sie ist o.k. Bitte laß sie o.k. sein.“ Jane legte auf. Gary starrte auf das Telefon. Nein das konnte doch jetzt nicht sein. Wo war sie nur? Er hätte alles zusammen schreien können. Er lief mit dem Handy in der Hand kreuz und quer durch die unteren Räume. „Mail-Box, du scheiß Mail-Box. Alishia was ist nur los verdammt noch mal.“ Gary gingen schlimme Gedanken durch den Kopf. Sein Herz schlug immer schneller. Bitte lieber Gott laß sie o.k. sein. Seine Gedanken fuhren gerade Achterbahn. Das klingeln an der Tür riß ihn aus seinen schlimmen Gedanken. „Hey Gary, ich konnte es nicht aushalten. Hast du sie erreicht?“ Jane stand mit entsetztem Gesicht vor ihm. „Nein immer nur die verdammte Mail-Box. Ich werde noch verrückt.“ Gary fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare. „Hast du die Nummer von Deutschland Jane. Die von Thomas?.“ „Ja klar.“ Gary drückte Jane das Telefon in die Hand. „Ruf ihn an, bitte ruf da an.“ Jane schaute erschrocken Gary an. „Was soll ich denn sagen? Selbst wenn es so wäre, meinst du er würde was sagen? Ich weiß nicht ob ich das machen soll?“ Jane wollte sich aus der Affäre ziehen. „Bitte Jane das ist doch die einzige Möglichkeit wo soll sie sonst sein?“ Gary sagte dies mit viel Nachruck. „Also gut ich mache es.“ Jane wählte die Nummer die sie natürlich auswendig kannte. „Behrendt.“ Jane hätte nicht erwartet das jemand ans Telefon kommen würde. Sie war überrascht und bekam kein Wort raus. „Hallo wer ist denn da?“ Diese Stimme ging ihr durch Mark und Bein. „Hallo Thomas hier ist Jane. Wie geht es dir denn so?“ „Hey Jane was verschafft mir denn die Ehre? Sehnsucht wird es ja wohl nicht sein oder?“ Thomas lachte dreckig zu diesem Satz. „Nein, ganz bestimmt nicht. Ich wollte einfach nur wissen ob du was von Alishia gehört hast?“ Jane kniff sich auf die Lippen. Wie sollte sie es anders auch fragen. „Wie kommst du denn darauf? Seit unserer Scheidung habe ich von ihr nichts mehr gehört. Warum sollte sie sich auch bei mir melden – ich fände es natürlich sehr schön – aber an Wunder glaube ich nicht mehr.“ Thomas hörte sich jetzt sehr geknickt an. „Nun dann danke das war es schon. Schönen Abend noch.“ Ehe Thomas noch etwas sagen konnte legte Jane schnell auf. Sie war froh es hinter sich zu haben. „Nun was hat er gesagt? Was hast du ihn gefragt? Sag schon!“ Gary zog an Jane herum. „Jetzt hör doch mal auf Gary du machst mich ganz nervös. Also er hat nichts von ihr gehört und ich glaube auch nicht das sie bei ihm ist. Er hörte sich sehr niedergeschlagen an. Außerdem ist er ein Typ er würde sofort damit rumprahlen.“ Jane war ganz elend. Wenn er nichts damit zu tun hatte, was war dann passiert? „Gary hattet ihr Streit?“ Jane ging einen Schritt zurück, sie wusste das diese Frage jetzt unangenehm war. „Nein hatten wir nicht. Wie kommst du denn darauf. Wir haben gestern Abend gefeiert, ihr wart doch auch hier. Dann haben wir es uns gemütlich gemacht und dann…. Gary sprach nicht weiter. „Was und dann?“ Jane schaute ihn mit festem Blick an. „Dann war Dawn hier.“ „Was, Dawn war hier? Und das sagst du jetzt erst? Was wollte sie denn?“ „Nun sie hat ihren Robert wohl schon über, sie dachte ich warte noch auf sie.“ Gary fühlte sich sichtlich unwohl. „Spinnt die oder was?“ Jane war fassungslos. „War Alishia dabei?“ „Nein sie hat uns alleine gelassen, sie ist nach oben. Sie wollte es so. Ich hatte gesagt sie kann bleiben aber sie wollte uns alleine lassen. Ich habe mich mit Dawn gestritten und sie dann rausgeschmissen. Als ich nach oben gekommen bin hat sie schon geschlafen. Den nächsten Morgen hatte ich keine Zeit weil ich mich mit Dawn verabredet hatte. Ich habe ihr mitgeteilt das ich die Scheidung will.“ Gary schaute Jane sehr traurig an. „Hast du das Alishia denn auch so gesagt?“ „Nein habe ich nicht. Ich bin wirklich ein Esel. Sie dachte bestimmt was anderes. Ich Idiot.