Eigentlich war Lauriel ein ganz normales Mädchen, hübsch und natürlich, nicht so auffällig wie manche andere. Aber es umgab sie eine Ausstrahlung, wie keine andere sie hatte. Sie wußte gar nicht, wie es passiert war, daß sie sich bei ihrem Spaziergang so in diesem Wald verlaufen konnte. Stundenlang lief sie hin und her und immer wieder glaubte sie, daß dies nun der richtige Weg sei. Aber dann bemerkte sie doch, daß sie nur wieder im Kreis gelaufen war. Zum Glück war es ein lauer Frühlingstag, so daß sie wenigstens nicht fror. An einem kleinen Bach nahm sie einen Schluck Wasser und machte ihr Gesicht ein wenig frisch. Plötzlich erblickte sie ein Glitzern über dem Wasser. Neugierig blickte sie auf. Ein wenig erschrocken bemerkte sie, daß das Glitzern sich fortbewegte. Es hielt kurz inne und schwebte dann in Richtung Wald. "Was mag das sein?" fragte sich Lauriel und folgte dem Glitzern langsam. Es führte sie zu einer Lichtung, wo gerade die letzten Sonnenstrahlen eine wunderschöne Blumenwiese erleuchteten. Plötzlich umgab sie das geheimnisvolle Etwas total. Sie schrumpfte! Sie wurde so klein, daß ihr die Blumen wie Bäume vorkamen. Verwundert irrte Lauriel hin und her. "Jetzt verlaufe ich mich auch noch zwischen Blumen", weinte sie verzweifelt. Das hörte ein kleines Wesen, das hinter einer Glockenblume hervorschaute. Es war ein wunderhübsches mädchenähnliches Wesen, welches nun zu ihr trat. "Etwas Wunderbares umgibt Dich", raunte das Mädchen bewundernd. Lauriel sah es mit großen Augen an. "Wer bist Du und warum bin ich so klein?" fragte sie. "Ich bin Willow, eine Elfe" antwortete das Blumenmädchen. "Und Du bist endlich zu Hause angekommen". "Komm mit, ich bringe Dich zu den anderen". Laurie folgte ihr durch das Blumenmeer. Bald schon kamen sie zu einer Art Dorf mit Blumenhäusern, ähnlich Baumhäusern. Eine große Schar dieser kleinen Wesen tanzte freudig um Lauriel herum, Mädchen, Jungen, Frauen und Männer, alle wunderschön. "Du hast sie gefunden, Willow" jubelten sie. "Ihr habt mich gesucht?" fragte Lauriel verwundert. "Ja, wir wußten, daß Du kommt, unsere Prinzessin". "Prinzessin?" Lauriel kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. "Ja. Du wurdest einst von einem Menschen, der eine Blume ausgerissen hat, mitgenommen. Wenn ein Mensch eine Elfe sieht, wird er wie die Menschen und weder der Mensch noch der Elf kann sich daran erinnern, daß es eine Elfe war. Lauriel, Du bist unsere verlorene Prinzessin!" Sie feierten und tanzten noch bis tief in die Nacht hinein. Die Elfen erzählten Lauriel an diesem Abend auch von dem schönen Elfenprinzen im Seerosenschloß und versprachen ihr, sie am nächsten Tag zum Schloß zu führen, damit sie Prinz Mark kennenlernen konnte. Inzwischen war es Mitternacht geworden und Lauriel war vom langen Umherirren und Feiern sehr müde geworden. Sie bekam ein weiches Bett aus duftenden Blütenblättern und schlief selig ein. Wie würde Prinz Mark wohl aussehen? Sie träumte von einem wunderschönen, kleinen Elfenprinzen mit einer erotischen Stimme, einem sexy Körper, einer liebevollen Ausstrahlung... vielleicht hatte er ja sogar ein aufregendes Tattoo irgendwo...
Der Morgen dämmerte und Lauriel schlug vorsichtig die Augen auf. Sie bemerkte, daß sie zu Hause in Marks Armen lag. Glücklich kuschelte sie sich noch näher an ihn. Verschlafen blinzelte er sie an und erblickte ihr Lächeln. "Oh, what a sweet smile, like the morning sun", hauchte er und küßte sie zärtlich. "I´m so happy, that I found you" flüsterte sie. Dann erwiderte sie seinen Kuss leidenschaftlich.