“ Gary war über sich selber verärgert. „Sind ihre Sachen denn noch da?“ Jane zeigte die Treppe hinauf. „Habe ich noch gar nicht nachgesehen. Ich bin doch gar nicht auf Idee gekommen das sie weg ist.“ Beide gingen nun hoch ins Schlafzimmer. Die Türen vom Kleiderschrank standen weit offen. „All ihre Sachen sind weg. Das gibt es doch nicht. Warum tut sie das?“ Gary setzte sich auf´s Bett. „Nun ich denke sie wollte euch nicht im Wege stehen. Irgendwas muß sie bestärkt haben zu glauben das du und Dawn wieder zusammen kommt. Was ist gestern Abend passiert, jetzt mal ganz ehrlich Gary.“ Gary schaute Jane jetzt böse an. „Ihr Weiber wollt einem immer direkt was anhängen. Nix ist passiert. Was denkst du eigentlich. Klar hat Dawn versucht alle Register zu ziehen. Sie hat sich mir an den Hals geworfen und mich geküsst. Aber ich habe sie weggestoßen und ihr klar gemacht dass ich nicht mehr will.“ Gary war jetzt wirklich sehr wütend. „Weißt du, was soll ich denn noch machen? Ich habe Alishia wohl mehr als nur einmal bewiesen das ich sie liebe. Ich habe wirklich eine Menge Geduld mit ihr gehabt. Sie hat keinen Grund dazu gehabt hier wegzurennen.“ Gary wurde immer lauter. „Gary du brauchst mich wirklich nicht so anzubrüllen. Ich kann da auch nichts für. Vielleicht hat sie ja was gesehen aber halt nicht alles, hat falsche Schlüsse gezogen und überreagiert. Wir sollten aber jetzt wirklich versuchen herauszufinden wo sie steckt.“ Jane versuchte so ruhig wie möglich zu bleiben. Ihr fiel es zwar schwer, nachdem Gary sie so angeblafft hatte, aber es gelang ihr. „Ich rufe mal in der Pension an.“ Jane nahm das Telefon und wählte die Nummer. Der nette alte Herr konnte leider nicht mehr als nein sagen. „Was ist mit Greg? Vielleicht ist sie beim ihm? Hast du die Nummer Gary?“ „Klar die kann ich auswendig. Gib mal her.“ Gary nahm sich das Telefon und wählte. Greg konnte leider auch nicht zu einer Aufklärung beitragen. „Jetzt weiß ich auch nicht weiter. Das waren doch schon alle Orte wo sie sein könnte. Oder weißt du noch von jemanden?“ Gary sah mehr als fertig aus.
Jason und Alishia saßen auf der Couch und hörten der Musik zu. Jason hätte gerne ein bisschen erzählt aber er sah das Alishia mit ihren Gedanken nicht in diesem Raum war. Er machte es sich mit einem Buch im Sessel gemütlich. Lesen tat er aber nicht. Alishia ging immer wieder diesen Abend durch. Was hatten die beiden wohl unten im Wohnzimmer gemacht? Er war bestimmt so müde und schnell eingeschlafen weil es sehr anstrengend gewesen ist. Alishia versuchte an etwas anderes zu denken. Sie lauschte der Musik und versuchte an nichts zu denken. Auch Jason machte sich so seine Gedanken. Gary würde gerade mit Sicherheit verrückt werden. Vielleicht hatte er sogar schon die Polizei angerufen. Jason war ganz flau im Magen. Immer wieder linste er zu Alishia rüber. Er sah wie ihr immer wieder die Augen zu fielen und ihr Kopf zur Seite sackte. Er wartete noch ein paar Minuten dann schlich er sich aus dem Zimmer. Er musste einfach Gary anrufen. Sorry Alishia aber es geht nicht anders dachte er. Er nahm das Telefon und ging in die Küche. Jane und Gary saßen regungslos im Wohnzimmer. Gary schaute immer wieder auf die Uhr. „Verdammt ich werde wahnsinnig.“ Gary seine Nerven waren zum zerreißen angespannt. Da läutete das Telefon. Mit einem Satz war Gary am Tisch. „Barlow“. „Hallo Gary hier ist Jason.“ Jason flüsterte in das Telefon. „Wer ist da?“ „Na Jason.“ „Ach Jason hallo. Du, ist jetzt echt schlecht ich … Gary wurde sofort von Jason unterbrochen. „Gary sie ist bei mir, Alishia ist bei mir.“ Gary konnte es fast nicht glauben. „Alishia ist bei dir? Wie geht es ihr? Was ist denn passiert? Ich werde hier verrückt. Gib sie mir mal.“ „Das geht leider nicht, sie schläft und außerdem wenn sie wüsste das wir telefonieren. Also was immer euer Problem ist, krieg es in den Griff. Ich weiß ja nicht was mit Dawn wieder läuft aber du solltest eine Entscheidung treffen mein Freund. Sie will nach Deutschland zurück. Sie ist wirklich sehr überzeugt das du und Dawn wieder zusammen seit.“ Gary´s Gesichtsfarbe wechselte gerade von blaß zu rot. „Mit Dawn läuft überhaupt nichts was redest du denn da. Ich werde jetzt mal vorbei kommen und das klären. Mir reicht es jetzt aber wirklich. Ich werde hier fast verrückt vor Sorge und sie ist bei dir.“ Gary legte auf ohne Jason noch einmal zu Wort kommen zu lassen. So hatte Jason sich das eigentlich nicht gedacht. Er hätte es lieber gehabt er hätte Alishia noch darauf vorbereiten können. Nun war es nicht zu ändern. Das er sein Fett noch weg kriegen würde wusste er allerdings jetzt schon. Jason schlich sich ganz leise wieder ins Wohnzimmer und setzte sich in den Sessel. „Gary soll ich mitkommen?“ „Nein Jane laß mal. Ich denke das kriege ich alleine hin. Danke das du gekommen bist und entschuldige das ich dich so angeschrieen habe, aber meine Nerven sind auch nur begrenzt belastbar. Ich bin ein bisschen angespannt. Das Dawn so plötzlich wieder aufgetaucht ist hat mir doch mehr zugesetzt als ich wahrhaben will.“ Gary schaute Jane versöhnlich an. „Kein Problem, ich kann mir vorstellen was in dir vorgeht. Hol sie dir wieder, sie hat es verdient endlich glücklich zu werden und du auch.“ Mit diesen Worten verließ Jane das Haus. Gary nahm sich seine Jacke und ging zum Auto. Er fuhr so schnell er nur konnte. Bei Jason angekommen sprang er wie ein verrückter aus dem Auto. Er klingelte an der Tür Alishia war inzwischen wieder aufgewacht. „Du bekommst Besuch, na denn werde ich mal verdrücken.“ Alishia stand schon auf und wollte die Treppe hoch. „Nein nicht nötig, wir freuen uns über deine Gesellschaft. Bleib ruhig hier.“ Jason schlenderte zur Tür. Er öffnete und legte sofort seinen Zeigefinger auf seine Lippen und machte Gary klar das er ruhig sein solle. Gary nickte ihm nur zu und folgte ihm dann. „Alishia ist für dich.“ Jason trat zur Seite und da stand Gary. „Gary, was willst du denn hier? Woher weißt du das ich hier bin? Jason ich habe dir vertraut du hast ihn angerufen stimmt´s ? Als ich geschlafen habe.“ Alishia ging schnellen Schrittes in Richtung Treppe. „Hey Moment mal, wo willst du hin? Hier geblieben.“ Gary schaute Alishia böse an. „Nein Gary laß mich bitte, ich will es nicht hören. Ist o.k. für mich. Ich hätte mir denken können das du mich „Frau Streß“, lieber wieder gegen deine Frau eintauschst.“ Alishia setzte ihren Weg fort. „Ich fliege morgen nach Deutschland zurück. Dann bist du mich, meine kranke Psyche und viele Sorgen los.“ Gary sah aus als wenn er gleich platzen würde und das tat er jetzt auch. Er packte Alishia am Arm und zog sie die Treppe wieder runter. Jason schaute Gary erschrocken an. „So jetzt reicht es mir aber. Ich habe die Nase voll von Euch Weibern. Die eine denkt sie kann mir mein Herz rausreißen, einmal drauf herumtrampeln und es wegwerfen. Nach einem Jahr wieder auftauchen und so tun als wenn nichts gewesen wäre.“ Gary holte einmal tief Luft. Alishia schaute ihn voller Entsetzen an. Sie versuchte sich aus seinem Griff zu befreien doch Gary ließ nicht locker. „Die andere erobert erst mein Herz und jetzt sticht sie mir mit einem Messer rein und dreht es noch einmal um. Mir reicht es jetzt aber endgültig.“ Gary brüllte jetzt schon. „Gary laß mich bitte los du tust mir weh, bitte laß meinen Arm los.“ Alishia weinte schon fast. „Ich tue dir weh? Wer tut hier denn wem weh? Ich bin fast verrückt geworden vor Sorge. Ich habe schon gedacht das Thomas dich irgendwo um die Ecke gebracht hat oder dir sonst was angetan hat. Die letzten Stunden waren die Hölle für mich. Und du sagst jetzt ich tue dir weh. Ich habe doch wirklich alles getan was ich nur konnte um dir zu zeigen das ich dich liebe. Wie kannst du denn zweifeln?“ Gary wurde immer lauter. Jason erkannte das die Situation außer Kontrolle geriet. „Also wollen wir uns …. Jason brachte diesen Satz nicht zu Ende. „Du hälst dich hier raus. Schöner Freund hättest dich ja mal früher melden können.“ Gary war jetzt richtig in Rage. Jason erkannte ihn nicht wieder. Trotzdem befand er es jetzt für besser seinen Mund zu halten. Gerne hätte er jetzt noch gesagt wie schön das er an allem Schuld hat aber er verkniff es sich. Dennoch erkannte er das Alishia vollkommen verändert war. Gary bemerkte nicht was sein Gebrülle in ihr auslöste. Sie war gerade in Gedanken in einer Situation mit Thomas. Das alles hier löste ein Trauma in ihr aus. Alishia zog jetzt einmal kräftig an ihrem Arm und war befreit. Sie lief die Treppe hoch und ins Badezimmer. Schnell verschloß sie die Tür. Gary lief ihr hinterher. „Alishia das tust du jetzt nicht. Mach sofort die Tür auf.“ Gary schrie und hämmerte gegen die Tür. Er war nicht wieder zu erkennen. Alishia stand im Badezimmer und hielt sich die Ohren zu. Immer wieder sagte sie vor sich hin: „Nein das machst du nicht wieder mit mir. Nein, das lasse ich nicht zu.“ Jason war nun auch oben angekommen. „Gary jetzt beruhige dich. Mein Gott was ist denn mit dir los?“ Jason zog ihn an der Schulter. Gary drehte sich zu ihm um. „Das kann ich dir ganz genau sagen. Ich halte das nicht mehr aus. Meine Geduld ist am Ende. Was habe ich denn verbrochen das ich das hier alles mitmachen muß.“ Gary schubste Jason von sich weg. Er verlor vollkommen die Kontrolle über sich. Es war fast wie ein Nervenzusammenbruch. „Alishia wenn du jetzt nicht die Tür aufmachst mache ich sie auf.“ Gary stand mit beiden Händen in die Hüften gestützt vor der Tür. „Alishia schrie von drinnen zurück. „Geh weg, laß mich. Du tust mir nicht mehr weh nie mehr. Ich lasse das nicht zu.“ Jason schaute voller entsetzen Gary an.. „Gary hör doch endlich auf merkst du denn nicht was los ist.“ Jason war so angespannt das seine Stimme zitterte. „Sie hat mächtige Angst, sie ist gerade in einer anderen Welt.“ Gary schaute Jason mit großen Augen an. Erst jetzt merkte er was los war. „Alishia ich bin es doch Gary, mach bitte die Tür auf.“ Gary stand jetzt da, sein Herz klopfte wie verrückt und er hörte sein Blut in den Adern rauschen. Es war Totenstill. „Alishia?“ Seine Stimme hörte sich jetzt flehend und voller Angst an. Von drinnen war nichts zu hören. „Jason wir müssen die Tür aufmachen.“ Gary schaute Jason entsetzt an. Jason trat an die Tür. „Alishia mach bitte die Tür auf, ich bin es Jason.“ Keine Antwort von drinnen. „Also dann müssen wir wohl.“ Jason ging schnell nach unten und holte einen Schraubenzieher. Er schob den Schlüssel aus dem Schlüsselloch und versuchte mit dem Schraubenzieher die Tür zu öffnen, was ihm auch gelang. Beide standen jetzt da und blickten ins Badezimmer. Gary wurde sogleich wieder blass und Jason schaute entsetzt auf Alishia. „Ich rufe einen Krankenwagen.“ Jason rannte schnell nach unten. Gary stand nur da und konnte sich nicht bewegen. Alishia lag auf dem Boden und eine Menge Blut um sie herum. Jason kam die Treppe wieder hoch. „Wir müssen was tun Gary.“ Jason schnappte sich ein Handtuch und band es Alishia um den Arm, er wollte das Blut stoppen. Mit einer Hand drückte er ganz fest auf ihr Handgelenk. Sie hatte sich wohl die Pulsadern verletzt. Gary ging langsam auf die beiden zu. Er ließ sich auf die Knie fallen und fing an zu weinen. Er setzte sich neben Alishia´s Kopf nahm ihn hoch küsste ihre Stirn. „Mein Gott Süße was machst du denn? Alishia warum hast du das getan? Was habe ich bloß getan? Das wollte ich nicht. Wie konnte ich nur so die Beherrschung verlieren? Mein Gott bitte, Alishia.“ Gary legte seine Stirn auf ihre und weinte hemmungslos. Jason zitterte am ganzen Körper.
Die Sanitäter nahmen sofort das Badezimmer in Beschlag. Jason zog Gary von Alishia weg und schleppte ihn nach unten in die Küche. Gary setzte sich auf einen Stuhl. Durch die offene Tür sah er wie immer wieder ein Sanitäter zum Wagen lief und mit Geräten zurückkehrte. Jason wusch sich im Waschbecken das Blut von den Händen. „Jason was habe ich getan? Es ist meine Schuld, wie konnte ich nur so die Fassung verlieren? Wenn sie ….“ Gary sprach den Satz nicht zu Ende. „Gary was soll ich sagen? Ich habe dich noch nie so gesehen. Was war denn nur in dich gefahren? Ich kann es noch überhaupt nicht fassen was hier passiert ist.“ Jason wischte sich mit einem Handtuch ganz fest über die Hände. „Sie hat geglaubt ich bin er. Was hat sie für eine Angst gehabt. Mein Gott.“ Gary saß zusammengesackt und kreidebleich am Küchentisch. Gary linste aus der Küche und da kamen die Sanitäter gerade mit Alishia auf der Bahre runter. Gary stürmte in den Flur. „Was ist mit ihr – ist sie…? Gary sein Herz schlug wie verrückt. „Der Sanitäter schaute Gary mit einem mitleidigen Blick an. „Sie hat eine Menge Blut verloren, aber wie die meisten hat sie es nicht richtig gemacht. Die Lady hier wird wieder – ob sie es will oder nicht.“ Die Sanitäter setzten ihren Weg fort. „Ich komme mit. Wo bringen sie sie hin?“ Gary eilte hinterher. „Ins St. John.“ „Jason ruf bitte bei Jane und Howard an.“ Gary eilte in sein Auto und fuhr dem Krankenwagen hinterher. Jason rief bei Jane und Howard an. Jane war am Telefon. „Jane, Jason hier. Fahrt bitte ins St. John, Alishia wird dort gerade hingebracht.“ Rums legte er auf und eilte auch zur Tür. Er wollte unbedingt bei Gary sein, außerdem wollte er wissen wie es Alishia geht. „Jane? Was ist denn?“. Jane stand leichenblaß im Flur. „Wir sollen ins St. John. Alishia wird gerade dort hin gebracht.“ Howard schaute Jane erschrocken an. „Was ist denn passiert? Was ist mit ihr?“ „Keine Ahnung. Nur das wir ins St. John kommen sollen hat er gesagt und dann aufgelegt.“ Beide eilten aus dem Haus.
Als Jane und Howard im St. John ankamen saßen Gary und Jason in der Notaufnahme auf dem Flur. „Gary, Jason was ist denn passiert?“ Jane stürzte auf beide zu. Gary saß mit gesenktem Kopf da und schaute nicht hoch. Jason schaute erst Jane an dann Gary dann wieder Jane. „Sie hat versucht sich umzubringen.“ Jason seine Stimme zitterte bei diesen Worten. „Was hat sie? Warum denn um Himmels Willen? Mein Gott warum nur?“ Jane sackten die Beine weg. Howard fing sie auf und setzte sie auf einen Stuhl. „Es gab doch wirklich keinen Grund dafür. Gary sag doch auch mal was.“ Jane schaute ihn mit Tränen in den Augen an. „Es ist meine Schuld Jane, alleine meine Schuld. Ich habe die Fassung verloren. Ich wollte es nicht aber es war mir alles zu viel.“ Gary sah Jane nicht an. „Was hast du denn getan Gary? Hast du sie geschlagen oder was?“ Gary sprang vom Stuhl hoch. „Nein, nein um Himmels Willen das habe nicht ich. Aber was ich getan habe kommt dem sehr nah. Ich hätte sie eigentlich auch gleich schlagen können. Ich habe sie schrecklich angebrüllt. Mir war nicht klar das sie so darauf reagieren würde. Es tut mir so leid.“ Jane schaute Gary nun böse an. „Ich hatte gesagt hol sie wieder, ihr verdient es glücklich zu sein. Wie konntest du nur?“ Ehe Gary sich versah gab Jane ihm eine saftige Ohrfeige. Howard und Jason waren so baff das sie kein Wort sagen konnten. Jane ließ sich auf den Stuhl fallen und weinte bitterlich. Howard setzte sich zu ihr und nahm sie in den Arm. Er hätte gerne tröstende Worte für sie gehabt aber er wusste wirklich nicht was er sagen sollte. Er war einfach nur entsetzt. Gary wäre gerade gerne im Erdboden versunken er schämte sich unendlich. Was war nur in ihn gefahren? Sonst konnte ihn nichts so leicht aus der Ruhe bringen aber das war wohl auch für ihn einfach alles zu viel. Niemals wollte er ihr wehtun. Er war nur so wütend. Noch nie hatte er sich solche Sorgen um jemanden gemacht. Der Schmerz war kaum auszuhalten zu denken das ihr was Schreckliches passiert sein könnte. Plötzlich ging die Tür von dem Behandlungszimmer auf. Alishia wurde herausgefahren. Jane sprang sofort von ihrem Stuhl auf das Bett zu. Alishia lag ganz weiß im Gesicht in dem Bett. „Oh mein Gott Alishia. Was ist mit ihr, wird sie wieder gesund?“ Jane starrte die Schwester mit weit aufgerissenen Augen an. „Sie hat sehr viel Blut verloren. 3 Konserven mussten wir ihr geben. Herz und Kreislauf sind stabil. Wir haben ihr ein Beruhigungsmittel gegeben, sie wird jetzt ein bisschen schlafen.“ Die Schwester setzte ihren Weg mit dem Bett fort. „Sie kommt in die 2. Etage, Zimmer 110. Sie dürfen dann gleich zu ihr wenn sie möchten.“ Jane schaute fassungslos dem Bett hinterher. „Was muß sie für eine Angst gehabt haben um das zu tun?“ Bei diesen Worten warf sie Gary einen verächtlichen Blick zu. „Also ich werde jetzt zu ihr gehen, wer von euch möchte mit?“ Jane ging in Richtung Fahrstuhl. Gary, Jason und Howard folgten ihr ohne ein Wort zu sagen. Der Weg in die zweite Etage verlief stumm. Gary schaute die ganze nur auf den Boden. Jane tötete ihn fast mit ihren Blicken. Howard schubste sie ganz leicht in die Seite und machte eine versöhnliche Geste mit seinen Augen. Jane schüttelte nur mit ihrem Kopf. Ihre Freundin wäre fast gestorben. Sie war nicht bereit da einfach so drüber hinweg zu sehen. 6 Jahre hat sie die Hölle durchgemacht und es überlebt und jetzt hier wo sie so glücklich schien passierte so etwas. Jane konnte und wollte es einfach nicht begreifen.
Oben angekommen kam gerade die Schwester aus dem Zimmer. „Sie können gerne alle zu ihr, aber nicht zu lange. Ich denke es tut ihr gut zu hören das jemand da ist.“ Mit diesen Worten verschwand die Schwester im Schwesternzimmer. Jane, Jason und Howard gingen auf die Tür zu. Nur Gary blieb stehen. „Hey kommst du nicht mit?“ Howard zog Gary am Arm. „Ich glaube es ist besser wenn ich erst einmal hier bleibe.“ Gary setzte sich auf einen Stuhl. „Ich denke sie wird sich freuen auch deine Stimme zu hören.“ Howard trat an Gary heran und klopfte ihm versöhnlich auf die Schulter. Gary blickte zu Jane. Howard schaute Jane mit weit geöffneten Augen an. Es war das Zeichen das sie zustimmen sollte. Jane nickte Gary mit Tränen in den Augen zu. „Es ist o.k. komm bitte mit.“ Gary stand nun auf und alle betraten das Zimmer. Alishia sah aus als wäre sie ein Geist. Ganz weiß im Gesicht und rote Ringe unter den Augen. Das war der Blutverlust. Jeder holte sich einen Stuhl und alle verteilten sich rund um ihr Bett. Jane sprach ganz leise zur ihr. „Hallo Süße ich bin es Jane. Du dummes Ding was machst du nur? Komm bloß wieder auf die Beine sonst habe ich doch niemanden der mit mir stundenlang bummeln geht.“ Jane musste ihr weinen unterdrücken. „Hey Alishia ich bin es Howard. Ich weiß nicht ob du mich hören kannst, ich bin auf jeden Fall froh das du noch da bist. Komm schnell wieder auf die Beine unser Kinobesuch steht noch an.“ Die letzten Worte wollten fast nicht rauskommen aus seinem Mund. Howard versagte es die Sprache. „Alishia Jason hier. Du hast mir vielleicht eine Scheiß Angst eingejagt. Mach so was nie wieder mit mir. Komm wieder auf die Beine, der Brötchenservice wird mir sonst fehlen.“ Jason hatte bei den letzten Worten Tränen in den Augen. Gary rang mit sich. Was sollte er nur sagen. Am liebsten wäre er jetzt hier mit ihr alleine. Er fasste sich ein Herz. „Alishia Süße. Es tut mir so unendlich leid. Ich wollte das nicht bitte verzeih mir. Ich lasse mich scheiden, ich gehe nicht zu Dawn zurück. Ich hätte es dir heute Morgen schon sagen sollen. Ich bin ein Idiot. Ich habe die Kontrolle verloren, das darf nicht passieren ich weiß. Ich liebe dich, bitte glaube mir das. Ich möchte den Rest meines Lebens mit dir verbringen. Du hast mir gezeigt das das Leben weiter gehen kann, auch wenn man denkt es hält nichts mehr für einen bereit. Du hast mir Kraft gegeben, obwohl du die jenige warst die so gelitten hat. Du hast mir gezeigt egal was passiert es geht immer weiter, es gibt immer ein morgen.“ Gary musste mehr als nur einmal schlucken als er diese Sätze sagte. Alishia war an einen Monitor angeschlossen wo ihre Körperfunktionen überwacht wurden. Ihre Herzfrequenz war ein wenig angestiegen als Gary zu ihr sprach. Jeder im Raum war angespannt bis in die Haarspitzen. Jane weinte leise vor sich hin. Jason zog immer wieder seine Nase hoch. Howard starrte einfach nur auf Alishia.
Gary machte den anderen klar dass er sich hier heute keinen Zentimeter wegbewegen würde. Er wollte auf jeden Fall bei Alishia bleiben. Er versicherte ihnen sobald es etwas geben würde, würde er sich bei ihnen melden. Sie sollten doch ruhig nach Hause fahren. Keiner von ihnen sagte nein, wussten sie doch auch das Gary gerne jetzt mit Alishia alleine sein wollte. Ihm musste es wirklich sehr elend gehen. Die drei verabschiedeten sich und wünschten eine gute Nacht. Gary setzte sich auf einen Stuhl und starrte auf Alishia. Stunde um Stunde verging so. Irgendwann überkam Gary die Müdigkeit. Auf dem Stuhl sitzend mit dem Oberkörper auf dem Bett liegend schlief er ein. Sein Kopf lag neben Alishia´s Hand. Am nächsten Morgen wurde Gary mit unsanften Schlägen auf seinen Kopf geweckt. Er setzte sich aufrecht hin und sah Alishia direkt in die Augen. „Gary, was machst du denn hier? Alishia sprach sehr leise und schwach. „Süße es tut mir leit. Nichts was ich jetzt sage kann das hier alles ungeschehen machen. Du musst mir glaub…. Gary konnte nicht weiter sprechen. Alishia schaute ihn mit leblosen Augen an. „Schhhh, Gary ich möchte das nicht hören. Bitte laß mich in Ruhe.“ Alishia schloß ihre Augen. „Alishia bitte ich weiß es muß furchtbar für dich gewesen sein. Meine Nerven sind mit mir durchgegangen. Das Treffen mit Dawn, ihre blöde Anmache, meine Entscheidung das ich die Scheidung einreiche. Dann die Sorge was mit dir passiert ist. Ich habe einfach die Nerven verloren.“ Gary streichelte bei diesen Worten Alishia´s Hand. „Gary, du lässt dich scheiden?“ Alishia öffnete ihr Augen. „Ja ich habe alles schon in die Wege geleitet. Ich hätte es dir gestern Morgen sagen müssen. Es war kein Treffen um die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Ich habe Dawn gesagt das es vorbei ist. Ich habe ein neues Leben und zwar mit dir.“ Gary sein Herz klopfte als ob es jeden Moment zerspringen wollte. „Ich hatte Angst das du mir mitteilen würdest es ist vorbei. Ich habe euch im Wohnzimmer gesehen, ihr habt euch geküsst. Ich bin sofort wieder nach oben. Ich habe gedacht ihr hättet den Abend noch mehr gemacht als euch nur geküsst. Ich konnte es nicht aushalten. Ich dachte du würdest mir mitteilen das du und sie, das ihr wieder zusammen seid.“ Alishia liefen Tränen aus den Augen. „Als du so wütend wurdest spielte sich in meinem Kopf etwas ganz merkwürdiges ab. Ich habe nicht dich gesehen und sprechen hören sondern Thomas. Diese Angst hatte ich so lange nicht mehr und gestern überrollte sie mich wie eine Lawine.“ „Süße du hast mir einen mächtigen Schreck eingejagt. Dich zu verlieren wäre das schlimmste für mich. In Gedanken war ich schon auf deiner Beerdigung. Mein Leben hätte dann keinen Sinn mehr gehabt.“ Gary lief jetzt auch eine Träne aus dem Auge. „Verzeihst du mir?“ Alishia schaute ihn so traurig an wie schon lange nicht mehr. „Ich dir verzeihen? Da gibt es nichts zu verzeihen. Du musst mir verzeihen.“ Gary beugte sich über Alishia und gab ihr einen Kuß auf die Stirn. „Ich möchte gerne wenn du hier wieder raus darfst das du nach Hause kommst. Kannst du dir das vorstellen?“ Gary stand jetzt vor dem Bett, die Hände vor dem Bauch gefaltet, als ob er für ein ja Beten würde. „Ja ich denke das kann ich.“ Alishia lächelte ihn sanft an. „Wahey, ich bin der glücklichste Mann auf diesem Planeten.“ Gary hüpfte wie verrückt durch das Zimmer. „Was ist denn hier los? Das geht so aber nicht.“ Die Schwester war hereingekommen, doch Gary bemerkte sie gar nicht. „Hallo sie da, ein bisschen leiser bitte. Hier gibt es Menschen die Ruhe brauchen.“ Gary bemerkte jetzt erst die Schwester. Er ging auf sie zu, nahm sie in den Arm und tanzte mit ihr durchs Zimmer. „Huch junger Mann nicht so stürmisch. Heben sie sich das lieber für die Dame hier auf. Nicht das es mir nicht gefallen würde, aber ich bin im Dienst.“ Gary machte eine elegante Drehung verbeugte sich und ließ sie los. „Ich muß mal gerade telefonieren gehen. Nicht weggehen Alishia bin gleich wieder da.“ Gary ging aus dem Zimmer. „Wo könnte ich denn hingehen? Ist er nicht verrückt?“ Alishia schaute die Schwester an. „Ja und ein netter Verrückter noch dazu. Sagen sie, war er der Grund hierfür?“ Alishia schaute die Schwester erschrocken an. „Nein, nein das war er nicht. Er hat damit nichts zu tun.“
Gary telefonierte mit Jane und Howard und erzählte ihnen ohne Punkt und Komma das Alishia nach Hause kommen würde wenn sie entlassen wird. Jane freute sich sehr zu hören das alles gut werden würde. „Gary ich habe dir gestern schon gesagt, hol sie nach Hause und werdet glücklich. Warum nicht gleich so?“ Jane lachte in den Hörer. „Ach Gary noch etwas.“ „Ja Jane.“ „Es tut mir sehr leid das ich dich geschlagen habe. Dazu hatte ich kein Recht. Ich habe das getan was ich sehr verurteile, ich schäme mich unendlich dafür.“ „Jane sie ist deine Freundin, du hattest Angst um sie, ich verstehe dich nur zu gut. Schon vergessen.“ Sie verabschiedeten sich und Gary rief noch schnell Jason an. Auch Jason war über die guten Nachrichten sehr glücklich. Er hatte fast die ganze Nacht kein Auge zu bekommen. Als er gestern Abend nach Hause gekommen war, hatte er noch das Badezimmer sauber gemacht. Dieses Bild wie Alishia da lag ging ihm einfach nicht aus dem Kopf. Es beschäftigte ihn sehr. Jetzt war er froh zu hören das alles gut werden würde.
8 Tage später stand Gary im Krankenzimmer und schnappte sich Alishia´s Tasche. „So wollen wir?“ Alishia schaute Gary voller Liebe an. „Ja wir können.“ Nur noch ein kleines Pflaster erinnerte an das was geschehen war. Auf dem Weg nach Hause erzählte Gary von seinem Auftrag in den USA. Die Auftraggeber hatten wirklich lange Geduld aber jetzt musste er die Sache angehen. „Also Alishia ich habe ein kleines Willkommensgeschenk für dich.“ Alishia schaute Gary neugierig an. „Was ist es denn?“ „Na das gibt es erst zu Hause. Geduld meine Süße.“ „Ach Gary ein kleiner Hinweis vielleicht? Biiittteee.“ Alishia setzte ein zuckersüßes Lächeln auf. „Nein keine Chance, du musst warten.“ Gary grinste vor sich hin. Alishia schaute aus dem Fenster und hing ihren Gedanken nach. Mein Gott was war in einem Jahr alles geschehen. Sie dachte an den Abend wo Gary das erstemal vor ihr stand. Damals hatte sie nichts gedacht als sie ihn sah. Wie er sie zum Haus begleitet hatte. Wie charmant und zurückhaltend er war. Eigentlich hatte sie nicht vorgehabt sich in ihn zu verlieben. Sie könnte jetzt auch nicht mehr sagen wann es geschehen war. Sie wusste nur das sie mit ihm glücklich sein wollte. Ihr Leben war mehr als turbulent verlaufen, sie sehnte sich jetzt nach Ruhe und Geborgenheit. Sie war sich sicher dies mit Gary erreicht zu haben. Zufrieden schaute sie aus dem Fenster. Die Sonne wärmte ihr Gesicht und sie spürte wie eine unheimliche Wohligkeit in ihr aufstieg. Zu Hause angekommen ging Alishia einmal durch das ganze Haus. „Wie schön hier alles ist. Ich hatte es fast schon vergessen.“ Alishia schaute Gary ganz tief in die Augen. „So und nun wo ist mein Geschenk?“ „Du bist ja nicht gerade sehr geduldig. Also schön Augen zu.“ Gary ging an die Schublade vom Flurschrank. Er holte ein Flugticket heraus und legte es Alishia in die Hand. „Augen auf.“ Alishia schaute auf ihre Hand. Sie öffnete das Ticket. „Las Vegas? Las Vegas? Ich kann es nicht glauben.“ Alishia fiel Gary sogleich um den Hals. „Also ich muß da wohl ein bisschen Arbeiten aber wir werden auch jede Menge Zeit haben uns dort umzuschauen. Ich denke so ein kleiner Urlaub tut uns jetzt ganz gut. Ich hatte es damals schon so geplant bei meiner ersten Reise. Leider ist uns die Scheidung dazwischen gekommen. Aber wie man immer so schön sagt, aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ Gary strahlte wie ein Honigkuchenpferd. „Gary ich danke dir von ganzen Herzen dafür. Ich danke dir für alles. Für deine Geduld, für deine Liebe und für die Kraft die du mir gibst. Alishia und Gary standen da und umarmten sich. Auf sie wartete eine glückliche Zukunft. Es sollte noch 3 Jahre dauern bis die beiden heirateten. Ihr erstes Kind nannten sie Joana.